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Der Bagger hat schon ganze Arbeit geleistet: Die Überreste des alten Lidl-Marktes aus Holz, Kunststoff, Metall und Steine sind auf dem Gelände verteilt. In wenigen Tagen soll an dieser Stelle mit dem Bau eines neuen Markts begonnen werden.

Neueröffnung im Januar

Stück für Stück wird der alte Lidl-Markt abgerissen

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Auf dem Gelände „Hinter der Mühle“ wird derzeit der 2005 gebaute Lidl-Supermarkt abgerissen. Von August an entsteht dort ein Neubau, der nicht nur größer wird.

Es ist ruhig in den Sommerferien in Liederbach. „Hinter der Mühle“ allerdings ist es in diesen Tagen schon etwas lauter, denn hier leistet ein Bagger ganze Arbeit: Stück für Stück wird der Lidl-Supermarkt aus dem Jahr 2005 abgerissen. Die Moses Abbruch GmbH aus Usingen ist mittendrin. Wegen der Hitze bewässert ein Mitarbeiter immer wieder die Bruchstellen, an denen der Bagger zugebissen hat. Fein säuberlich werden die Bestandteile des ehemaligen Supermarktes zerlegt und getrennt. Zaungäste können die Haufen mit Holz, Kunststoff, Metall und Steinen zwischen den riesigen Containern gut erkennen.

Der Lidl-Konzern informiert am Bauzaun mit großen Plakaten grob über das Projekt. Seit 21. Juli ist geschlossen, die Neueröffnung für den Januar 2019 geplant. Und es werden andere Märkte in der Umgebung genannt, zu denen treue Kunden ausweichen können. Mehr Details gibt es nicht. Wie weitere Recherchen ergeben haben, will das Unternehmen hier einige Millionen Euro in den Bau eines Marktes der neuen Generation stecken. So hieß es zumindest von Lidl am Rande einer Bauausschuss-Sitzung vor gut einem Jahr. Im Detail möchte sich Lidl nicht zu Investitionssummen äußern, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Dafür gibt es einige andere Informationen: Die Abbrucharbeiten sollen laut Stephan Luxem, Immobilienleiter des Lidl-Immobilienbüros Frankfurt, bis zum 3. August beendet sein, am 6. August soll der Bau starten. Die Neueröffnung ist für Ende Januar 2019 geplant.

Der alte Markt soll einem Gebäude mit Pultdach und teilweise verglasten Fronten weichen, die Verkaufsfläche von 875 auf dann rund 1250 Quadratmeter steigen. Der Markt war zwischendurch schon nach und nach vergrößert worden. Am Sortiment mit rund 1800 Produkten soll sich nicht viel ändern. „Die größere Verkaufsfläche nutzen wir für eine ansprechende Warenpräsentation und breite Gänge“, sagt Luxem.

Bis zur Schließung waren dort 24 Mitarbeiter beschäftigt. Geplant sei es, in der neuen Filiale fünf weitere Kollegen zu beschäftigen. Es wird neueste, energiesparende Technik zum Einsatz kommen, so Luxem. Hierzu gehöre unter anderem ein integrales Anlagensystem zur Steuerung der Kühlmöbel, Klimatisierung und Heizung, „wodurch wir keine fossilen Brennstoffe benötigen“. In der Filiale kommt energiesparende LED-Beleuchtung zum Einsatz, „mit der wir bis zu 42 000 Kilowattstunden Strom und rund 17 Tonnen Kohlenstoffdioxidausstoß im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung einsparen“, erläutert Luxem. Im Außenbereich der Filiale soll es dann eine Blumenwiese geben, auf der Wildbienen und andere Insekten Nahrung und Nistmöglichkeiten finden.

Die Gemeinde hat für das Vorhaben den Bebauungsplan geändert. Dieses Areal, auf dem auch noch die weiterhin geöffnete dm-Drogerie steht, wird ein Sondergebiet für den großflächigen Einzelhandel. Wohnbebauung ist daher nicht mehr zulässig. Als Abgrenzung zur den Wohnhäusern war zunächst eine Lärmschutzwand geplant, die aber auf Widerstand stieß. Lidl hat ein zweites Gutachten erstellen lassen – und siehe da: Eine Lärmwand ist nicht mehr notwendig.

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