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Die Taunus Sparkasse an der Bahnstraße wird in einigen Monaten auch die Heimat für die Volksbank sein. Foto: Weiner

Wirtschaft

Liederbach: Volksbank und Taunus Sparkasse ziehen zusammen

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Ab Sommer wird ein Ladenlokal im Zentrum von Liederbach frei. Für die Kunden von Volksbank und Taunus Sparkasse stehen große Veränderungen bevor.

Liederbach - So ein richtiges Zentrum hat die Gemeinde nicht. In den alten Ortskernen von Niederhofheim und Oberliederbach gibt es kaum noch Geschäfte oder Gastronomie. Am Marktplatz sind zwar aktuell keine Leerstände zu verzeichnen, doch wirkliches Leben ist dort auch nicht. Bleibt noch das Quartier rund um das Rathaus, wo die Dichte an Geschäften und Dienstleistern mit am größten ist. Doch hier wird sich das Gesicht in der geografischen Mitte von Liederbach in Zukunft ein wenig verändern.

Aus zwei mach eins: Finanzpunkt-Konzept

Grund sind die Pläne der beiden dort noch verbliebenen Banken - die Taunus Sparkasse ist gleich vorne an der Bahnstraße, die Frankfurter Volksbank schräg gegenüber im Wohn- und Geschäftshaus am Villebon-Platz. Das wird sich in wenigen Monaten ändern. Denn die beiden großen Kreditinstitute im Main-Taunus-Kreis werden auch in Liederbach ihre Kräfte bündeln und aus zwei Filialen eine machen. "Finanzpunkt" heißt das Konzept, bei dem sich die Taunus Sparkasse und die Frankfurter Volksbank die Woche aufteilen. Mal leuchtet das Gebäude blau, und die Vertreter der Volksbank sind für die Kunden da. Mal rot, dann ist die Taunus Sparkasse mit Beratung am Zug. Zudem gibt es einen Selbstbedienungsbereich von beiden Unternehmen mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker.

"Der Umbau zum gemeinsam betriebenen ,Finanzpunkt' von Taunus Sparkasse und Frankfurter Volksbank startet im Juni 2020, die Eröffnung ist im August geplant", teilt nun Sparkassen-Pressesprecher Lars Dieckmann auf Anfrage dieser Zeitung mit. Als Standort ist die bisherige Geschäftsstelle der Taunus Sparkasse an der Bahnstraße 7 vorgesehen. "Was mit dem bisherigen Standort der Frankfurter Volksbank am Villebon-Platz passiert, ist derzeit noch offen", sagt Dieckmann zu einer für viele Liederbacher wichtigen Frage.

Mitarbeiter wechseln sich ab

Der "Finanzpunkt" ist als gemeinsame und mit Mitarbeitern besetzte Geschäftsstelle mit wechselseitigem Betrieb vorgesehen. "Je zwei Mitarbeiter der Taunus Sparkasse und der Frankfurter Volksbank werden an jeweils zwei Tagen in der Woche für ihre Kunden vor Ort sein", erläutert Dieckmann. Dieses Modell habe sich bei den bereits geöffneten "Finanzpunkten", etwa im Bad Sodener Stadtteil Neuenhain, bewährt. Die Liederbacher haben in der Sache noch Glück. Denn manche "Finanzpunkte" sind nur noch Selbstbedienungsfilialen - so sind zum Beispiel in Fischbach keine Mitarbeiter präsent.

Natürlich hat die Gemeinde die Zukunft des dann frei werdenden Ladenlokals der Volksbank im Blick. Leerstände seien nie gut, weiß Bürgermeisterin Eva Söllner. "Wünsche haben wir immer", sagt sie zu möglichen Belebungen. In jedem Fall fehlt in diesem Quartier die Gastronomie - hier ist die Versorgung in ganz Liederbach nicht optimal. Allerdings sei die Immobilie doch sehr auf eine Bank ausgerichtet, deshalb ist die Rathauschefin vorsichtig mit lauten Gedanken und Vorschlägen. Zumal die Gemeinde ohnehin keinen oder nur sehr wenig Einfluss auf die Nachnutzung habe.

Kritik eines Bank-Kunden

Unterdessen hat sich auch die Kundschaft der Banken hier und da geäußert. Der Liederbacher Hans Peter Emert zum Beispiel moniert, dass bei der Volksbank erst der Kontoauszugsdrucker zwei Tage, direkt danach der Geldautomat einen Tag ausgefallen sei. Das passe für ihn nicht zur Darstellung des Unternehmens, das Informations- und Serviceangebot ständig zu verbessern. Er sei grundsätzlich zufrieden mit der Volksbank und deren Geschäftspolitik mit guten Gewinnen, betont Emert, fragt daher aber auch: "Wie passt da jetzt die Zusammenarbeit mit der Taunus Sparkasse und die Schließung der Liederbacher Geschäftsstelle?" Wenn zum Beispiel Schließfächer aufgekündigt und nach Soden verlagert würden, sei das gerade für ältere Menschen keine Verbesserung, so Emert. Von Frank Weiner

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