Es wurde nicht mehr so viel Geld ausgegeben für Urlaub, Reisen und ähnliches - also wanderte das Geld ins Sparschwein - oder besser ausgedrückt auf das Sparkonto, auch wenn das derzeit alles andere als üppige Zinsen bringt.
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Es wurde nicht mehr so viel Geld ausgegeben für Urlaub, Reisen und ähnliches - also wanderte das Geld ins Sparschwein - oder besser ausgedrückt auf das Sparkonto, auch wenn das derzeit alles andere als üppige Zinsen bringt.

Sparkassen

Main-Taunus: Bürger haben Milliarden auf der hohen Kante

  • vonBarbara Schmidt
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Keine Reisen, kein Restaurantbesuch, kein Theaterabend: Viele Kunden der Naspa und der Taunus-Sparkasse sparen in der Corona-Krise. Und sie schätzen die Filialen ihrer Bankinstitute.

Main-Taunus -Auch im Main-Taunus-Kreis wachsen in der Krise die Sparkonten. Und die Kunden suchen weiter am liebsten den direkten Kontakt zu ihrer Bank, Einsichten, die Vertreter der Taunus-Sparkasse und der Nassauischen Sparkasse (Naspa) mit in den Ausschuss für Eigenbeteiligungen des Kreistags gebracht hatten. Sparkassen sind öffentlich-rechtliche Geldinstitute, sowohl an der Taunus-Sparkasse wie an der Naspa ist der MTK beteiligt.

35 000 Konten haben Kunden aus dem MTK bei der Naspa. Sie machen damit rund zehn Prozent aller Kunden der Bank aus. Sie bringen es gemeinsam auf 1,3 Milliarden Euro Einlagen, das sind 15 Prozent aller Einlagen bei der Naspa. 1,2 Milliarden Kundenkredite (16 Prozent) entfallen auf Bürger aus dem MTK.

Naspa unterhält elf Finanzcenter im MTK

Wie Friedhelm Seekatz, Zentralbereichsleiter Gesamtbank-Steuerung, vor dem Ausschuss für Eigenbetriebe ausführte, ist der "Weg über die Betriebsstellen immer noch für unseren Kunden der Weg, wie er mit der Sparkasse kommunizieren will." Natürlich sei auch die Naspa längst "digital unterwegs", doch werde das Angebot "noch nicht in diesem Umfang genutzt", so Seekatz. Elf Finanzcenter, ein Private Banking Center, ein Firmenkunden-, ein Finanzierungs- und drei SB-Center hat die Naspa im MTK. Während in Hochheim eine Niederlassung geschlossen wurde, eröffnete Ende 2019 in Hattersheim ein neues Finanzcenter.

Zuwächse registriert die Bank laut Seekatz vor allem auf Sparkonten, die mit weniger als 250 000 Euro gefüllt sind. "Es wird nicht mehr so viel ausgegeben für Urlaub, Kinobesuche und anderes", so der Bank-Experte. Naspa-Kunden wollen ihr Geld schnell verfügbar haben. Die Einlagen mit täglicher Fälligkeit bei der Naspa insgesamt sind von 2018 auf 2019 von 6,9 auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein sehr hoher Teil der Gesamt-Spareinlagen, die sich auf 9,4 Milliarden Euro summieren.

Weil die Niedrigzinsphase den Ertrag drückt, sucht auch die Naspa weiter Kosten zu sparen. So wurde in 2019 der Verwaltungsaufwand gegenüber dem Vorjahr weiter verringert, von 200,4 auf 197,5 Millionen Euro. Mit einem Betriebsergebnis von 90,6 Millionen Euro, so Seekatz, liege man über den Erwartungen, aber gegenüber 2018 beträgt der Rückgang 10 Millionen Euro. Als Herausforderungen benannte der Naspa-Vertreter die anhaltende Niedrigzinsphase, die Digitalisierung, die weiter steigende Investitionen erforderlich mache und eine Regulatorik des Bankenwesens, die erhöhte aufsichtsrechtliche Kapitalanforderungen verlangt, sprich, es muss mehr Geld zur Sicherung des Geschäfts zurückgelegt werden. Das gilt genauso für die Taunus-Sparkasse.

Taunus-Sparkasse auf Wachstumskurs

Das sorgte im Ausschuss für die Frage, wie es mit einer Dividende aussehe. Die Eigenkapitalaussstattung habe Priorität, machte Landrat Michael Cyriax (CDU) daraufhin deutlich. Banken und Sparkassen seien gehalten, mit ihren Gewinnen "zurückhaltend umzugehen". Es gelte, sich stark zu machen für mögliche Kreditausfälle.

Auch die Taunus-Sparkasse hat 2019 Gewinn erwirtschaftet, das Ergebnis vor Steuern lag bei 38, 1 Millionen Euro (2018: 39,1 Millionen). Davon wurden 32 Millionen der Reserve zugeführt, für die Krisen-Vorsorge.

Seit 2012 sei man auf fortlaufendem Wachstumskurs, führte Benjamin Ade, Leiter der Gesamtbanksteuerung, im Ausschuss aus. Auch hier wachsen die Spareinlagen: Bei den Privatkunden gab es ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent auf nun 2,9 Milliarden Euro. Dank der Zusammenarbeit mit Vermittlern privater Baufinanzierungen hat die Bank hohe Provisionen eingestrichen, sie stiegen um 38,2 Prozent auf 4,7 Millionen Euro.

In der Corona-Krise hat die Taunus-Sparkasse laut Ade bislang 20,5 Millionen Euro Soforthilfen gewährt, 390,1 Millionen Euro Tilgungsaussetzungen ermöglicht und KfW-Mittel in Höhe von 45,1 Millionen Euro an ihre Kunden weitergegeben. Stolz zeigte sich der Leiter der Gesamtbanksteuerung auf das neue Konzept der gemeinsamen Finanzpunkte mit der Frankfurter Volksbank. Es habe bundesweit für positive Schlagzeilen gesorgt und auch schon erste Nachahmer in Bayern gefunden. Weil sie in der Pandemie bislang ein störungsfreies Online-Banking und eine hohe telefonische Erreichbarkeit (95 Prozent) habe gewährleisten können, sieht Ade zudem eine hohe Kundenzufriedenheit. Auch für Taunus-Sparkassenkunden ist der direkte Draht zu ihrer Hausbank weiter besonders wichtig. babs

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