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In Wallau gibt es Probleme mit lauten Jugendlichen. 

Ruhestörung

Laute Jugendliche ärgern Festplatz-Anwohner in Hofheim

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In Wallau gibt es Ärger mit einer Gruppe Jugendlicher. So richtig weiß keiner, wie sie sich zur Raison bringen lassen.

Wallau - Früher war alles besser. Natürlich, die Jugendlichen haben auch Ärger gemacht. Aber wenn die Polizei kam, dann verdrückten sich die jungen Leute. Heute nehmen sie ganz gerne mal eine Polizistin in den Schwitzkasten, wie auf der Wallauer Kerb geschehen. Und wenn die Polizei zu nächtlicher Stunde auf dem Festplatz vorbeischaut, weil es dort auch ohne Kerb laut zugeht, dann werden tags darauf schon einmal die Anwohner von den Jugendlichen herausgeklingelt und mit der Frage konfrontiert, ob und warum sie die Polizei gerufen hätten.

Der Schwitzkasten ist die Darstellung der Polizei, das Herausklingeln die von Anwohnern. Er habe vieles erzählt bekommen, erklärte WGW-Fraktionschef Mario Kleber im Ortsbeirat, nur wenig selbst beobachtet. Allerdings ist von so vielen Seite zu hören, dass es des nachts laut zugeht auf dem Festplatz, dass die Schilderungen glaubhaft erscheinen. Im Ortsbeirat wurde dies wiederholt angesprochen.

Wallau Festplatz: Was macht die Polizei?

Ob da drei- oder viermal die Woche Krach gemacht und Müll hinterlassen wird, ist dann eher zweitrangig. Einig ist man sich auch nicht darüber, ob es sich vor allem um Wallauer Jugendliche handelt oder mehr um Auswärtige. Der Krach, der die Anlieger vor allem nervt, bleibt der gleiche. Und die Nachbarn wollen das auch nicht länger hinnehmen, erklärten sie in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirates.

Interessant wäre sicher zu wissen, ob alle Vorfälle auf das Konto einer Gruppe gehen oder ob es mehrere Cliquen gibt. Zur Sprache kamen auch Vorfälle in der Ländcheshalle, wo Jugendliche einen Raum nutzen konnten, sich aber über die Getränkevorräte eines Vereins hergemacht und auch sonst allerlei Unfug angestellt hatten. Sind das dieselben Leute, die am Festplatz aufgefallen sind, und was ist mit denen, die von der Stadt jetzt einmal wöchentlich einen Raum in der Rezeptur bekommen, diesen aber nicht nutzen?

Wallau Festplatz: "Kaum zu glauben"

Eine andere Frage ist, was die Polizei ausrichten kann. "Wenn man die anruft, heißt es, man habe Besseres zu tun", erklärte CDU-Mann Rudolf Goergen, stieß aber auf Widerspruch seitens des Magistrats und anderer Ortsbeiratsmitglieder. An Ort und Stelle gewesen sein muss die Polizei schon, sonst hätte es nicht einige Platzverweise gegeben. Aber klar ist, dass die Polizei nicht einen einzigen Platz stundenlang bewachen kann.

Mario Kleber zog seinen Antrag zurück, wonach der Magistrat darauf dringen soll, dass die Polizei ihre Kontrollen intensivieren und die ausgesprochenen Platzverweise durchsetzen soll. "Kaum zu glauben", kommentierte ein Festplatz-Anwohner den Rückzieher, aber Kleber machte deutlich, dass er vor allem die Debatte habe anstoßen wollen. Er ließ durchblicken, dass die WGW ohnehin nicht voll davon überzeugt ist, dass erhöhte Polizeipräsenz etwas bringen kann.

Wird der Festplatz in Wallau zur Alkoholverbotszone?

Ausschlaggebend für den Rückzieher war auch Hofheims Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU). "In ein paar Jahren sind das alles honorige Wallauer Bürger", will er die Jugendlichen nicht unnötig kriminalisieren. Er setzt seine Hoffnungen auf ein gemeinsames Projekt von Polizei und Stadt, dessen Einzelheiten demnächst bekannt gegeben werden sollen.

Außerdem wolle die städtische Jugendarbeit den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen, und der Präventionsrat sei mit der Angelegenheit ebenfalls befasst. Aus Sicht der Anwohner ist die Hütte, die am Festplatz vor einigen Jahren speziell für die Jugendlichen aufgestellt wurde, die Ursache allen Übels. "Es wäre falsch, die Hütte abzubauen", erklärte dazu Bürgermeister Christian Vogt (CDU) im Ortsbeirat. Auch Exner und die Mitglieder des Ortsbeirates fürchten, dass ein Umzug der Hütte das Problem nur verlagert.

Beschlossen wurde im Ortsbeirat nichts, aber Ideen wurden geäußert. Vogt kann sich mit Blick auf die Kerbe-Vorfälle vorstellen, für die Umgebung ein Verbot zu verhängen, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Bad Soden praktizierte dies 2019 gleich dreimal, etwa beim Sommernachtsfest. FWG-Ortsbeirat Oliver Vogt wiederum glaubt, dass die Jugendlichen aufzuhalten sind, indem sie mit Ordnungswidrigkeitsanzeigen geradezu überflutet werden. Die Debatte ist offensichtlich noch nicht beendet.

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Von Manfred Becht

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