Die Brücke in Alt Niederhofheim ist eine Problemstelle beim Hochwasser: Über einen Abriss und Neubau wird diskutiert.
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Die Brücke in Alt Niederhofheim ist eine Problemstelle beim Hochwasser: Über einen Abriss und Neubau wird diskutiert.

Hochwasserschutz

In Liederbach gibt es eine Menge Fragen

  • Frank Weiner
    VonFrank Weiner
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Abwasserverband legt in diesem Sommer ein neues Konzept für die Gemeinde vor.

Liederbach -Es ist fast genau ein Jahr her, als der Liederbach über die Ufer trat, ganze Keller und zum Teil Erdgeschosse überschwemmte. Zudem kam das Wasser über die getrockneten Felder geschossen und wurde im Kanal nach oben gedrückt. All das war nach dem Starkregen eine gefährliche Mischung, das Wasser floss sogar in einem regelrechten Bach durch Alt Niederhofheim. Wenn die Bürger nun die aktuell dramatischen Bilder aus Deutschland sehen, dürfte das kaum ein Vergleich sein. Denn Menschenleben und ganze Häuser waren in Liederbach zum Glück nicht gefährdet.

Auch am Liederbach Sorgen sich die Menschen, was in Sachen vorbeugender Hochwasserschutz getan wird. Seit dem Starkregen am 14. August 2020 war das nicht so viel, sagen Kritiker. Die Gemeinde hält viele Planungsschritte im Hintergrund dagegen. Die Dinge müssen mit dem zuständigen Abwasserverband abgesprochen werden.

Profilerweiterung an der Brücke

Doch der Politik ist das offenbar nicht genug. Sie hat das Thema als festen Punkt auf die Tagesordnung des Bauausschusses setzen lassen. Und sie hakt immer wieder nach, wie es um die Lage am Bach bestellt ist. Aktuell lagen zwei Anfragen der Fraktionen FWG und Grüne vor, die nun die Verwaltung beantwortet hat.

Die Grünen wollen wissen, welche Wassermengen die Brücke in Alt Niederhofheim als das Nadelöhr aufnehmen kann. Ursprünglich wäre sie für ein Hochwasser ausreichend gewesen, das statistisch alle 20 Jahre passiert (HQ 20). Durch eine Profilerweiterung oberhalb der Brücke und Vertiefungen des Bachbettes sei 2004 "bereits eine deutliche Verbesserung" erzielt worden, teilt die Gemeinde mit. Diskutiert wurde aber bereits ein Brückenneubau, wofür Geld im Haushalt 2021 bereit stünde. Dann werde ein Durchlass bis zu einem Hochwasser HQ 40, also statistisch alle 40 Jahre, angestrebt, heißt es. Die Verwaltung schränkt dieses Projekt allerdings ein: Da es dort in Alt Niederhofheim auch wegen der angrenzenden Bebauung nur wenig Platz gebe, sei die Errichtung einer neuen Brücke mit mehr Durchlass "mit einem erheblichen Baukostenrisiko verbunden".

Grüne fragen nach Schutzmauer

Die Grünen fragen nach den Auswirkungen bei einem Jahrhunderthochwasser auf die Unterlieger. Da es bereits jetzt rund um die Brücke Ausuferungsflächen gebe, sei dies zu vernachlässigen, heißt es aus dem Rathaus. Vor der Brücke sorgen sich die Grünen noch um die Anwohner des Königsteiner Wegs, deren Keller 2021 ebenfalls überflutet wurden. Die Gemeinde benennt dabei den starken Bewuchs am Bach als Problem, der Hochwasserschutz werde durch die Pflanzen und Verlandungen im Bachbett sogar in etwa halbiert. Dafür sei der Abwasserverband zuständig, die Problematik mit den Verantwortlichen besprochen worden.

Schließlich fragen die Grünen nach einer neuen Hochwasser-Schutzmauer im Bereich "In den Eichen"/"Am Steingarten". Dafür solle die Planung bald beauftragt werden, so die Kommune. Zudem sei mit dem Verband gesprochen worden, um "umgehend" den ebenfalls starken Uferbewuchs sowie die Anlandungen im Bachbett anzugehen.

Eigentümer seien verantwortlich

Die Freien Wähler wollten wissen, welche kurzfristigen Maßnahmen zum Schutz der direkt betroffenen Anwohner geplant seien. Die Gemeinde erklärt, sie habe versucht, die "Komplexität der Thematik" aufzuklären und betont, dass der Schutz der einzelnen Häuser "Sache der Eigentümer ist und bleibt". Doch würden natürlich die Sorgen der Bürger ernst genommen, weshalb mit dem Abwasserverband, Kreis und Regierungspräsidium besprochen worden sei, "welche Häuser durch nicht abstimmungspflichtige Einzelmaßnahmen gesichert werden können". Das betreffe die Anwohner am Königsteiner Weg. Zudem wolle die Gemeinde die Bürger separat informieren und Hilfe anbieten. Vieles hänge letztlich vom neuen Hochwasserschutzkonzept des Abwasserverbandes für den Liederbach ab, das in diesem Sommer vorgelegt werden soll.

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