Mit Elvis-Fan Elvis spanisch plaudern

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Elvis Huaman hat seine Bäckerei vor zehn Jahren gegründet. Hier kommen Besucher gerne zu einem Plausch zusammen. Jetzt gibt’s sogar einen Sprachkurs.

Was Kolumbus und Elvis Presley mit Liederbach zu tun haben? Mehr als man denkt: Die beiden historischen Figuren haben nämlich großen Anteil daran, dass sich vor zehn Jahren ein Peruaner aus Lima in der Vortaunusgemeinde niedergelassen und ein kleines Unternehmen – genauer, eine Bäckerei – am Villebonplatz eröffnet hat. Dem King of Rock ’n’ Roll hat Elvis Huaman seinen Vornamen zu verdanken. Dem anderen – Kolumbus – die Lust, einen Kontinent zu entdecken.

Doch der Reihe nach: „Mein Vater war ein totaler Fan von Elvis Presley und seiner Musik“, erzählt der muntere Peruaner. Versteht sich, dass sich seine Eltern durch Rock ’n’ Roll kennenlernten und ebenfalls verständlich, dass sie ihren Erstgeborenen nach Elvis Presley tauften – worüber „ich nicht immer glücklich war“, wie der Wahl-Liederbacher erzählt, der zusammen mit drei Schwestern in Perus Hauptstadt Lima aufwuchs. Schon in jungen Jahren interessierte er sich für die Geschichte seines Heimatlandes und die Historie seiner Entdeckung. „Kolumbus hat Amerika entdeckt – also entdecke ich Europa“, nahm er sich damals vor.

Er hat Wort gehalten: Nachdem er sein Abitur gemacht und eine Ausbildung als Laborant abgeschlossen hatte, entschloss er sich – zum Schrecken seiner Mutter – nach Europa zu gehen. Frankreich und Italien waren erste Stationen, der Liebe wegen kam er dann nach Frankfurt, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete lange Zeit bei einem Finanzunternehmen. Als dort Stellen abgebaut wurden, war für ihn klar: „Ich mache mich selbstständig“.

Das war vor zehn Jahren. Er eröffnete die kleine Bäckerei am Villebonplatz, die er „mein Goldstück“ nennt und die sein zweites Zuhause ist. „Ich bin hier von morgens früh bis abends 18 Uhr.“ Ein zweites Zuhause nicht nur für ihn: Zur Bäckerei gehört das kleine Café, das sich im Laufe der Jahre zu einem Treffpunkt im Zentrum gemausert hat und natürlich mit vielen nostalgischen Starfotos von Elvis, James Dean oder anderen Idolen der 50er Jahre bestückt ist. Nicht nur viele Liederbacher kommen regelmäßig, um bei Kaffee und Kuchen ein Schwätzchen zu halten, sondern auch viele der „Zugezogenen“. Und das ist ein buntes Völkchen: „Es ist unglaublich, wie viele Nationalitäten hier leben“, sagt der umtriebige 56-Jährige. Ganz besonders freut er sich, dass „es hier sehr viele Menschen gibt, die spanisch sprechen“. Das sind nicht nur die zahlreichen, hier lebenden Süd- oder Mittelamerikaner und Spanier, sondern auch viele Deutsche, die diese Sprache irgendwann mal gelernt haben. „Warum nicht ein Angebot auf die Beine stellen, bei dem sich alle, die Lust haben, auf spanisch zu unterhalten, zwanglos treffen und austauschen können?“, dachte er sich.

Elvis Huaman fackelte nicht lange. Genügend Platz hat er in seinem Café und reichlich Ideen sowieso. Es geht ihm nicht allein darum, seine Muttersprache zu pflegen, sondern er will auch einen „kulturellen Austausch etablieren.“ Zum Start des Treffs in seinem Café am kommenden Montag will er den Gästen einen Eindruck der Inka und deren Kultur vermitteln. Peruanische Musik, Tänze oder auch ein kulinarischer Ausflug in die Küche seiner Heimat hat sich Huaman, der in einem Gastromiebetrieb groß wurde, als weitere Themenschwerpunkte vorgenommen. Klar, dass er landestypische Leckereien wie echte peruanische Tapas – „die sind ganz anders als spanische“ – anbieten will. Die wichtigste Zutat steuern die Teilnehmer bei: „Jeder sollte gute Laune mitbringen“.

Der Spanisch-Treff startet am Montag, 2. Februar, um 18 Uhr in der Bäckerei „Elvis“, Villebonplatz 5. Die Teilnahme ist kostenlos. Geplant sind regelmäßige Treffen jeweils am ersten Montag eines Monats.

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