Nur eine kleine, aber sehr fleißige Abordnung: Diese Eichendorff-Schüler sammeln auf dem Gelände rund um das Schwimmbad Müll ein.
+
Nur eine kleine, aber sehr fleißige Abordnung: Diese Eichendorff-Schüler sammeln auf dem Gelände rund um das Schwimmbad Müll ein.

360 Kilo Abfall

800 Eichendorff-Schüler sammeln Müll

Schüler der EDS schafften es, jede Menge Müll in Kelkheim und Umgebung zu sammeln. Die Aktion war Teil der Projektwoche der Schule zur Nachhaltigkeit.

Auf dem Weg von der Eichendorffschule bis zum Toom-Baumarkt sind an jeder Ecke Schüler mit blauen Turnbeuteln, Greifzangen und Müllbeuteln zu sehen. Manche streiten sich, wer am meisten Abfall gesammelt hat, andere machen gerade eine Pause. Auf den gespendeten Turnbeuteln steht in weißer Schrift: Eichendorffschule Kelkheim Münster. Es sind 35 Orte, an denen rund 800 Schüler Müll aufsammeln. Damit stellt die EDS bei der Aktion „Sauberhaftes Hessen – Sauberhafter Schultag“ die zweitgrößte Gruppe im Land unter 145 Schulen. In Kelkheim, Fischbach, Liederbach und an der „Roten Mühle“ geben sie ihr Bestes.

„Wir sind vor allem eine Schule für Kelkheimer und auch Liederbacher, weswegen wir auch dorthin ausschwärmen möchten“, sagt Schulleiter Stefan Haid. Diese Aktion ist Teil der Projektwoche mit dem Thema „Ökologie und Nachhaltigkeit“ der EDS, die alle zwei Jahre angeboten wird. Schüler konnten sich in zahlreiche Projekte einwählen, wie zum Beispiel „Eine Welt ohne Plastik – ist das möglich?“, „Upcycling – Aus Alt mach Neu“ oder „Kreative Kapsel-Kunst“.

Aus dem Kollegium

Die Bewegung für den Aktionstag kam aus dem Kollegium. Nachdem Roland Struwe, Lehrer für Geschichte sowie Politik und Wirtschaft, mit seiner Klasse auf dem Hessentag mit dem Thema Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit zu Gast war, entstand bereits eine grobe Idee für die Projektwoche. Als ihn dann der Handzettel von „REdUSE“, einem Magazin für Lehrerinnen und Lehrer zum Unterrichtsprojekt der Multivision, erreichte, wurden ein Team gegründet und verschiedene Projekte von Lehrern entworfen.

800 von 1200 Schülern der Eichendorffschule nehmen am Müllsammeln teil. Unterstützt werden sie durch das Entsorgungsunternehmen Kilb, zu dem Lehrerin Claudia Peyman engen Kontakt gehalten hat. Die Münsterer Firma holt den Müll an festgelegten Punkten ab und wiegt ihn, um den Erfolg zu messen. Außerdem hat Entsorger Kilb ebenso wie die Stadt Zangen, Handschuhe und die Müllsäcke bereitgestellt. Auch zwei Sponsoren gibt es. Die Bilanz: 360 Kilo Müll, darunter eine Europalette, ein Kuchenteller mit Kuchen und Gabel und ein Weinglas

„Es geht um Sensibilisierung. Alleine wenn man sieht, wie viel Müll in der Umwelt herumliegt, sollte es klar werden, dass die Gesellschaft achtvoller werden muss“, sagt Struwe. Die Schüler werden so mit der Realität konfrontiert, die auch bei einem Vortrag mit einem Film zu ihnen durchdringen soll. „Recycling, Sparsamkeit und Umdenken sind wichtig – vom Papier bis zu Handys. In den Schubladen der Deutschen liegen rund 124 Millionen Handys, die durch ihre wertvollen Materialien wiederverwertet werden können“, erklärt Struwe.

Nun Trennung an EDS?

Ali-Can (13) findet, dass es auch amüsant sein kann, Abfall aufzusammeln: „Lustig ist, dass wir uns streiten, wer am meisten Müll hat. Klar, es kann bald wieder genauso hier im Wald aussehen, aber wenn jeder hier selbst auf seinen Müll achtet, ist schon einmal viel getan.“ Das Bewusstsein für den Müll, den jeder produziert, ist laut Lehrerin Stefanie Sedelmeier eine wichtige Sache: „Im Alltag nimmt man das selbst nicht richtig wahr. Aber nach solchen Aktionen wird mir erst bewusst, wie viel Müll nach zwei Tagen in meinem Haushalt entsteht.“

Insgesamt 200 Millionen Euro Kosten entstehen allein den hessischen Kommunen für die Müllentsorgung im öffentlichen Raum. Das sei ein Thema, das heiß in der Öffentlichkeit diskutiert werde und somit auch dem Zeitgeist helfe, meint Struwe. Maria (12) und Jana (11) sind sich einig: „Früher haben wir zugegebenerweise auch manchmal Müll auf die Straße fallen lassen. Aber jetzt ist es wirklich mal gut, etwas für die Umwelt zu tun.“

Struwe und Haid können sich vorstellen, dieses Projekt in den Schulalltag zu „retten“. So bedauert der Rektor, dass es an den Schulen im Main-Taunus-Kreis keine Mülltrennung gibt. Vielleicht könnte die EDS das selbst in die Hand nehmen, überlegt er laut. Super dreckig sei es an der Gesamtschule sicher nicht – aber Nachholbedarf gebe es sicher noch. „Einer sauberer Raum ist für eine gute Pädagogik notwendig“, weiß Haid. Einen weiteren Schritt in diese Richtung hat die EDS nun getan.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare