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Lukas (links) und Timo waren regelmäßig auf der Skaterbahn unterwegs. Nun haben sie sich für neue Geräte eingesetzt.

Sanierungsprojekt

Die Jugend legt sich ins Zeug für einen neuen Skaterpark

Timo, Lukas und Co. sammeln Unterschriften und bringen Ideen einZuletzt haben die Ausschüsse 120 000 Euro für die Sanierung der Skaterbahn freigegeben. Ihren Anteil an diesem Projekt haben auch aufgeweckte Liederbacher Jugendliche. Und als Schnittstelle fungierte die Mobile Jugendarbeit.

Liederbach - Lukas (13) ist mit seinem Longboard gekommen. Timo (14) hat das Mountainbike dabei. Doch Kunststücke können die beiden Jugendlichen auf der Skaterbahn damit gerade nicht vorführen. Denn dort ist von einer der Vorzeige-Anlagen im Main-Taunus-Kreis nur noch eine Stange, eine "Rail", übriggeblieben, an der die jungen Leute mit ihren Fahrzeugen entlang rutschen könnten. Die weiteren Attraktionen wurden im Frühjahr 2018 abgebaut, weil sie in die Jahre gekommen waren und eine Unfallgefahr bargen. Auch der Betonboden weist Risse auf.

Überrascht über Abbau

Timo und Lukas waren regelmäßige Nutzer der Skaterbahn. Es habe sie schon überrascht, als die Geräte plötzlich weg waren, erzählen sie beim Treffen mit dem Kreisblatt und Andreas Schulze von der Mobilen Jugendarbeit Kelkheim-Liederbach. Doch anstatt zu lamentieren oder sich zurückzuziehen, wurden die beiden Jungs aktiv. Sie spazierten kurzerhand ins Rathaus und hakten nach, ob und wann wieder Elemente zum Skaten und Biken aufgestellt werden. Bürgermeisterin Eva Söllner vermittelte im vergangenen August schließlich den Kontakt zu Schulze.

Seitdem hat sich einiges getan. Timo, Lukas und inzwischen auch Luk und Malte haben mehr als 100 Unterschriften für eine neue Skaterbahn gesammelt. Sie wurden von Schulze stets über den Stand der Dinge informiert, gaben Hinweise und Empfehlungen aus Sicht der jungen Nutzer. Die Gemeinde hatte längst mit der Firma von Maximilian Häring aus München das darauf spezialisierte Unternehmen ausfindig gemacht. So entstand aus vielen Bausteinen eine Konzeption für den Skatepark Liederbach. Vor wenigen Wochen schließlich der große Auftritt von Timo, Lukas, Luk und Malte in der Sitzung des Bau- sowie Sozialausschusses. Sie waren dabei, als die Politik die notwendigen Haushaltsmittel von 120 000 Euro freigab. Stolz erklären sie den Laien beim Ortstermin, was die Anlage künftig Freunden auf Rollen und Rädern so alles bieten kann. Der linke Teil des 40 Meter breiten Ovals sei eine gute "Einstiegsstelle", findet Lukas - mit zwei kleinen Rampen und einer leicht erhöhten Plattform. Im Zentrum werden viele Elemente vereint. Timo nennt zuerst den "Vulcano", zu dessen "Krater" es sich hinaufrollen lässt. Dort gibt es außerdem Treppenstufen ("Stairs"), weitere Rampen und Stangen, die "Rails". Ganz rechts ist die Plattform am höchsten, wie eine "Quarterpipe", sagt Lukas. Hier sieht er ein kleinen Haken, da es keine "Halfpipe" zum Hin- und Her-Rollen geben soll.

Aber unter dem Strich sind die Jungs mit den Plänen sehr zufrieden und fiebern schon dem Baubeginn entgegen. Der könnte im Herbst sein, steht aber noch nicht genau fest. Wenn alles fertig ist, sei eine kleine Eröffnung geplant, sagt Schulze. Er hat die Rolle als "Schnittstelle" zwischen Gemeinde und Jugendlichen gerne übernommen. "Das ist eine Erfolgsgeschichte, wenn alle so zusammenarbeiten." Dass sich junge Leute derart interessieren und engagieren, sei nicht selbstverständlich, weiß der Streetworker aus Erfahrung.

Magnet für Region

Schulze kann sich vorstellen, dass die neue Bahn ein Magnet für die Region wird. So viele vergleichbare Anlagen gibt es im Main-Taunus-Kreis nicht. Sein Freund aus Bad Soden habe sich schon angekündigt, freut sich Timo, der noch sehr engagiert Tennis spielt. Früher seien sie oft in einer kleinen Gruppe da gewesen, nur selten bis zu 20 Leute, ergänzt Lukas, der wiederum noch die Hobbys Judo, Volleyball und Breakdance hat. Mit dem Skateboard, dem Roller und dem BMX-Rad wollen sie dann die Hindernisse unsicher machen.

Ein Sonderlob gab's auch von ihren Eltern. Sie finden die Initiative klasse, erzählen die Jungs. Vielleicht gibt es für beide ja noch mehr zu tun in Liederbach, denn kleinere Wünsche haben sie durchaus. Ein Bistro im Tennis-Clubhaus ist wohl nur schwer zu realisieren. Zwei vernünftige Tore für den kleinen Bolzplatz im "Sonnengarten" vielleicht schon eher . . . wein

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