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Fast alle Geräte auf der Skaterbahn "Im Kohlruß" wurden im vergangenen Frühjahr aus Sicherheitsgründen abgebaut.

Sanierung

Junge Skater reden bei neuer Bahn mit - Politik gibt 120 000 Euro frei

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Die Skaterbahn "Im Kohlruß" ist in die Jahre gekommen, die Geräte bargen eine Unfallgefahr und wurden abgebaut. Nun haben Jugendliche bei den neuen Plänen mitgearbeitet.

Liederbach - Im vergangenen Frühjahr musste die Gemeinde handeln. Die Geräte auf der Skaterbahn "Im Kohlruß" wurden abgebaut und lagern seitdem im Bauhof. Dort harren sie ihrer möglichen Wiederverwendung. Das Problem war: Die Anlage ist in die Jahre gekommen, der Betonboden weist unter anderem Risse auf, auch bei den Aufbauten bestand Unfallgefahr. So etwas kann eine Kommune nicht verantworten - und deshalb können dort die Skater oder Biker derzeit keine Kunststücke vollführen.

Die Liederbacher Jugendlichen, allen voran Timo, Lukas, Luk und Malte, finden das ziemlich schade. So haben sie nachgefragt, wann denn die Bahn wieder geöffnet und die Geräte aufgebaut werden, berichtet Bürgermeisterin Eva Söllner. Und da haben sie ein Angebot gemacht, das die Rathauschefin sehr freute: "Sie würden da gerne mitmachen", erinnert sich Söllner.

Jugend im Ausschuss

Gesagt, getan: Die Gemeinde hat bereits für 2019 eine Summe von 120 000 Euro in den Haushalt einstellen lassen. Allerdings wurde das Geld bei den Beratungen mit Sperrvermerk versehen, um sich die Planung genau anzuschauen. Die Papiere liegen nun vor. Die vier Jugendlichen haben mit ihren Ideen und konkreten Vorschlägen daran aktiv mitgewirkt und ein auf solche Anlagen spezialisiertes Unternehmen aus München unterstützt.

Am Montag waren die Jungs mit Streetworker Andreas Schulze von der Mobilen Jugendarbeit in der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Bauausschusses. Dort kamen die Planungen laut Eva Söllner bestens an, sie wurden dem Haupt- und Finanzausschuss zur Freigabe vorgeschlagen. Denn die Kostenschätzung liegt mit 119 000 Euro genau im Rahmen. Die Gemeinde hofft, dass durch Eigenleistungen des Bauhofs noch Geld eingespart werden kann. Zudem hat die Kommune Zuschüsse des Projektes "Hessenkasse" für die Skaterbahn mit eingeplant. Und die Maßnahme soll beim Kreisinvestitionsfonds 2019 angemeldet werden. Damit unterstützt der MTK Projekte, die Strahlkraft über die jeweilige Kommune hinaus haben.

Für Anfänger und Profis

Das gilt für die Skaterbahn Liederbach auf jeden Fall, findet die Bürgermeisterin. Schon vor gut 20 Jahren, als die Anlage gebaut wurde, sei das im Main-Taunus-Kreis sehr innovativ gewesen. Inzwischen gibt es zwar weitere Bahnen, doch das neue Projekt in der Gemeinde soll sich noch einmal etwas abheben. Es solle eine Anlage für alle Arten von fahrbaren Untersätzen werden - vom klassischen Skateboard über das Longboard bis zum Roller, Scooter und BMX-Rad. Die geplanten Elemente tragen Namen wie "Quarter to Barrier mit Elevator", "Round Curb", "Wallride Bank", "Vulcano" oder "Handrail". Die meisten Aufbauten sollen aus Beton sein, dann seien sie "witterungsbeständiger", betont Söllner. Auch das ist neu in dem Konzept, das Bereiche vorsieht, die zu einem Parcour vereint werden können. "Geplant und entworfen, um möglichst vielen Nutzern vom Anfänger bis zum Profi gerecht zu werden. Der entscheidende gemeinsame Nenner: Spaß an der Nutzung", so fasst Planer Maximilian Häring aus München das zusammen. So können auch Kleinkinder hier noch das Fahrradfahren üben.

Im Konzept ist zwar aus Kostengründen davon die Rede, den Betonboden zu erhalten. Doch die Bürgermeisterin geht schon davon aus, dass am Untergrund (ein Oval von 40 mal 20 Metern) einiges neu gemacht werden muss. Auch deshalb ist der Zeitplan noch offen. Grünes Licht gab es jedenfalls schon einmal von der Politik: Auch der Haupt- und Finanzausschuss segnete das Projekt ab und hob den Sperrvermerk auf. wein

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