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„Erhebliche Vertragsverletzungen“: Kündigung für Wirt der Liederbachhalle

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Von: Frank Weiner

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Der Schirm ist eingeklappt, der Betrieb wird in wenigen Tagen enden: Die Liederbachhalle bekommt neue Gastronomen.
Der Schirm ist eingeklappt, der Betrieb wird in wenigen Tagen enden: Die Liederbachhalle bekommt neue Gastronomen. © wein

Überraschendes Aus für den Pächter der Gaststätte in der Liederbachhalle. Doch die Bürgermeisterin spricht von "vielen Vertragsverletzungen", die es im Laufe der Zeit gab.

Liederbach - Im August 2019 legte Evangelos Lanaras als neuer Pächter der Gaststätte in der Liederbachhalle los. Dann hatte er gleich einige sehr gute Monate gehabt - bis Corona kam. Und nun, mitten in der vierten Welle der Pandemie, ist für den Gastronomen nach nur knapp zweieinhalb Jahren schon wieder komplett Schluss. Der Gemeindevorstand habe den Betreibern den Vertrag zum Jahresende gekündigt, bestätigt Bürgermeisterin Eva Söllner auf Anfrage dieser Zeitung. Der Wirt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zu den Gründen für das nach außen durchaus überraschende Aus möchte Söllner nicht allzu viel sagen. Es habe "im Laufe der Zeit zu viele erhebliche Vertragsverletzungen" gegeben, "die man auf Dauer nicht tolerieren kann", macht sie deutlich. Und fügt gleich an: "Den Leuten schmeckt das Essen, die Qualität ist nicht das Problem." Vielmehr hat die Betreiberfamilie andere Pflichten - von den Öffnungszeiten bis zur nächtlichen Schließung der Liederbachhalle als der zentralen öffentlichen Anlaufstelle im Ort, mehr möchte Söllner nicht sagen. Sie lässt aber durchblicken, dass die Probleme auch in diesem organisatorischen Bereich liegen.

Liederbach: Nach gutem Start mit neuem Pächter der Lieder^bachhalle – Reißleine gezogen

Sie sei nach dem Start der Familie Lanaras "so positiv und optimistisch" gestimmt gewesen, blickt die Bürgermeisterin zurück. In der Tat wurden die Speisen dort gelobt, der neue Wirt kam an, die Tische waren oft gut besetzt. Auch in der schweren Corona-Zeit kam die Gemeinde dem Gastronom entgegen, habe ihm die Pacht für die Lockdown-Monate erlassen, berichtet Söllner. Umso enttäuschter ist sie, dass die Kommune jetzt die Reißleine ziehen musste.

Der Betrieb der Liederbachhalle stand somit in den vergangenen Jahren nicht unter dem besten Stern. Denn schon die Vorgängerfamilie Backes ging nicht nur mit einem Lächeln. 15 Jahre waren sie die Chefs zwischen Küche, Tresen und Gastraum. Dann kam die Kündigung, weil "Teile des Vertrags nicht gelebt" worden seien, wie Söllner damals betonte.

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Zudem hatte die Gemeinde den Vertrag auf einen aktuellen Stand bringen, das Konzept auffrischen wollen. Die Familie Backes hätte sich wieder neu bewerben können. Sie beteiligte sich an der Ausschreibung aber nicht mehr, zog in den Harz. Und beklagte zum Schluss eine mangelnde Kommunikation mit der Gemeinde. Nicht so ganz passte für einige außerdem ins Bild, dass Wirt Friedrich Backes in Liederbach bei den Freien Wählern in der Ortspolitik aktiv war.

Nach dieser Kündigung hatte die Gemeinde ein auf die Gastronomie spezialisiertes Fachbüro mit der Ausschreibung beauftragt. Letztlich erhielt die Familie Lanaras den Zuschlag, hier einen griechischen Einschlag in das Lokal zu bringen. Mit dem baldigen erneuten Wechsel werde sich die Verwaltung sicher "wieder einer Unterstützung bedienen", kündigt die Rathauschefin externe Expertenhilfe an. Und wolle das Lokal "so früh wie möglich wieder vergeben". Denn gerade für die Vereine und andere Nutzergruppen zeige es sich immer wieder, "wie wichtig es ist, dass die Halle bewirtschaftet wird", betont Söllner. (Frank Weiner)

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