Sehr ärgerlich: Ein Unbekannter hat auf einem Parkplatz mit seinem Fahrzeug ein Auto beschädigt.
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Sehr ärgerlich: Ein Unbekannter hat auf einem Parkplatz mit seinem Fahrzeug ein Auto beschädigt.

Reingefahren und abgehauen

MTK bei Fahrerflucht in Hessen ganz vorne mit dabei

  • vonTobias Ketter
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Beule in ein anderes Auto reingefahren und abgehauen: Der Main-Taunus-Kreis liegt bei Unfallfluchten im Jahr 2019 deutlich über dem Landesdurchschnitt in Hessen.

Hofheim – Auf den Straßen im Main-Taunus-Kreis ist jede Menge los. Besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag ist das dichte Straßennetz mit insgesamt 54 Autobahnanschlüssen oft stark befahren. Kein Wunder, denn der Kreis liegt mit 1050 Einwohnern pro Quadratkilometer auf Platz zwei der am dichtesten besiedelten Landkreise in Deutschland.

Fahrerflucht in MTK: Hessenweit trauriger Spitzenreiter

Knapp 195.500 Kraftfahrzeuge sind im Kreisgebiet zugelassen. Zehntausende Arbeitnehmer pendeln werktags vor allem nach Frankfurt, Wiesbaden und Mainz. Dabei kommt es immer wieder zu Unfällen mit Verletzten und sogar Toten. Doch wie hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zu den Jahren zuvor entwickelt? Und welche Rolle spielt der Alkohol- und Drogenkonsum dabei? Die Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Main-Taunus für das Jahr 2019 gibt Aufschluss:

Gesamtentwicklung:2019 wurden 5151 Unfälle registriert. Das sind 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, und seit der Erhebung ist es die höchste Unfallzahl im Kreisgebiet. Abgesehen von einem Rückgang im Jahr 2018 ist im Main-Taunus-Kreis seit 2015 ein stetiger Anstieg der Verkehrsunfälle zu erkennen. In ganz Hessen stiegen die Unfallzahlen 2019 um 1,7 Prozent.

Verletzte Personen:Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden lag 2019 bei 559. Bei 453 Unfällen kam es zu leichten Verletzungen. Schwerverletzte wurden bei 101 Fällen gemeldet. 2019 gab es zwei Unfälle mit Verletzten mehr als noch 2018. 704 verletzte Verkehrsteilnehmer verzeichnete die Polizeidirektion im vergangenen Jahr. 2015 waren es 761, und 2018 wurden 720 vermeldet. Die Quote der Unfälle, bei denen Menschen schwer oder leicht verletzt wurden, lag 2019 bei 10,8 Prozent.

Getötete Personen:Im Jahr 2019 ereigneten sich fünf Verkehrsunfälle, bei denen jeweils eine Person tödlich verletzt wurde. Es handelte sich um zwei Motorradfahrer, zwei Fußgänger und einen Beifahrer in einem Auto. Drei der Unfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich in Kelkheim. Jeweils einen Toten gab es in Hofheim und Hochheim. Die Zahl der Unfälle mit Todesfolge ist im Vergleich zum Jahr 2018 um zwei gestiegen. Die meisten getöteten Personen durch Verkehrsunfälle in den vergangenen fünf Jahren gab es 2015. Damals starben sieben Menschen.

Sachschaden:Bei 4592 Unfällen kam es im Vorjahr zu Sachschäden. Das sind 220 mehr als noch im Jahr zuvor. Die Quote der Unfälle, bei denen Schäden an den Fahrzeugen vermeldet wurden, lag 2019 bei 89,1 Prozent. Laut der Polizeidirektion Main-Taunus müsse die Behörde im Bereich der Unfälle mit reinem Sachschaden allerdings von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen.

Drogen und Alkohol:Im Jahr 2019 wurden im Main-Taunus-Kreis 92 Unfälle aufgenommen, bei denen die Fahrzeugführer unter Alkohol oder anderen berauschenden Drogen standen. Das sind drei Unfälle weniger als im Jahr zuvor. Eine Person wurde durch einen unter Alkohol/Drogen stehenden Verkehrsteilnehmer getötet. Es kam zu 28 Verletzungen bei Unfällen, die unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln verursacht wurden. Im vergangenen Jahr erwischte die Polizei bei Kontrollen insgesamt 144 Fahrzeugführer, die unter Alkoholeinfluss standen. 115 Fahrer, bei denen andere Drogen nachgewiesen wurden, überführten die Beamten 2019.

Fahrerflucht in Hessen: Oft Leichtsinn und Selbstüberschätzung

Risikogruppen:An 15,5 Prozent aller Unfälle im Jahr 2019 waren Verkehrsteilnehmer im Alter von 18 bis 24 Jahren beteiligt. Bei Unfällen mit Verletzten liegt die Quote sogar bei 21,8 Prozent und damit um 1,6 Prozent höher als noch 2018. Oftmals seien Leichtsinn und Selbstüberschätzung die Gründe für die hohe Unfallbeteiligung, berichtet die Polizeidirektion. Das begleitende Fahren ab 17 Jahren soll dem entgegenwirken. Die Zahl der durch Menschen über 65 Jahren verursachten Unfälle hat sich in den vergangenen fünf Jahren stark erhöht. 2015 wurden 608 Unfälle durch Senioren verursacht. Im Jahr 2019 waren es 802.

Wildunfälle:Die Anzahl verzeichneter Wildunfälle hat sich in den zurückliegenden fünf Jahren nur geringfügig verändert. 2019 ereigneten sich 243 Unfälle mit Wildtieren. Das waren zehn mehr als im Jahr zuvor. Die Polizei rät: Geschwindigkeit rechtzeitig vermindern, aber nicht zu abrupt abbremsen. Scheinwerfer auf Abblendlicht umschalten. Keinesfalls in den Gegenverkehr ausweichen.

Fahrradunfälle:2019 gab es weniger Fahrradunfälle als im Jahr zuvor. Es ereigneten sich 180 Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. Das sind elf weniger als 2018. Bei über 80 Prozent aller Unfälle, bei denen ein Radfahrer beteiligt war, hat sich dieser verletzt. Laut der Polizeidirektion sei die nicht vorhandene "Knautschzone" der Hauptgrund für das hohe Verletzungsrisiko.

Unfallflucht:Die Zahl der Verkehrsunfälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, also der Unfallflucht, ist im vergangenen Jahr gestiegen. Bei 38 Prozent der Unfälle hat mindestens ein Beteiligter unerlaubt das Weite gesucht. Der Main-Taunus-Kreis liegt deutlich über dem hessischen Durchschnitt. Auf Landesebene liegt die Quote bei rund 30 Prozent. Die Polizei verzeichnete 2019 mit 1961 Unfallfluchten 135 mehr als im Jahr zuvor. 765 Fälle konnten aufgeklärt werden. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort führt mitunter zu erheblichen Strafen. Auch der Führerschein kann entzogen werden. 

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