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Anna Bankiel und der Gimbacher Hof machen gemeinsame Sache

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Christina Wittekind vom Hof Gimbach und Kürbisexpertin Anna Bankiel gehen gemeinsame Wege – und versprechen sich eine gute Resonanz davon.

Anna Bankiel könnte lange auf den Heuballen sitzen. Traumhaft sei das hier oben rund um den Gimbacher Hof, schwärmt die Liederbacherin. Sie trägt ihren Teil bei: Gemeinsam mit Sonja Pfeiffer bewirtschaftet sie mehrere Felder und sorgt auch hier für eine bunte Note zwischen Kelkheim und Fischbach. Gleich neben der Strohhüpfburg zum Beispiel summt und brummt es. Bankiel hat eine insektenfreundliche Blühwiese mit der Blumengattung der Facelia angelegt. Ein Beitrag des kleinen Unternehmens zur Natur. Drumherum liegen die Felder, mit denen das Geld verdient wird. Hier können die Besucher Blumen selbst pflücken oder Kürbisse ernten.

Weil rund um den „Gimbi“ aber normalerweise der Apfel regiert, ist Anna Bankiel eines Abends auf eine Idee gekommen: Warum nicht die Frucht und das Gemüse bei einem Fest kombinieren? Genau das wird nun mit der Premiere von „Kürbis küsst Apfel“ am Sonntag, 23. September, um 11 Uhr in die Tat umgesetzt. Christina Wittekind, Juniorchefin am Gimbacher Hof, musste bei der Anfrage aus Liederbach nicht überlegen. Schon seit einigen Jahren arbeiten die Kürbis-Produzentin und das Ausflugslokal zusammen. Jedes Jahr gibt es eine ganze Kürbis-Seite in der Speisekarte – und das Gemüse stammt natürlich von Bankiels gepachteten Feldern vor der Haustür. Auch zeitlich passe das bestens rein, betont Wittekind. „Da schließt sich der Kreis“, ist für sie eine kombiniertes Fest mit Apfel und Kürbis eine runde Sache. Und die beiden Frauen sind überzeugt, dass die neue Veranstaltungs-Idee Zukunft haben wird.

Dabei ist der Termin so neu nicht. Der Gimbacher Hof ist Stammgast bei der Kelter-Tour „Zwischen Main und Taunus“ (siehe Text rechts) – dieses Mal am 23. September von 11 bis 18 Uhr. Was liegt da näher, als den Kürbis dort einzubauen? Anna Bankiel kündigt an, rund 20 Sorten anzubraten. Zudem stellt sie alle 50 Arten vor, es gibt die Hüpfburg und ein kleines Fußballfeld. Die Klammer bildet die Apfel-Kürbis-Marmelade, die Bankiel aus den „Partnern“ kreiert hat (Rezept links)

Der Keltertag am „Gimbi“ hat wiederum schon seit Jahren Volksfestcharakter. Natürlich wird im Hof frischer Süßer gepresst, es gibt eine kostenlose Stöffche-Probe im historischen Apfelwein-Keller und eine Kostprobe an internationalen Apfelweinen von der Cider-World in Frankfurt. Ponyreiten und Kinderschminken dürfen für die kleinen Besucher nicht fehlen. Die beiden Organisatorinnen hoffen auf einen guten Zuspruch ihrer Premiere und raten den Besuchern, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen. Zusätzliche Autoparkplätze stehen am Bahnhof oder dem Sportplatz Taunusblick zur Verfügung. Für Anna Bankiel wäre das Fest ein Höhepunkt in einem herausfordernden Jahr. Denn der heiße Sommer hat auch den Kürbissen zugesetzt. „Sie sehen zwar recht schön aus“, sagt sie. Doch die Pflanzen tragen nur ein Drittel der Früchte im Vergleich zu den Vorjahren. Daher wurde der Verkauf zurückgefahren, die Stände bei Kriftel und Sulzbach öffnen nur noch Donnerstag bis Sonntag, die Felder zum Selbsternten sind aber die ganze Woche nutzbar. Da viele Äcker brach liegen, ziehe es Tiere wie Rehe, Kaninchen und Wildschweine zum Kürbis, um sich dort ihre Mahlzeit zu holen, weiß Bankiel. Trotz der Einbußen bei der Ernte wolle sie an Aktionen wie dem Kürbistag für die Liederbachschüler festhalten, betont sie. Gemeinsam bedienen der „Gimbi“ und die Kürbis-Expertin auch einen Trend. Die Menschen wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, weiß Christina Wittekind.

Deshalb unterstützen sich beide Betriebe gerne – und gesund ist das auch noch: So ein Kürbis stärke das Immunsystem und bereite bestens auf die kalte und nasse Jahreszeit vor, weiß Bankiel. Für Sonntag wünscht sich das Duo allerdings noch einmal gutes Wetter – danach dürfe es für die Pflanzen gerne wieder mehr regnen.

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