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Angelika Vogt bekommt zur Erheiterung der anderen Landfrauen einen Kopfverband angelegt. Yvonne Schulze, Ausbilderin beim DRK-Kreisverband (rechts), schaut, dass alles richtig gemacht wird.

Landfrauen

Sie definieren sich nicht übers Kuchenbacken

Die Zeiten, in denen vornehmlich in der Landwirtschaft tätige Frauen dem Verband Deutscher Landfrauen angehörten, ist zumindest in Liederbach schon lange vorüber. Die Landfrauen möchten aktuelle Themen und Interessensgebiete ansprechen. Deshalb gingen sie nun sogar geschlossen zum Erste-Hilfe-Kurs.

„Wir sahen im Verein die Notwendigkeit, so etwas mal anzubieten“, erzählt Angelika Vogt, die Stellvertretende Kassiererin der Liederbacher Landfrauen. Sie steht mit knapp 20 weiteren Teilnehmerinnen in den Räumen des Alten Rathauses in Alt-Niederhofheim und hat im Laufe des Nachmittags bereits einiges aufgefrischt, „was man mal zu Führerschein-Zeiten lernte, aber zum Glück nie anwenden musste“.

Das ist genau das Problem, das die Landfrauen umtrieb. „In unserem Alter kann jedem mal etwas passieren – und auch wenn Anderen etwas zustößt, möchte man schnell und sicher helfen“, erklärt Conny Beckmann, die Stellvertretende Vorsitzende. Idee und Angebot wurden gut angenommen. In Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz und Kursleiterin Yvonne Schulze lernten die Teilnehmerinnen Maßnahmen zum Motto „Fit in Erster Hilfe“. Schulze hat eine Ausbildung zur Lebensretterin und ist vom DRK-Landesverband geschult.

Zu den Themen des Kurses gehörten beispielsweise das Verhalten bei Schock oder Bewusstlosigkeit, die Versorgung stark blutender Wunden, die stabile Seitenlage sowie die Auffrischung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. „Das ist Einiges, was man sich da behalten muss“, weiß die Expertin aus Erfahrung. Doch die Damen seien sehr aufmerksam bei der Sache – und sie versuche, durch viele Fallbeispiele und Anwendungsübungen den theoretischen Teil aufzulockern.

„Yvonne fängt uns gut ein“, hört man es aus dem Kreis der Landfrauen. „Besonders interessant war es zu lernen, wie man einen Verband professionell anlegt. Das ist gar nicht so einfach“, sagt Schriftführerin Susanne van den Wyenbergh. Sie teilt die Ansicht ihrer Vereinskolleginnen, der Verein müsse auch solche Kurse anbieten: Der Verein definiere sich „nicht über das Kuchenbacken“. Die Zeiten, in denen Landfrauen mit Schürze für die Rechte des Berufszweigs der Bäuerin eintraten, stünden nicht mehr im Fokus. Die Gruppe suche sich Themen der heutigen Zeit, die alle Berufsgruppen interessierten, wie eben die Hilfe am Nächsten.

Dass der Spaß nicht zu kurz kommen muss, ist an der fröhlichen Atmosphäre unter den Damen zu merken. Sie lachen und scherzen, sind aber dennoch konzentriert bei den ernsten Themen bei der Sache. Die Dauer des Kurses von vier Stunden vergeht wie im Flug – und wurde dann doch mit einem Landfrauen-Klassiker, einer kleinen Kaffee- und Kreppelpause, aufgelockert.

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