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Symbolbild

Ansätze bei Gewerbesteuer nicht erreicht

Blick auf die aktuellen Zahlen: Liederbach hat finanzielle Sorgen

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Bürgermeisterin Eva Söllner blickte beim Neujahrsempfang zurück und nach vorn – und tat das mit gemischten Gefühlen.

Zentrales Thema beim Neujahrsempfang war das Handwerk. Das wird in Liederbach in diesem Jahr gut zu tun bekommen. Denn Bürgermeisterin Eva Söllner listete in ihrer Ansprache eine Reihe von Projekten auf, die 2019 umgesetzt werden sollen.

Alles voran wird das Rathaus am Villebon-Platz weiter zur Baustelle. Das Projekt hat Ende 2018 mit dem Einbau neuer Fenster begonnen, nun sollen der barrierefreie Umbau mit Glasaufzug außen sowie einer Behindertentoilette folgen. Wenn schon die Handwerker – für die beim Empfang Söllner, Parlamentschefin Karin Schneider und Kammer-Chef Bernd Ehinger als Ehrengast eine Lanze brachen – anrücken, dann soll auch der Ausbau des Dachgeschosses mit neuen Büros in Angriff genommen werden.

Bauprojekte in Liederbach sollen aus Mitteln der Hessenkasse bezahlt werden

Während es hier noch keinen genauen Zeitplan gibt, so ist klar: Im Sommer, nach Ende der Fußball-Saison, soll die Sanierung der sanitären Anlagen im Sportpark umgesetzt werden. Bereits im Frühling soll die Erschließung des Neubaugebietes „Quartier Mixte“ starten. Ebenfalls vorgesehen ist der Neubau des Energiesparhauses in der Heide-Siedlung für bezahlbaren Wohnraum. Hier habe die Gemeinde eine Anhebung der Fördermittel erhalten, verkündete Söllner. Abgerundet wird dies durch die Erneuerung der Skaterbahn „Im Kohlruß“ und die Sanierung der Gartenstraße, zweiter Bauabschnitt. Gemeinsam mit den 500 000 Euro fürs Rathaus sollen diese Projekte aus Mitteln der Hessenkasse (750 000 Euro) für „solide Haushaltsführung“ (Söllner) bezahlt werden.

Beim Blick auf die aktuellen Zahlen von Liederbach wird die Freude rasch getrübt

Auch der Main-Taunus-Kreis habe die Gemeinde Anfang 2018 als „finanzstark“ und die Leistungskraft als „dauerhaft gesichert“ eingestuft, blickte die Bürgermeisterin zurück – und schob einen Wermuttropfen hinterher: „Blickt man auf die aktuellen Zahlen, wird die Freude rasch getrübt.“ Denn nach einem guten Jahr 2017 seien 2018 die Ansätze bei der Gewerbesteuer nicht erreicht, zudem Einbußen bei der Einkommensteuer hingenommen worden. Zudem erhöhte sich der Anteil an der Kreisumlage, was zusammen Mehrkosten von rund einer Million Euro seien, „der keine Mehreinnahmen gegenüberstanden“, so Söllner. Mehr noch: Weil die Bemessungsgrundlage verändert wird, müsse die Kommune trotz Senkung der Kreisumlage weitere 300 000 Euro nach Hofheim überweisen. Das Defizit von 220 000 Euro für den Etat 2019 könne nur durch Rücklagen, nicht aber die von der Politik modifizierte Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer ausgeglichen werden.

Liederbach im Vorjahr "eher in ruhigeren Fahrwassern unterwegs"

Im Vorjahr war die Gemeinde laut Söllner „doch eher im ruhigen Fahrwasser unterwegs“. Sie nannte in der Bilanz den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen (sieben Stationen fehlen), die Umstellung der Straßenlampen auf LED (knapp die Hälfte), die W-LAN-Hotspots, den beliebten neuen Spielplatz in der „Grünen Mitte“ und die kostenlosen Kitas mit Mehrkosten von 270 000 Euro. Söllner: „Trotzdem war es uns wichtig, die Eltern hier zu entlasten.“

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