Eva Söllner beim Richtfest für das Haus der Gemeinde am Höhenweg.
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Eva Söllner beim Richtfest für das Haus der Gemeinde am Höhenweg.

Liederbachs Bürgermeisterin

Eva Söllner :"Ich fühle mich getragen von den Bürgern"

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
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Mit großer Mehrheit wählten die Liederbacher die CDU-Politikerin Eva Söllner zum dritten Mal zur Bürgermeisterin. Sie blickt zurück auf einen kräftezehrenden Wahlkampf und nach vorn - auf eine ganze Reihe großer Projekte, die nun anstehen.

Liederbach -"So etwas geht nicht spurlos an einem vorbei. Ich musste erst mal durchatmen und mich sortieren." Das sagt Bürgermeisterin Eva Söllner gut drei Wochen nach ihrer zweiten Wiederwahl. Der etwas andere Wahlkampf mit virtuellen Aktionen, aber trotzdem Präsenz an Ständen und in Bürgersteig- oder Haustür-Gesprächen hat geschlaucht, dass sich die neue und alte Chefin gesundheitlich mal eine kurze Auszeit nehmen musste. Bald stehe endlich mal wieder Urlaub an, sagt sie vor dem Start ihrer dritten Amtszeit. Sie wird offiziell am 23. April beginnen, denn die CDU-Frau wird am Abend zuvor in der ersten Sitzung der Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl ihre erneute Ernennung erhalten.

"Die ersten drei Tage waren turbulent, das Telefon stand nicht still", erinnert sich Söllner an die Momente nach der Wahl am 14. März, die sie mit 62,8 Prozent gegen ihren Herausforderer Thomas Kandziorowsky von der FWG gewann. Auch Besuche und Glückwünsche per Mail oder via sozialer Medien habe es zahlreich gegeben. "Das freut einen auch sehr, das war schon sehr beeindruckend."

Ihr "Entdecker" rief

aus Friesland an

Besonders fasziniert war Söllner über den Anruf von Klaus Wasgien. Der ehemalige Liederbacher wohnt nun in Friesland, verfolgt aber das Geschehen in einer alten Heimat noch genau. Er war damals Fraktionschef der CDU und habe sie für die Kommunalpolitik angeworben, erinnert sich Eva Söllner, die zu dieser Zeit über einen von ihr mitgründeten Montessori-Verein schon in Sachen Betreuung engagiert war. Zuvor habe sie Oliver Hoeppner, Parteichef und Leiter des Ordnungsamtes, schon angerufen, blickt die Bürgermeisterin in diesem Zusammenhang gerne an den Beginn ihrer Politik-Karriere zurück. Mehr als 24 Jahre ist das nun her. Seitdem war Söllner Fraktionschefin, wurde dann zweimal ohne Gegenkandidaten zur Bürgermeisterin gewählt - und setzte sich jetzt auch erstmals gegen Konkurrenz durch.

Keine "lahme Ente"

in der finalen Runde

Anrufe wie die von Wasgien geben der Rathauschefin noch mal einen weiteren Schub für die kommenden sechs Jahre. Glückwünsche und Wahlergebnis sehe sie als "Bestätigung". Sie betont: "Ich fühle mich schon getragen von den Bürgern." Mit diesem Elan wolle sie sich in der dritten und letzten Amtszeit "uneingeschränkt" für die Gemeinde einsetzen. Auch wenn die 60-Jährige damit den Ruhestand im Jahr 2027 zumindest im Fernblick hat, fühle sie sich bei weitem nicht als "Lame Duck", also als "lahme Ente", wie sie klarstellt.

Allerdings ist es auch nicht so, dass die Bürgermeisterin mit der Wiederwahl lauter neue Projekte aus der Schublade holt. "Es ist ganz viel im Fluss", sagt sie mit Blick auf aktuell viele große Projekte für die kleine Gemeinde: "Urbanes Gebiet" hinter dem Sindlinger Weg, die Zukunft der Coca-Cola-Fläche gegenüber, die Ansiedlung des Rewe-Supermarkts und die Entwicklung des "Quartier Mixte" dort, der Bau eines Kindergartens im Gebiet mit der Frage, ob darüber Wohnungen entstehen, das Seniorenwohnen im Quartier mit den jetzt anstehenden Verträgen, die Vergabe der Gemeinde-Wohnungen am Höhenweg sowie neue Satzungen für die Gefahrenabwehr und die Ortsgestaltung. Nicht zu vergessen die Bewältigung der Corona-Pandemie mit Umsetzung der Beschlüsse von Bund und Land. Da bleibe nicht viel Raum für Neues. Allerdings kann sich Söllner zum Beispiel noch einen zusätzlichen Kreisel an der Einfahrt zur Heidesiedlung vorstellen ( Bericht folgt ).

Was sie in ihrer dritten Amtszeit ändern wolle? Intern wolle sie die Digitalisierung vorantreiben und dort "noch mehr Fahrt aufnehmen". Hier müsse die Verwaltung bei dem wichtigen Thema stärker bereit sein für Dinge, die in privaten Haushalten schon längst Praxis sind.

Zufrieden auch

mit Kommunalwahl

Politisch ist sie mit der Lage ihrer Partei im MTK sehr zufrieden. In den Kommunen habe die CDU die Zahl der Sitze weitgehend halten können - mit Hattersheim als Aufsteiger (absolute Mehrheit für die Union) und Kriftel als Konstante. Auch die Liederbacher Union habe mit 40,5 Prozent ein sehr gutes Ergebnis eingefahren, hier seien "Kontinuität und Zuverlässigkeit" honoriert worden. Das müsse aber ein Ansporn sein, diese Politik fortzuführen, erhofft sich die CDU-Frau, die auch im Kreistag sitzt. Es gelte, die Kandidaten, gerade die Neulinge, noch mehr einzubinden. Mit den wechselnden Mehrheiten habe sie in den vergangenen fünf Jahren als Verwaltungschefin "gut arbeiten" können, denn selbst im Zweifel habe die CDU mit Partnern "auf eine breite Basis" setzen können - was zuletzt immer häufiger die SPD war. wein

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