Bürgermeisterin Eva Söllner, Karl Greiner, Thomas Meyer, Simon Wenig (Weiß Wohnprojekte) und Harald Lehn, Wohnungsbaukoordinator Main-Taunus-Kreis, beim allerersten Spatenstich.
+
Bürgermeisterin Eva Söllner, Karl Greiner, Thomas Meyer, Simon Wenig (Weiß Wohnprojekte) und Harald Lehn, Wohnungsbaukoordinator Main-Taunus-Kreis, beim allerersten Spatenstich.

Neubaugebiet "Quartier Mixte"

Historischer Startschuss mit 45 Mietwohnungen in Liederbach

  • Frank Weiner
    vonFrank Weiner
    schließen
  • Esther Fuchs
    schließen

Nach acht Jahren Planung und Erschließung geht es nun erstmals in die Höhe

Liederbach -Noch sind es großformatige Bilder und Plakate, die dem Betrachter zeigen, was auf dem 3600 Quadratmeter großen Teil des Bauareals "Beim Wehr - südlich des Augrabens" oder auch "Quartier Mixte" entsteht. Aber die erste Tat ist nun erfolgt: Schick und optisch ansprechend kommt es daher, das erste Bauprojekt des "Quartier Mixte" am östlichen Rand der Gemeinde. Das, was Bürgermeisterin Eva Söllner seit Anbeginn der Planungen immer hoffte, "ein Wohngebiet für alle Altersgruppen interessant und ansprechend", rückt mit dem allerersten Spatenstich in greifbare Nähe.

Die vier Häuser sollen in zwei Jahren fertig sein

Mit der Fertigstellung der Erschließungsanlagen wurde am Donnerstag der Grundstein für 45 freifinanzierte Mietwohnungen gelegt. Das Ensemble aus vier Mehrfamilienhäusern ist am Reißbrett des Idsteiner Architekten Dieter Meusel entstanden. "So denn alles planmäßig läuft, rechnen wir mit der Fertigstellung in zwei Jahren, also im Sommer 2022", verrät Karl Greiner, Geschäftsführer der Firmengruppe Weiß aus Hofheim, deren Projektgesellschaft Wohnen am Augraben mbH als Bauherr des ersten Wohnbauvorhabens fungiert. Gesamtkäufer des Ensembles ist die Wertgrund Immobilien AG aus München. Das Unternehmen fühle sich trotzdem der Region verbunden, so Thomas Meyer, Vorstand von Wertgrund. Die Wurzeln der Firma lägen in Rödermark. "Wir planen auch deshalb, das Objekt langfristig in unserem Bestand zu halten", betont Meyer. Verwaltung und Betreuung des Ensembles übernehme die Wertgrund.

Bürgermeisterin Eva Söllner sieht mit dem Baubeginn einen 2012 begonnenen Entwicklungsprozess auf einen guten Weg gebracht. Weitere Bauprojekte sollen in den nächsten Monaten beginnen. In Kürze werden auf dem 5 Hektar großen Areal Ein- und Mehrfamilienhäuser, Seniorenwohnungen (siehe Text rechts), ein Kindergarten, ein Supermarkt sowie ein Hotel entstehen.

"Das ist ein interessantes Projekt", lobt eine Besucherin, die sich aus Bad Soden zum Spatenstich auf den Weg gemacht hat. Sie sei schon länger auf der Suche nach einer passenden Wohnung und hofft, in Liederbach eine neue Bleibe zu finden. "Die Luft ist hier gut. Der Blick perfekt. Das scheint alles zu passen. In Bad Soden ist es sehr teuer. Vielleicht werde ich fündig."

Die geplanten Mietpreise verrät Vermieter Thomas Meyer: "Wir gehen derzeit von 14 Euro pro Quadratmeter aus." Die Wertgrund investiere in typisch deutsche Mieterhaushalte, wobei die in Liederbach entstehenden Wohnungen den üblichen Standard überträfen, sagt Meyer. Die Nähe zu Frankfurt, die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde und die günstige Verkehrsanbindung rechtfertigten die Investition.

"Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt bei 80 Quadratmetern. Die größten Wohnungen haben 120 Quadratmeter", so Meyer. Die Einheiten seien familienfreundlich gestaltet, aber auch für Pärchen und agile Senioren interessant, wirbt Greiner. Ein Lift fährt aus der Tiefgarage alle Etagen an. Die Dachkonstruktionen der Häuser haben geräumige Terrassen, es gibt Tageslichtbäder, separate WCs. Der Wechsel zwischen Sattel- und Flachdächern lockert die Wohnbebauung auf. Traditionelle Elemente, wie Backsteinfassaden, Giebel und Erker, wechseln sich mit schlichter Moderne ab.

"Was lange währt, wird endlich gut. Ich hätte nie gedacht, dass ein Bauprojekt von der Planung bis zur Realisierung so viele Jahre in Anspruch nimmt. Das waren für alle Beteiligten harte Zeiten", sagt die Bürgermeisterin vor dem offiziellen Spatenstich. Ihr Dank gilt auch den Nachbarn, "die diese Bauarbeiten gleichzeitig während der Sanierung der eigenen Wohnanlage akzeptieren", so Eva Söllner.

Anwohner hätten

gerne mitgeredet

Die Worte der Bürgermeisterin wertschätzen die Anwohner. Sie hätten sich jedoch ein Mehr an Kommunikation gewünscht. Ein Nachbar sagt: "Ich wohne schon viele Jahre gerne hier. In meiner Erdgeschosswohnung hatte ich immer einen freien Blick. Nun werde ich künftig auf Parkplätze schauen. Warum sind wir nicht intensiver einbezogen worden? Das ist doch sonst bei anderen Liederbacher Bauprojekten üblich." Der Blick richtet sich nun jedoch in die Zukunft. Alle Seiten hoffen auf gute Nachbarschaftsverhältnisse und eine zügige, unfallfreie Bauabwicklung im "Quartier Mixte".

Noch fünf Bewerber fürs Seniorenwohnen im Rennen

Wie Bürgermeisterin Eva Söllner berichtet, geht es auch in Sachen Seniorenresidenz im "Quartier Mixte" voran. Es ist ein Herzensprojekt der Rathauschefin, das durch einen Bürgerentscheid "Nördlich Weingärten" als Teil eines Baugebiets gestoppt wurde. Deshalb zog die Gemeinde mit der Planung in den Osten Liederbachs um. Dort soll die Anlage für Betreutes Wohnen älterer Menschen umgesetzt werden. Laut Eva Söllner sollten es schon 40 Wohneinheiten wenigstens sein, nach oben sei bis etwa 70 Wohnungen vieles offen.

Die Gemeinde ist gemeinsam mit der Hessischen Landgesellschaft nun den nächsten Verfahrensschritt gegangen, wie die Bürgermeisterin berichtet. Auf die erste Ausschreibung hätten sich sieben Bewerber gemeldet. Daraus wurden nun nach Sichtung der Unterlagen fünf Kandidaten ausgesucht, betont Eva Söllner. Die beiden anderen hätten nicht alle vorgegebenen Kriterien erfüllt. Das Quintett wurde nun aufgefordert, detaillierte Angebote abzugeben. Dann wird eine Vorauswahl für die top Drei getroffen - und letztlich entscheidet die Liederbacher Politik mit, wer das Rennen macht. Vor Weihnachten soll das abgeschlossen sein, hofft Eva Söllner. Es seien sowohl kombinierte Angebote mit einem Investor und einem Betreiber einer Seniorenwohnanlage als auch Bewerbungen aus einer Hand dabei, berichtet sie. efx/wein

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare