Hundekot

Immer wieder Ärger mit den Hunde-Tretminen

Das Problem ist bekannt. Aufklärung erfolgt regelmäßig. Der Nutzen ist begrenzt: Liegengelassener Hundekot ist unappetitlich, stinkt und kann in unserer Nahrungskette landen. In die Büsche geworfene, befüllte Entsorgungsbeutel verschmutzen die Natur. Bürger, Stadt und Landwirte in Liederbach sind erbost.

„Nicht jeder Hundebesitzer ist so, das will ich deutlich sagen. Wir haben es hier mit einer kleinen Gruppe zu tun“, sagt Bürgermeisterin Eva Söllner. Dennoch nerve das Verhalten derer, die einfach nicht kapieren möchten, dass auf Gehwegen, Straßen und Feldern hinterlassener Hundekot einer Ordnungswidrigkeit entspricht, die in Hessen mit 20 Euro Bußgeld bestraft wird.

Leicht aufzufinden sind die Übeltäter am oberen Ende der Leine jedoch nicht. Geschickt schaffen sie es, sich zumeist unbeobachtet vom „Tatort“ zu entfernen. Leserbriefe zur Mahnung sowie Appelle und Aufklärung nützten nichts, weshalb konkrete Maßnahmen gefordert werden. Hierzu gehört beispielsweise die in den USA und Großbritannien praktizierte Form einer DNA-Datenbank, die Hinterlassenschaften dem Verursacher zuweisen und somit den Hundebesitzer stellen. In Großbritannien kann ein nicht entsorgter Hundehaufen mal schnell mit 1000 Pfund Strafe zu Buche schlagen. Die Stadtverwaltung von Barking und Dagenham hat mit DNA-basierten Steckbriefen deutliche Erfolge erzielt. In den USA dürfen Immobilienbesitzer DNA-Proben zur Genehmigung von Haustieren einfordern.

DNA-Idee: Lage diffus

Die technischen Möglichkeiten sind auch in Deutschland vorhanden und könnten zumindest im privatwirtschaftlichen Bereich Anwendung finden. Die rechtliche und administrative Lage ist jedoch kompliziert und eine effektive Umsetzung vor Ort damit unattraktiv. Gemeinden erwägen ernsthafte Regulierungen, bislang mit mäßigem Erfolg. „Denn wir müssen bei allem Ärgernis auch bedenken, dass wir bereits viele Regelungen haben und alles sehr bedauerlich ist für diejenigen, die sich regelkonform verhalten“, betont Eva Söllner.

Sie mahnt daher gebetsmühlenartig zu gegenseitiger Rücksichtnahme und möchte, „dass alle Nutzer von Flur und Feld respektvoll miteinander umgehen“. Eine Gefahrenabwehrsatzung soll dennoch kommen, um das Thema in den Fokus zu rücken. Es sei auch über die Möglichkeiten von DNA-Steckbriefen gesprochen worden. Die Kosten dafür seien allerdings noch unklar.

Kritische Stimmen erklären, dass auch Katzen und andere Tiere in der Natur „ihr Geschäft“ ohne anschließende Entsorgung erledigen. Aber die kleine Gruppe der Missetäter gelte es dennoch ins Visier zu nehmen. Zumal Hundekot – insbesondere auf landwirtschaftlich genutzten Flächen – gesundheitliche Beeinträchtigungen und wirtschaftliche Probleme provozieren kann. „Zurzeit ist das Thema unter den Landwirten zwar nicht so aktuell, denn wir ernten nicht“, weiß Thomas Herr, Ortslandwirt für Liederbach, Münster und Kelkheim. „Aber in den Monaten, in denen Gras gemäht, Stroh gepresst und die Ernte eingebracht wird, sind die Beschwerden da.“ Wer möchte schon Kot im Getreide, das später in Brot und Brötchen landet? Große Probleme sieht Herr in den unachtsam in die Büsche geworfenen, befüllten Hundetüten. Das Plastik verunreinige die Natur. Generell entdeckt der Ortslandwirt immer wieder wilde Müllablagerungen in Feld und Flur. Nicht nur er plädiert für mehr Kontrollen „des Ordnungsamts zu später Stunde.“ Auch die Bürgermeisterin befürwortet intensivere Kontrollen.

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