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Iris Otto

Iris Ottos besonderer Weg zum ersten eigenen Krimi

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Die engagierte Liederbacherin lässt ihre Figuren im Taunus-Örtchen Ebbelheim ermitteln.

Den großen Schritt hatte Iris Otto nicht gewagt – da sprach ihre Nachbarin den wichtigen Satz: „Machen Sie doch mal was, was Ihnen Spaß macht.“ Diese Worte klangen der Liederbacherin wie ein Signal in den Ohren: Sie war 14 Jahre aus ihrem Job als Reiseverkehrskauffrau draußen, die beiden Kinder waren aus dem Gröbsten raus – da kam die Initialzündung aus dem Nachbarhaus. Studieren? Iris Otto überlegte und war bald sicher: „Eigentlich kann ich gleich ein Buch schreiben.“

Das hat die 53-Jährige jetzt getan: Es ist ein Krimi geworden mit dem Titel „Mord kommt vor dem Fall.“ Wer die ersten Zeilen liest, der darf sich freuen auf ein besonderes Werk mit einem ebenso ungewöhnlichen Ermittlerduo im Taunus-Ort Ebbelheim. Was war geschehen? Bademeister Marius entdeckt Kunstspringerin Sarah im Schwimmparadies Taunus – mausetot liegt sie auf dem Dreimeter-Brett. Und plötzlich liegt ihm noch ein Toter zu Füßen. Kein Wunder, dass Marius für den ruppigen Kommissar der Hauptverdächtige ist. Wie gut, dass ihm die alte Dame Rosalie hilft . . .

Dass es ein Krimi werden sollte, war Iris Otto früh klar. Denn sie hat bei Schreibwettbewerben mitgemacht und erfahren: „Die Krimis werden meist ausgewählt.“ Sie lese so etwas gerne, am liebsten mit einer Prise Humor wie bei Rita Falk. Auch Bestseller-Autorin Nele Neuhaus mag sie gerne: „Ich war auf allen ihren Lesungen. Es ist toll, was sie schreibt.“ Nacheifern kommt für sie aber nicht in Frage, sie habe ihren eigenen Stil entwickelt.

Und den „trainierte“ Iris Otto schon früh. Im Deutsch-Unterricht in der Schule sollte jeder eine Szene für ein Theaterstück schreiben – „ich habe ein ganzes Stück geschrieben“. Unter dem Titel „Das Gespenst von Canterville“ wurde es aufgeführt, ihr Manuskript sei aber verloren gegangen. Was aber nicht für ihre ersten Geschichten als Hobbyautorin gilt: Mit „Hope“, wo es um Brieftauben in der Nazi-Zeit geht, hat sie es in eine Anthologie geschafft. Anregungen erhielt Iris Otto nicht durch teure Kurse oder an der Uni. Sie habe sich das Taschenbuch „Von der Idee zum fertigen Text“ gekauft und losgelegt.

Nun hält sie ihr erstes Buch stolz in den Händen. Bei einer Lesung in Liederbach stellt sie es vor (siehe „Info“). Iris Otto hatte mal überlegt, ihre Heimatgemeinde – in der sie seit 1992 lebt – in den Mittelpunkt des Krimis zu rücken. „Aber ein fiktiver Ort ist einfacher. Da kann man die ganze Infrastruktur, die man braucht, reinpacken.“ Dennoch werden die Leute ihren Ort zum Teil wiedererkennen. Die Idee für „Mord kommt vor dem Fall“ sei ihr beim Schwimmen vor etwa zwei Jahren gekommen. „Als ich das Gefühl hatte, das wird was“ – da habe sie jeden Tag geschrieben, am liebsten zu Hause in Ruhe am Schreibtisch. „Tolle Ideen“ holte sie sich von ihrem Mann Matthias, durch „zähe Momente, die es schon gibt“, habe sie sich durchgebissen.

Ein Frusterlebnis war die Suche nach einem Verlag. Acht Briefe gingen raus, fünfmal bekam sie keine Antwort, dazu zwei Absagen und einen Hinweis aufs E-Book. Letztlich gab Iris Otto das Werk selbst im Verlag „tredition“ heraus. Einige Buchhandlungen der Region führen es schon, aktuell steht die kreative Schreib-Phase wegen der Vermarktung etwas hinten an. Doch Ideen für das nächste Werk gibt es schon, eine Fortsetzung aus Ebbelheim sei denkbar, sagt die engagierte Frau, die im Vorstand der Evangelischen Kirchengemeinde sitzt, dort früher Krippenspiele inszenierte, Kinder- und Jugendarbeit machte und jetzt im Chor „Just for fun“ singt. Im Job schrieb sie früher Reiseberichte, schließlich kam sie weit herum – auch privat: Bei Hannover geboren, ging es nach Augsburg, bevor die „Krimi-Hochburg“ Main-Taunus ihre Heimat wurde.

Das Taschenbuch kostet 12,99 Euro (ISBN 978-3-7345-1362-6). Es gibt auch eine Ausgabe mit festem Einband für 20,99 Euro und ein E-Book (3,99 Euro).

(wein)

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