+
Der Rohbau des Erweiterungsbaus ist schon bis in den ersten Stock gediehen. Im Erdgeschoss ist bereits das großzügige Platzangebot der künftigen Mensa zu erkennen.

Erweiterungsbau

Lindenschule: Schulalltag direkt neben der Baustelle

  • schließen

In großen Schritten entsteht auf dem Schulhof der Lindenschule der lange ersehnte Erweiterungsbau. Trotz des neuen Gebäudes werden die Kinder später einen genauso großen Pausenhof haben wie bisher. Auch das grüne Außengelände des Fördervereins bleibt erhalten.

Die Schüler der Lindenschule können derzeit hautnah miterleben, wie ihre Schule wächst. Seit Anfang September vergangenen Jahres der erste Spatenstich gemacht wurde, nimmt der dreistöckige Erweiterungsbau der Grundschule immer mehr Gestalt an. Selbst Schulleiterin Sandra van de Weyer ist überrascht, wie sie sagt, in welchem Tempo dies vonstatten geht.

Sei sie doch anfangs von dem ambitionierten Zeitplan des Schulträgers, dem Main-Taunus-Kreis, eher etwas skeptisch gewesen, könne sie sich nun gut vorstellen, dass in etwa einem Jahr, also Anfang 2020, der Umzug schon sehr konkret wird. Das deckt sich auch mit den Einschätzungen der Fachleute im Landratsamt. Die Rohbauarbeiten im Erdgeschoss seien fertig, gerade sei die Decke erstellt worden, berichtet Kreis-Pressesprecher Johannes Latsch. „Nach aktuellem Stand der Dinge kann der Neubau im ersten Quartal 2020 bezogen werden“.

„Wir freuen uns natürlich schon sehr darauf, wenn der Bau fertig ist und wir mehr Platz bekommen“, sagt die Schulleiterin, auch wenn durch die Baustelle der Schulalltag derzeit mit einigen Einschränkungen verbunden ist, die sich jedoch recht in Grenzen halten würden. Vom Lärm waren bislang am meisten die ersten Klassen betroffen, deren Unterrichtsräume direkt neben der Baustelle liegen. Auch kann derzeit wegen des Auslegerbereichs des Krans das „grüne Außengelände“ nicht genutzt werden, das der Förderverein angelegt hat. Die Spielgeräte dort sind umzäunt. Als Ersatz wurden mobile Spielgeräte wie Tischtennisschläger, Bälle, Fußballtore und Gummitwist angeschafft.

Überdachter Durchgang

Der Erweiterungsbau nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Schulhofs ein und schließt an den Gebäudeteil an, in dem derzeit der Hort untergebracht ist. Für die Flächen, die durch den Erweiterungsbau verloren gehen, gibt es neue dazu, nämlich dort, wo einst der Pavillon des DRK stand. „Wir haben später nicht weniger Schulhofflächen als vorher“, sagt die Schulleiterin. Das sei ihr sehr wichtig, und sie lobt die Architekten, die sich vor Beginn der Planung ganz genau mit der schulischen Situation vertraut gemacht haben. Auf einer Seite des Erweiterungsbaus würde sogar ein überdachter Durchgang entstehen, der später auch als wettergeschützter Bereich für Feste genutzt werden kann.

Auch der schmale Grünstreifen vor dem Schulgebäude zur Lindenstraße hin, der seit kurzem eingezäunt ist, soll eventuell mit von den Schülern genutzt werden. Dort hatten am Donnerstag einige schon große Schneebälle gerollt.

Vorrangig ist natürlich, dass die Schule mehr Platz bekommt. In den letzten Jahren wurde die Raumnot immer dringender. Die Schülerzahlen haben kontinuierlich zugenommen, inzwischen sind bis auf den ersten alle vier Jahrgänge fünfzügig.

Zusammengerückt

Schon seit einigen Jahren wurden die Viertklässler in die Weingartenschule ausgelagert, die wegen der Baustelle nun auch für die Pausen den Schulhof der Gesamtschule nutzen. Man habe das Beste aus den beschränkten räumlichen Kapazitäten gemacht, sagt Sandra van de Weyer. So sei man eben auch näher zusammen gerückt, kann sie dem auch etwas Positives abgewinnen, was allerdings auch nur dann funktioniert, wenn die Zusammenarbeit klappt. I n diesem Zusammenhang betont die Schulleiterin, dass diese mit dem Hort besonders gut ist. Hort und Schule sind seit Jahren sehr eng miteinander verzahnt.

Mit dem erweiterten Platzangebot könnte dann pro Jahrgang eine weitere Ganztagsklasse angeboten werden, denn seit einigen Jahren gehört die Grundschule zu dem Programm „Pakt für den Nachmittag. Derzeit gibt es pro Jahrgang eine Ganztagsklasse, bislang habe sich aber auch der Bedarf nach einer weiteren nicht abgezeichnet, schränkt Sandra van de Weyer ein.

In dem Erweiterungsbau entstehen zwölf neue Klassenräume und sechs Gruppenräume. Dies würde für den derzeitigen Schülerstand gerade so ausreichen, denn in dem alten Bestand werden kleine Klassenräume dann für Gruppenarbeit genutzt. 20 Klassen wird die erweiterte Grundschule haben, derzeit werden 415 Jungen und Mädchen in 19 Klassen schon unterrichtet. Wie lange die erweiterten räumlichen Kapazitäten reichen werden, bleibt abzuwarten.

Herzstück des Erweiterungsbaus wird die Mensa im Erdgeschoss sein. Hier sollen alle Kinder, die im Hort und in der Schule essen, und das sind derzeit rund 330, mittags speisen. Nicht gleichzeitig, sondern in Schichten. Der Kreis hat für den Erweiterungsbau rund acht Millionen Euro kalkuliert. „Die endgültigen Kosten können noch nicht exakt beziffert werden, weil teils noch Ausschreibungen laufen“, sagt der Sprecher des Kreises.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare