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Radel-Fans: Margit Meischke, Uwe Müller, Andrea Hemberger und die wohl älteste Teilnehmerin Gertrude Klauer (v. l.).

Volksradfahren am 1. Mai

83-Jährige hält sich mit dem Mountainbike fit

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90 Helfer sind am 1. Mai beim Volksradfahren der SG Oberliederbach (SGO) im Einsatz. Mehr als 300 Radfahrer werden erwartet.

„Ich fahre immer alleine. Die anderen fahren mir zu langsam.“ Es sind nicht die Worte aus dem Mund eines Profi-Radsportlers oder ehrgeizigen Jugendlichen. Gertrude Klauer spricht sie aus – nicht so ganz ernst gemeint, aber trotzdem: Die 83 Jahre alte Liederbacherin ist noch recht oft und vor allem zügig auf ihrem bunten Mountainbike unterwegs. Vor allem den 1. Mai hat sie sich jedes Jahr fest im Terminkalender eingetragen. Dann macht sie beim Volksradfahren der SG Oberliederbach (SGO) mit – und hat den treuen, inzwischen verstorbenen Hans Dreste als ältesten Fahrer abgelöst.

„So hält man sich fit“, sagt Gertrude Klauer und ergänzt zur Motivation: „Ob ich daheim sitze und mir fällt die Decke auf den Kopf – da fahre ich lieber in der Natur.“ Die Traditionsveranstaltung der SGO, die es nächsten Dienstag schon zum 42. Mal gibt (siehe Info), schätzt die Liederbacherin sehr. Auch wenn sie hier und da belächelt werde. „Sie schnaufen ja so“, habe ihr mal ein Paar zugerufen. „Ich muss ja noch treten“, hatte sie den Fahrern auf deren E-Bikes keck geantwortet. Von Drahteseln mit Motor hält Gertrude Klauer nämlich nicht viel.

Dafür aber Margit Meischke. Sie hat sich gerade ein E-Bike zugelegt. Am 1. Mai wird die Schriftführerin der SGO aber nicht darauf Platz nehmen. Denn sie zählt mit Uwe Müller und Andrea Hemberger zum harten Kern des Orga-Teams – und da gibt es alle Hände voll zu tun. Fast 90 Helfer sind an diesem Tag auf den Beinen, bei gutem Wetter rechnet der Verein mit bis zu 600 Gästen. Mehr als 300 Radler und bestimmt ebenso viele Besucher beim Familientag danach. 1989 waren es sogar mal 565 Radfahrer, erinnert sich Müller. Im Vorjahr schauten trotz des schlechten Wetters noch 160 Hobbysportler vorbei – in erster Linie Familien.

Dazu passt dann das, was Andrea Hemberger federführend anbietet. Sie ist für die Kinderbetreuung zuständig: mit Hüpfburg, einer Basketball-Wurfanlage von den Skyliners, Kinderschminken, einem Basteltisch, Staffeleien zum Malen und einer Tombola mit gut 200 Preisen. Hauptgewinn ist ein Fahrrad vom Radsporthaus Kriegelstein, das beim Volksradfahren zudem einen Pannenservice anbietet. Das DRK ist am Sportpark und an der Strecke präsent. Größere Blessuren habe es zum Glück bisher aber nicht gegeben, freut sich das Trio vom Orga-Team.

„Da ist schon ganz Liederbach auf den Beinen“, stuft Andrea Hemberger den 1. Mai bei der SGO gleich hinter dem Straßenfest und dem Weihnachtsmarkt ein. Für den Verein ist es neben dem Oktoberfest und dem Straßenfest die wichtigste Einnahmequelle. Bei 600 Mitgliedern, davon 250 Kinder und Jugendliche in Mannschaften von den Bambinis durchgehend bis zur A-Jugend, fällt fast ständig eine Anschaffung an. „Von solchen Veranstaltungen lebt die Gemeinde“, sieht Uwe Müller noch einen anderen Aspekt. Wichtig sei es, für Leben im Ort zu sorgen. „Ohne den 1. Mai würde schon was fehlen.“ Trotz aller Arbeit ist die Freude groß. Auch bei „Oldie“ Gertrude Klauer, die schon ankündigt: Wenn sie fit bleibe, wolle sie auch mit 90 noch mitradeln.

(wein)

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