+
Das Feuer in der Asylbewerberunterkunft in Alt Oberliederbach war einer der spektakulärsten Einsätze der Brandschützer in 2017.

Bilanz

Was die Feuerwehr Liederbach jetzt braucht

  • schließen

Alles lief in 2017 prima für die Liederbacher Brandschützer: Immer ist jeder 69. Bürger der Gemeinde in einer der Abteilungen der Feuerwehr aktiv. Trotzdem gibt es Dinge, die noch optimiert werden können.

Dirk Schäfer führt bei der Feuerwehr neben den üblichen Zahlen eine spezielle Statistik. Der Liederbacher Gemeindebrandinspektor vergleicht die Einwohner mit den Mitgliedern der Brandschützer. „Jeder 69. Bürger der Gemeinde, egal ob alt oder jung, ist in einer der Abteilungen der Feuerwehr aktiv“, verkündet Schäfer. Unter dem Strich kann er mit dem Jahr 2017 und den Perspektiven im Bedarfs- und Entwicklungsplan ebenso zufrieden sein. Aber er weiß: „Ausruhen ist nicht angesagt. Das kann nächstes Jahr schon wieder ganz anders aussehen.“

Doch die Früchte der Arbeit ernten, das darf erlaubt sein. Das funktioniert vor allem beim Nachwuchs, hier hat sich die neue Kinderfeuerwehr seit 2012 bewährt. 2015 konnten acht Kräfte aus der Jugend in die Einsatzabteilung übernommen werden, 2017 waren es sieben. Und daher hält Schäfer eine „solide Ausbildungsleistung“ für wichtiger als plakative Einmal-Aktionen (wie etwa die Verteilung von „Lösch-Eimern“ an alle Haushalte) mit großem Aufwand und weniger Nutzen. Dennoch ist eine Image-Kampagne schon seit zwei Jahren geplant.

Schäfer hat derzeit fast einen

Fulltime-Job

bei der Feuerwehr. Der ehrenamtliche Chef betreut zum Teil die hauptamtliche Stelle mit, seitdem Jens Döring aufgehört hat. Er war seit Ende 2014 als Assistent tätig. Nun soll die Stelle neu ausgeschrieben und „am liebsten gestern“ (Schäfer) besetzt werden. Bürgermeisterin Eva Söllner hält das auch für notwendig. „Da sind wir gut aufgestellt“, sagt sie. Mittel- bis langfristig könne sie sich sogar einen zweiten Posten vorstellen, sagt sie. Zur Freude von Schäfer, der eine solche Entwicklung begrüßen würde.

Gerade die Tagesalarmstärke ist ein Sorgenkind, weiß Schäfer. Rein rechnerisch stehe nur jeder sechste Ehrenamtliche tagsüber zur Verfügung. Umso wichtiger sei es, dass die Gemeinde bei der Einstellung neuer Kräfte bei gleicher Qualifikation Feuerwehrleuten eine Chance gibt. Derzeit stehen hier drei Personen zur Verfügung. Das sei ein wichtiger Hebel, weiß Schäfer.

Viel Zeit nimmt zudem die Beschaffung neuer Fahrzeuge ein. Es hat drei Jahre gedauert, bis das HLF 20 Ende 2016 in Betrieb genommen werden konnte. Nun ist der Einsatzleitwagen 1 nach mehr als 20 Jahren fällig. „Da haben wir viele Stunden gesessen“, sagt Schäfer. Nun soll die Ausschreibung kommen. 2021 wäre das Tanklöschfahrzeug dran. In dem Jahr läuft auch der Bedarfs- und Entwicklungsplan aus, dessen Fortschreibung jetzt vom Parlament einstimmig abgesegnet wurde. Ulrich Dietmann habe hier „eine Wahnsinnsarbeit“ geleistet, hebt Schäfer hervor.

Trotz aller Termine – Schäfer hatte mehr als ein Dutzend in zwei Wochen – wirke er „unheimlich gerne in der Feuerwehr“. Ein Grund ist das gute Team, ein weiterer die Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Technik, Gebäude und vor allem Personal böten beste Voraussetzungen. Noch dazu hat Liederbach in diesem Jahr ein Fahrzeug „geschenkt“ bekommen: Die hier stationierte Dekon-P-Einheit (für Personen) hat einen Wagen aus Bad Soden übernommen. Zudem wurde die Kooperation mit den Krifteler Kollegen für Dekon-G (Geräte) intensiviert. Apropos Übung: Im Herbst 2017 wurde ein flächendeckender Stromausfall simuliert. Nun sollen Tipps zum Verhalten als Informationen an die Bürger weitergegeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare