Eröffnung verzögert sich

Spielplatz-Vandalen zerlegen neuen Rollrasen

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Im Vorjahr hatte die Gemeinde auf dem Spielplatz einen Sicherheitsdienst im Einsatz. In diesem Sommer schien das wegen der Baustelle nicht nötig. Nun haben Vandalen doch zugeschlagen.

Bestes Wetter, um draußen zu spielen. Für die daheimgebliebenen Liederbacher Kinder gibt es allerdings eine Anlaufstelle weniger. Sie können den Spielplatz in der „Grünen Mitte“ noch immer nicht nutzen. Zunächst war die Eröffnung Mitte Juni vorgesehen, was sich wegen der verspäteten Lieferung des großen Klettergeräts verzögerte. Bis zum vergangenen Wochenende hofften die Verantwortlichen noch, Mitte Juli den Startschuss geben zu können.

Doch nun wird es die Eröffnung wohl erst Mitte August geben. Darüber ist Bürgermeisterin Eva Söllner ziemlich verärgert. Ihr Frust hat einen handfesten Grund – genauer gesagt, mehrere: Denn aus dem frisch verlegten Rollrasen auf dem Spielplatzgelände haben vor wenigen Tagen Vandalen großflächig Stücke herausgerissen und zum Teil auf den Wackeltieren platziert. „Es ist damit zu rechnen, dass dadurch noch größere Flächen des Rasens kaputtgehen werden“, betont die Rathauschefin und macht ihrem Unmut Luft: „Es fehlen einem die Worte für diese Zerstörungswut, die nicht nur die Fertigstellung des Spielplatzes weiter verzögern wird, sondern auch zusätzliche Kosten verursacht.“ Das Gelände sei eigentlich durch einen Bauzaun abgesichert gewesen. Doch die Zerstörungswut konnte das nicht bremsen. An einer Stelle des Zauns hätten Schellen gefehlt, so verschafften sich die Vandalen Zutritt zur runderneuerten Anlage. Zudem seien Hinterlassenschaften von Hunden und Menschen gefunden worden, sagt Eva Söllner und weiß: „Das geht über einen Dumme-Jungen-Streich hinaus.“

Dass der Spielplatz in der „Grünen Mitte“ Treffpunkt junger Gruppen wird, das ist in der Gemeinde längst bekannt. Immer wieder gibt es Beschwerden über Lärm, Müll, vor allem Glasflaschen mit Alkohol. Im Vorjahr reagierte die Kommune, indem sie einen Sicherheitsdienst dort an den Wochenenden regelmäßig zu verschiedenen Zeiten auf Streife schickte. Das sei jeweils in Absprache mit der Polizei in der Mobilen Jugendarbeit geschehen, berichtet Eva Söllner. Die Kontrolleure lieferten auch hin und wieder traurige Ergebnisse, sie mussten die Polizei einschalten, die dann Platzverweise aussprach. Es habe sogar schon Forderungen gegeben, dort Videokameras aufzustellen, sagt Eva Söllner. Doch das sei von den rechtlichen Möglichkeiten her schwierig.

In diesem Jahr verzichtete die Gemeinde bisher auf den Sicherheitsdienst – denn der Spielplatz ist seit Mitte April Baustelle. Er wurde umgestaltet, mit neuen Spielgeräten aufgewertet – der Rollrasen war nun eine der letzten Maßnahmen. Insgesamt 262 000 Euro soll das Ganze samt einem noch fehlenden Fitnessparcours für jedermann kosten. Die Bürgermeisterin kündigt nun ein Einweihungsfest im August an – mit Kindern, Eltern und den verantwortlichen Firmen. Bis dahin wird auch sie den Atem anhalten, dass die unbelehrbaren Vandalen nicht wieder zuschlagen, und appelliert immer wieder an deren Vernunft. Zudem sollten die Liederbacher gerade dort die Augen aufhalten. Wer zum aktuellen Vandalismusfall etwas beitragen kann, sollte sich ebenfalls im Rathaus unter (0 69) 3 00 98-0 melden.

(wein)

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