Tanzen ist ihre Passion: Vor einem Jahr haben Victoria und Teresa Söntgen die ?Tanzetage? an der Feldstraße     übernommen Söntgen.
+
Tanzen ist ihre Passion: Vor einem Jahr haben Victoria und Teresa Söntgen die ?Tanzetage? an der Feldstraße übernommen Söntgen.

Firmenportrait

„Tanzetage“: Die tanzenden Gründerinnen

Tanzen ist nur was für junge Mädchen? Von wegen: Mit diesem Vorurteil räumen die Schwestern Teresa und Victoria Söntgen in ihrer „Tanzetage“ auf, die sie vor einem Jahr übernommen haben. Und die beiden starten mit Verve und vielen Ideen durch.

Lässig lehnen Victoria (36) und Teresa (41) Söntgen an der Ballettstange, doch an Zurücklehnen denken die beiden nicht: „Wir richten den Blick nach vorne, wollen frischen Wind reinbringen und mehr tanzinteressierte Kunden in die ,Tanzetage‘ holen“, sagt Victoria Söntgen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Teresa hat sie im vergangenen Jahr „Die Tanzetage“ an der Feldstraße in Liederbach übernommen – und jetzt ist Durchstarten angesagt. „Nach einigem Hin und Her kam der Entschluss, ,Die Tanzetage‘ von Heide-Marie Böhm-Schmitz zu übernehmen, genau zum richtigen Zeitpunkt“, berichtet die Tanzlehrerin. Seit 2004 arbeitet Victoria Söntgen bereits in der Tanzschule. Nebenbei ist sie seither als Tänzerin und Choreographin an verschiedenen Projekten beteiligt: So tourte sie beispielsweise schon mit diversen Produktionen durch ganz Europa, war als Choreographin für eine große Gala in Heidelberg tätig, tanzte am Nationaltheater Mannheim, dem Theater Erfurt sowie dem Stadttheater Fürth und leitet seit 2007 das Projekt „Tanz ins Alter“, das sie mit einer Kollegin ins Leben gerufen hat. „Wir haben beide die Tänzer-Laufbahn eingeschlagen und sind dann mehr und mehr zum Unterrichten übergegangen“, erzählt Teresa Söntgen, die Jahre lang als erfolgreiche Tänzerin in den Niederlanden gelebt und gearbeitet hat. Unter anderem hat sie an niederländischen Filmen als Tänzerin mitgewirkt, an zahlreichen niederländischen Theatern sowie ebenfalls bei bei Galaveranstaltungen getanzt.

Mit der Übernahme der „Tanzetage“ habe sich eine Wende ergeben, vom hauptberuflichen Tanzen hin zum hauptberuflichen Unterrichten. Doch die Karriere als professionelle Tänzerinnen haben beide nicht an den Nagel gehängt: „Allein die Leitung der ,Tanzetage‘ sichert nicht den Lebensunterhalt. Aber das ist erst mal auch so gewollt. Wir wollen beide noch ein (Tanz-)Leben außerhalb der Tanzschule führen“, erzählt Victoria Söntgen.

„Unsere Räume hier sind klasse. Groß, hell und ohne Ablenkungsmöglichkeiten. Man bleibt fokussiert bei der Arbeit“, berichten Victoria und Teresa Söntgen. Sie sprechen aus Erfahrung. Und das ist auch wichtig, denn die Räume seien dadurch gut als Proberäume für professionelle Tänzer sowie für Profi-Training geeignet.

Die eigenen kleinen „Profis“ trainieren bereits schon in der „Tanzetage“ in der ehemaligen Turnhalle der TSG Niederhofheim. Unter der Leitung von Teresa Söntgen gibt es zwei neue Gruppen, die das Training intensivieren. Ab und zu werden für die Gruppen „Dance Kids“ und „Junior Company“ auch Trainingseinheiten mit Gastdozenten angeboten.

Ihr Können stellen die beiden Gruppen am kommenden Samstag, 17. März, unter Beweis. Erstmals unter eigener Leitung sind die Dozenten mit ihren Gruppen „Dance Kids“ und „Junior Company“ um 20 Uhr im Gallustheater in Frankfurt im Einsatz. „Es wird ein bunter Abend“, verspricht Victoria Söntgen. Die Schwestern schauen dem Event erwartungsvoll und freudig entgegen. Sie und weitere Gastdozenten werden ebenfalls auf der Bühne zu sehen sein. Karten für das Event gibt es im Büro der „Tanzetage“ oder über das Gallustheater. Die Preise liegen bei Kindern bis 12 Jahre bei 8 Euro, bei Jugendlichen und Studierenden bei 10 Euro und für Erwachsene bei 15 Euro.

Besondere Beziehung

Mit dem Gallustheater verbindet die „Tanzetage“ eine besondere Beziehung. Die Liederbacher Tanzschule hat hier bereits kleine Jubiläen gefeiert, und auch die Leiterin Victoria Söntgen hatte hier schon mehrfach Gastspiele. „Unser Ziel ist, regelmäßige Auftritte zu organisieren und so auch ,Die Tanzetage‘ im Raum Frankfurt populär zu machen“, sagt sie.

„Unsere größte Angst war, dass Liederbach zu weit weg vom Ballungszentrum Frankfurt entfernt ist und so die Kunden wegbleiben“, berichten die Inhaberinnen. Sichtlich zufrieden stellen sie jedoch fest: „Diese Angst war unbegründet.“ Dennoch gebe es noch Potenzial nach oben. „Jetzt müssen wir uns nur noch eine Lösung für unseren Boden einfallen lassen“, sagt Victoria Söntgen – und Teresa fügt hinzu: „Der Boden im großen Raum ist toll, aber leider auch sehr empfindlich, weshalb hier nur ohne Schuhe getanzt wird.“ Ideen haben sie schon, doch das wird teuer.

Die Schwestern sind sich einig: „Tanzen ist im menschlichen Wesen fest verankert.“ Aus diesem Grund wollen sie ebenfalls Jungen wie Mädchen ansprechen. Tanzen trage nämlich nicht nur viel zur Körperhaltung bei, sondern Musik und Tanz rege zudem die Fantasie an. „Leider sind gewisse Vorurteile immer noch in der Gesellschaft verankert, zum Beispiel, dass Tanzen nur etwas für Mädchen ist“, wissen die beiden Tänzerinnen. Dem möchten sie gerne entgegenwirken.

Die „Tanzetage“ ist seit 1995 in Liederbach beheimatet. Gegründet wurde sie allerdings schon 1982 von Heide-Marie Böhm-Schmitz in Frankfurt. Unterrichtet werden die Tanzschüler in Ballett, Stepptanz, Modern Dance und Kindertanz. Zusätzlich gibt es immer wieder Workshops, zum Beispiel Hip-Hop oder Yoga, und Veranstaltungen, bei denen alle Altersklassen vertreten sind. Von den 200 Kunden, die „Die Tanzetage“ momentan zählt, sind auch wahre Urgesteine dabei, die schon zu Frankfurter Zeiten hier getanzt haben. „Wir unterrichten nicht nur Kinder“, sagt Victoria Söntgen und fügt an: „Unsere älteste Schülerin ist 82.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare