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Eichendoffschule in Griesheim

Lehrermangel: Eltern wollen demonstrieren

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Der Lehrermangel an Frankfurter Grundschulen beleibt ein Dauerbrenner. Jetzt wollen die Eltern der Eichendorffschule demonstrieren.

Die Elternvertretung schlägt Alarm: An der Eichendorffschule in Griesheim nimmt der Lehrermangel beängstigende Ausmaße an. Deshalb soll am Donnerstag demonstriert werden. „Die Kinder leiden, und wir Eltern sind verzweifelt“, sagt Anita Kovacevic. Die Elternbeirätin der Klasse 3 a an der Eichendorffschule fühlt sich im Stich gelassen: An der Grundschule in Griesheim fehlen wöchentlich etwa 90 Lehrerstunden.

Seit im November eine Klassenlehrerin schwer erkrankt ist, würden Lehrer zur Überbrückung aus anderen Klassen herausgezogen; die Personaldecke sei über die Grenze ihrer Belastbarkeit angespannt: „Es sind drei Klassen ohne Klassenlehrerin geblieben; eine davon wird schon seit November nur durch Vertretungen überbrückt.“ Die Lehrer gäben sich „die Klinke in die Hand“, sagt Kovacevic; die Kinder würden zum Teil auf andere Klassen verteilt. Unterricht gebe es in wichtigen Fächern wie Mathematik ständig von anderen Lehrern, was der Kontinuität in der Vermittlung des Unterrichtsstoffes schade: „Die Kinder sind verwirrt, und wir Eltern haben keine Ansprechpartner.“

Vom Schulamt, wo die Elternvertretung bereits vorstellig geworden ist, fühlen sich die Griesheimer im Stich gelassen. „Dort hieß es sinngemäß, man könne sich eben keine Lehrer backen“, klagt Kovacevic. Verschärft werde das Problem auch dadurch, dass in den betroffenen Klassen Integrationskinder unterrichtet werden, also Kinder mit besonderem Förderungsbedarf. Der Lehrermangel treffe jedoch alle.

Die Eichendorffschule ist eine Grundschule mit knapp 290 Kindern in der Waldschulstraße. Ihr Profil liegt auf der Förderung der Deutschkenntnisse; es gibt eine besondere Leseförderung. Die Schule liegt in einem Brennpunkt-Stadtteil; das heißt, viele der Kinder und Eltern kommen aus sogenannten „bildungsfernen Schichten“. „Es ist schwer, Lehrer für die Eichendorffschule zu bekommen, denn die Lehrer entscheiden sich oft für andere Schulen“, weiß Kovacevic. Auch sei es deshalb schwer, einen Teil der Eltern zu erreichen. „Dass man nicht alle mobilisieren kann, ist ein zusätzliches Problem. Trotzdem müsste das Land mehr tun, um das aufzufangen, bevor die Situation kippt.“

Eltern und Schüler treffen sich am Donnerstag um 13 Uhr an der Schule. Die Demo vor dem Staatlichen Schulamt soll um 14 Uhr beginnen.

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