Land gibt Geld für die Nidda

Der geplante Umbau des Sossenheimer Wehrs kommt voran: Das Umweltministerium hat einer Förderung zugestimmt.

Der geplante Umbau des Sossenheimer Wehrs zur naturnahen Gestaltung der Nidda, Bestandteil des Maßnahmenprogramms zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hessen, hat eine entscheidende Hürde genommen: Das Hessische Umweltministerium hat grundsätzlich einer Förderung durch das Landesprogramm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“ zugestimmt. In diesem Zusammenhang soll die bisherige Zuordnung des Projekts als Ersatzmaßnahme für die Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch den Bau des Riederwaldtunnels entstehen, aufgehoben und durch Maßnahmen im Fechenheimer Mainbogen ersetzt werden. Durch eine Entkopplung beider Projekte würden die komplexen Genehmigungsverfahren voneinander getrennt und damit Planung und Realisierung des naturnahen Umbaus erleichtert, teilte das Ministerium mit..

Der Umbau sieht vor, das bisher kanalisierte Flussbett wieder seinem natürlichen Erscheinungsbild anzunähern und dazu den Grill’schen Altarm wieder offen an die Nidda anzubinden. Ein Streichwehr soll den Fluss für Fische und andere Lebewesen gegen die Strömungsrichtung passierbar machen. Die Ge-samtkosten des Umbaus werden derzeit auf rund 4,4 Millionen Euro geschätzt.

„Durch die grundsätzliche Zustimmung des Umweltministeriums zur Förderung des Umbaus des Sossenheimer Wehrs haben wir eine gesicherte Finanzierungsperspektive und können einen weiteren Schritt zum naturnahen Umbau der Nidda gehen“, freut sich Stadtrat Stefan Majer, der für die Stadtentwässerung Frankfurt (SEF) zuständig ist. Die Stadtentwässerung werde nun die weiteren Planungen zügig vorantreiben.

Umweltministerin Priska Hinz findet es „erfreulich, dass neben den klassischen Grünanlagen auch die städtischen Gewässer zunehmend an Aufmerksamkeit in der Stadtentwicklung gewinnen. Sie steigern nicht nur die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner unserer Städte, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den fortschreitenden Klimawandel.“ Daher sei es sehr sinnvoll, dass das Land auch für den Umbau des Sossenheimer Wehrs seinen finanziellen Beitrag leistet.

Als Kompensation für den Bau des Riederwaldtunnels sollen die Ersatzmaßnahmen neu zugeordnet werden. Dadurch eröffnen sich weitere Finanzierungsperspektiven für die bereits wasserrechtlich genehmigte Auenlandschaft im Fechenheimer Mainbogen. Erst im Januar hatte Hinz einen Förderbescheid in Höhe von fast 2,3 Millionen Euro für die Anlage eines 700 Meter langen Altarms überbracht. Von den ehemals sechs Wehren mit beweglichen Klappen im Stadtgebiet wurde das Höchster Wehr bereits umgebaut und am Rödelheimer Wehr wurde die Passierbarkeit für Fische durch die Umgestaltung des Mühlgrabens hergestellt. Die Umbaumaßnahmen am Hausener, Praunheimer und Eschersheimer Wehr sind als Ausgleichsmaßnahmen unterschiedlichen Finanzierungsträgern fest zugeordnet. Die Planungen befinden sich in unterschiedlichen Stadien.

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