Eine Meisterin auf der Orgel

  • VonMelanie Taylor
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Erst wurde Julia Raasch Landessiegerin beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Nun holte die junge Organistin den dritten Platz auf Bundesebene.

Sie spielt bereits anspruchsvolle Stücke von Langlais, Bach, Mendelssohn und vielen anderen berühmten Komponisten. Doch Julia möchte mehr. „Es gibt so wunderschöne Musik“, schwärmt sie. Sie könne gar nicht genug davon bekommen. „Ich will immer besser werden und ganz schwierige Stücke spielen“. Berauschend und erhebend zugleich ist für Julia die Musik. Es ist eine Leidenschaft, die die sympathische 17-Jährige bald zum Beruf machen möchte.

Gleich zwei neue Meilensteine auf diesem Weg erreichte die 17-Jährige schon. Sie absolvierte das Abitur mit einer Gesamtnote von 1,2 und gewann den dritten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in der Sparte Orgel. Erst vor wenigen Monaten hatte die Liederbacherin den Landessieg geholt (wir berichteten). Die erfolgreiche Teilnahme an dem renommierten Wettbewerb ist ein guter Start für ein Berufsleben als Organistin. Die Konkurrenz sei groß, erklärt Julia. Da sei die Teilnahme an Wettbewerben für Musiker einfach unerlässlich. Hinzu kommt, dass die jungen Musiker auf diese Weise ihre Bühnentauglichkeit unter Beweis stellen und Kontakte knüpfen können, die sie ansonsten nicht hätten. „Ich wollte mindestens den dritten Preis“, erzählt Julia. Dass sie dieses Ziel in Hamburg erreicht hat und zufrieden ist mit ihrer Leistung ist, merkt man ihr an. Schon die Zulassung am Bundeswettbewerb sei ein Erfolg und mit einer Auszeichnung habe man auch etwas vorzuzeigen, sagt sie.

Neben Julia sind 15 Organisten in ihrer Altersklasse angetreten, wobei der zweite und dritte Preis mehrfach vergeben wurden. Den ersten Preis erreichte Lukas Katter aus Alzenau.

Disziplin und Begeisterung

Den Ehrgeiz, stets weiter an ihrem Orgel- und Klavierspiel zu arbeiten, zieht Julia aus sich selbst. „Das ist ganz allein ihre Leistung“, bestätigt ihre Mutter, Christine Raasch. Zwar liege die Musikalität in der Familie, doch Julia sei selbst die Triebfeder für ihren Erfolg.

Dass die 17-Jährige diszipliniert und mit Begeisterung übt, führt sie selbst vor allem auf die Freude an der Musik zurück. Zudem macht es ihr Spaß, vor anderen etwas vorzuspielen.

Mit ihrem Orgelspiel fühlt sie sich mittlerweile so wohl, dass sie kaum noch aufgeregt ist, wenn sie sich und ihr Können vor anderen präsentieren muss. Ihr Klavierspiel werde ebenfalls immer besser, erzählt Julia.

Auftritte wie beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ helfen dabei. „Das härtet auch ab“, findet die 17-Jährige. Auch wenn etwas nicht so gut laufe, könne man immer etwas aus der Erfahrung lernen, ist die Liederbacherin überzeugt. So wird jedes Bühnenerlebnis zur Bereicherung.

In wenigen Monaten wird Julia ein Musikstudium beginnen. Voraussichtlich mit dem Schwerpunkt Kirchenmusik. Und danach kann sie sich gut vorstellen, noch ein Dirigentenstudium draufzusatteln. Denn die 17-Jährige hat schon erste Erfahrungen gesammelt, Ensembles zu leiten und träumt davon Orchester-Kompositionen den Klang zu entlocken, den sie sich vorstellt.

Wer Julia einmal „live“ hören möchte, hat dazu jeden Sonntag Gelegenheit. Sie ist nämlich Organistin der evangelische Kirchengemeinde Gemeinde Mammolshain, Neuenhain und Altenhain und spielt dort regelmäßig im Gottesdienst.

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