Der Bahá&#39í-Tempel genießt besonderen Schutz, deshalb ist fraglich, ob in der Nähe ein Windkraftrad gebaut werden darf. 
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Der Bahá'í-Tempel genießt besonderen Schutz, deshalb ist fraglich, ob in der Nähe ein Windkraftrad gebaut werden darf.

„Gegenwind“ für Windkraft

Streit um Windkraft am Bahá'í-Tempel in Langenhain

  • vonBarbara Schmidt
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Das Wirtschaftsministerium hat die Planung von Flächen für Windkraft in Hofheim wohl geändert. Offenbar hat das Ministerium etwas Entscheidendes übersehen.

  • Initiative „Gegenwind“ wehrt sich gegen Windkraft in Langenhain
  • Wirtschaftsministerium unterläuft wohl ein Versehen
  • Bahá'í-Tempel in Langenhain ist besonders geschützt

Langenhain - Windkrafträder nehmen starken Einfluss auf das Landschaftsbild. Deshalb sind sie vor allem dort, wo es besonders schön ist, nicht gerngesehen. Das gilt auch für Hofheims höchstgelegenen Ortsteil, dessen Bewohner sicher sind, dass es der schönste aller Hofheimer Ortsteile ist. 

Gleich nachdem bekannt wurde, dass es in Langenhain möglicherweise gute Bedingungen für die Erzeugung von Windkraft gebe, hat sich im Ort eine Bürgerinitiative namens "Gegenwind" gebildet, um Widerstand gegen die großen Mühlen auf Langenhainer Gebiet zu organisieren. 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung gezeigt, dass sie der gleichen Meinung ist: Vorrangflächen für Windenergie sollte es auf ihren Flächen nicht geben.

Windrad-Ausbau: Tempel in Langenhain (Hofheim) ist Kulturdenkmal

Allerdings hatte das Kreisblatt Anfang 2019 berichtet, dass es in Langenhains Umgebung einige größere Gebiete gibt, die nicht im städtischen Besitz sind. Darunter ist eine Fläche nördlich des Bahá'í-Tempels. Das rund 12 Hektar große Waldstück wird von Hessen Forst bewirtschaftet. Dass es nördlich des Bahá'í-Tempels liegt, scheint nun aber der große Knackpunkt zu sein. Das "Europäische Haus der Andacht", einziger Tempel der Bahá'í-Religion in Europa, steht als Kulturdenkmal unter besonderem Schutz. Und der Denkmalschutz hat ein Wort mitzureden, wenn es darum geht, ob im Umfeld eines solchen besonders landschaftsprägenden Gebäudes Windräder gebaut werden dürfen.

Zuständig für die Ausweisung der Windkraft-Vorranggebiete war zwar der Regionalverband Frankfurt, der die Flächenplanung macht. Doch dort weiß man nichts über eine etwaige Änderung für den Bereich Langenhain. Eine Anfrage im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ergab allerdings, dass es eine solche Änderung tatsächlich geben soll. So teilt Sprecherin Franziska Richter mit: "Drei Flächen in der Nähe des Bahá'í-Tempels in Hofheim sind im Teilregionalplan Erneuerbare Energien als Windvorranggebiete vorgesehen gewesen."

Windrad-Ausbau in Langenhain (Hofheim): Endgültige Entscheidung steht aus

Eine dieser Flächen sei "nun vollständig als sogenannte Weißfläche eingestuft worden." Bei zwei weiteren sei das jeweils für einen kleinen Teil erfolgt. Allerdings heißt diese neue Einstufung erst einmal: Hier ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Wie die Ministeriumssprecherin deutlich macht, steht die Farbe Weiß für Flächen, "die zu einem späteren Zeitpunkt beplant werden sollen (Planänderung) und derzeit noch nicht festgelegt wird, ob es sich um Vorrang- oder Ausschlussgebiete handelt". Das heißt, eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Barbara Schmidt

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