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„Einfach unbeschreiblich“

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Julia Raasch aus Liederbach, Preisträgerin bei Jugend musiziert
Julia Raasch aus Liederbach, Preisträgerin bei Jugend musiziert © Niklas Mulzer

Die junge Liederbacherin entschied sich vor einigen Jahren für die „Königin der Instrumente“. Sie lernt bei Kronbergs Organist und Kantor Bernhard Zosel.

„Wenn man die Akustik in so einer großen Kirche hört und wie das Orgelgeräusch ertönt – das ist einfach unbeschreiblich“, schwärmt Julia Raasch. Die junge Liederbacherin ist Siegerin des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ im Bereich Orgel.

Über das Klavierspielen ist sie vor einigen Jahren zur Orgel gekommen. „Das kam auch durch meinen Konfirmationsunterricht“, erzählt sie. Seither ist sie drei mal pro Woche am Proben. Sie ist Orgelschülerin des Kronberger Organisten und Kantoren Bernhard Zosel, den sie immer wieder vertritt.

Das intensive Üben zahlt sich für die ehrgeizige 17-Jährige aus. Denn seit Juni 2011 ist sie als Organistin mit einer halben Stelle bei den Gemeinden in Mammolshain, Neuenhain und Altenhain und sorgt regelmäßig für die musikalische Untermalung beim Gottesdienst. Neben der Musik hat sie gerade ihr Abitur geschrieben und bewirbt sich nun deutschlandweit sowie auch in Wien an Hochschulen, um Musik zu studieren. Aktueller Berufswunsch ist Dirigentin. Ihr großes Vorbild ist der Chefdirigent des HR-Orchesters Andrés Orozco-Estrada. „Den habe ich versucht, mal nach einem Konzert abzufangen. Leider erfolglos, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.“

Doch bevor das Studium beginnt, findet vom 22. bis 28. Mai der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Hamburg statt. Julia wird gegen etwa 25 Organisten antreten. Die disziplinierte Schülerin zeigt sich optimistisch. „Toll wäre natürlich der erste Platz, aber ich denke schon, dass ich es unter die Top 3 schaffe.“ Ein erstes Vorspielen vor der Jury – bestehend aus Professoren und Profi-Organisten – verlief zufriedenstellend.

Besonders freut sie sich auf ein Stück, das fast ausschließlich nur mit dem Pedal, also mit den Füßen, gespielt wird. „Ich glaube, es schreckt auch viele Musiker von der Orgel ab, dass man da so viel mit den Füßen spielen muss.“

Ob denn bei so viel Proben noch Zeit für Freunde und Freizeit bleibt? „Naja, so richtig viel Freizeit habe ich leider nicht. Eine Veranstalterin von Jugend musiziert meinte auch, dass in meiner Altersklasse die Teilnehmerzahl total eingebrochen ist, da die Schüler durch G 8 kaum noch Zeit für anderes haben.“ Dennoch merkt man im Gespräch, wie sehr sie dem Wettkampf entgegenfiebert.

(naj)

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