Mehr Liederbacher, aber weniger Kirchenmitglieder

Nach einem kleinen Einbruch im Jahr 2013, in dem die Zahl der Einwohner auf 9096 geschrumpft war, wächst die Bevölkerung in der Gemeinde wieder.

Nach einem kleinen Einbruch im Jahr 2013, in dem die Zahl der Einwohner auf 9096 geschrumpft war, wächst die Bevölkerung in der Gemeinde wieder. Ende Dezember waren insgesamt 9267 Liederbacher im Rathaus gemeldet und damit 97 mehr als noch ein Jahr zuvor (9170). Die Zahl der Hauptwohnsitze liegt derzeit bei 9072 und die der Nebenwohnsitze bei wie üblich 195. Liederbach ist damit nach Sulzbach mit seinen knapp 8700 Einwohnern die zweitkleinste Kommune des Main-Taunus-Kreises.

Im Vergleich zu den anderen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet ist der Ausländeranteil von 17,9 Prozent jedoch recht hoch und dabei noch einmal gestiegen im Vergleich zu 2014 (16,16 Prozent). Dass in der Vortaunus-Gemeinde insgesamt 1656 Einwohner zum Jahresende ohne deutsche Staatsangehörigkeit gemeldet waren, liegt aber auch an der im Hinblick auf die Gemeindegröße recht hohen Zahl der untergebrachten Flüchtlinge, die derzeit bei 220 liegt. Das sind fast doppelt so viele Flüchtlinge wie Liederbach eigentlich unterbringen müsste, weshalb die Vortaunusgemeinde immer als leuchtendes Beispiel zitiert wird. Von den im Ort lebenden Asylbewerbern sind allein in der Gemeinschaftsunterkunft in Alt-Oberliederbach 180 untergebracht. Und seit November wohnen rund 40 weitere Flüchtlinge im „100-Betten-Haus“ am Sindlinger Weg, dessen Erdgeschoss vom Main-Taunus-Kreis angemietet worden ist. Einige Flüchtlinge sind auch in einem Privathaus in der Heidesiedlung untergebracht.

Derzeit gibt es zwar keine Erkenntnisse, dass die Liederbachhalle als Notunterkunft gebraucht wird. Da die Gemeinde aber nicht weiß, ob und in wie weit der Flüchtlingsstrom anhält, sind mittlerweile schon Veranstalter wie der Jazzclub darauf hingewiesen worden, dass 2017 unter Umständen Termine in der Liederbachhalle abgesagt werden müssen.

Interessant ist an der Bevölkerungsstatistik auch die Zugehörigkeit zu den Konfessionen. Ende 2015 waren in Liederbach 2451 Menschen (2014: 2571) evangelisch und 2216 katholisch (2014: 2245). 4600 Einwohner und damit rund 250 mehr als 2014 gehörten keiner oder einer anderen Konfession an, was dem allgemeinen Trend entspricht, dass nicht wenige Menschen den großen Kirchen den Rücken kehren.

Daneben gibt die Statistik noch Auskunft über die Anzahl der ausgestellten Reisepässe (486 zu 445 in 2014), die bei der Bundesdruckerei in Berlin hergestellt wurden, und die der Personalausweise (603 zu 625 in 2014). Die Anzahl der Kinderreisepässe lag bei 96 (86 in 2014). Daneben wurden von der Gemeinde wieder neun Fischereiausweise ausgestellt, die Angler in ihrem Wohnort beantragen müssen.

(wom)

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