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Die Preise für Wohnhäuser steigen immer weiter. (Symbolbild)

Immobilien

Steigende Preise für Boden und Wohnhäuser im Main-Taunus-Kreis

"Stabil" nennt das Amt für Bodenmanagement den Immobilienmarkt in seinem jüngsten Bericht. Das heißt aber nicht, dass die Preise für Grundstücke und Wohnhäuser stagnieren.

Main-Taunus - Bei all den Nachrichten über steigende Miet- oder Immobilienpreise verliert man leicht das Gefühl dafür, was teuer ist und was normal. Ganz besonders, wenn in der Nachbarschaft das wohnkostenexplosive Frankfurt liegt. Deshalb hier ein vielleicht hilfreicher Vergleich:

Der Main-Taunus-Kreis ist rund 220 Quadratkilometer groß und hat etwas mehr als 235 000 Einwohner. Der Rheingau-Taunus-Kreis und der Kreis Limburg-Weilburg sind zusammen etwa siebenmal so groß und haben etwas weniger als doppelt so viele Einwohner. In diesen beiden Landkreisen haben im Jahr 2018 zusammen rund 865 Hektar für Geld den Besitzer gewechselt. Im kleinen Main-Taunus-Kreis wurden dagegen nur 163,7 Hektar verkauft oder zur Erbpacht vergeben. Doch während in den beiden großen Kreisen ein Gesamtumsatz von 923 Millionen Euro erzielt wurde, betrug er im MTK 1,3 Milliarden Euro. Massiv weniger Fläche für deutlich mehr Geld also.

Preise steigen und steigen

Der neuste Immobilienmarkt-Bericht des Amts für Bodenmanagement, in dem die Zahlen zusammengetragen wurden, zeigt zudem, dass der Trend anhält. Die Preise stiegen auch 2018 im Main-Taunus-Kreis weiter. Egal, ob Grundstücke bebaut waren oder nicht, ob Doppelhaushälften, Reihenhäuser oder Eigentumswohnungen verkauft wurden: Im Durchschnitt mussten die Käufer dafür tiefer in die Tasche greifen als in den Vorjahren. Nur Landwirtschaftsflächen sind durchschnittlich günstiger geworden - ein Prozent haben sie, verglichen mit 2017, weniger gekostet .

Grundlage des Immobilienmarktberichts sind alle Verträge, die 2018 geschlossen und bei denen Grundstücke verkauft wurden oder bei denen eine Erbpacht eingerichtet wurde. Zusammengenommen waren das im Main-Taunus-Kreis 2871 Verträge - 70 Verträge mehr als im Vorjahr.

Besonders stark sind die Preise für unbebauten Boden gestiegen, auf dem Wohnungen gebaut werden sollen. Flächen also, die im Flächennutzungsplan als Wohn- oder Mischgebiete ausgewiesen sind. Für solche Grundstücke mussten Käufer in den Jahren 2016 bis 2018 durchschnittliche 538 Euro pro Quadratmeter hinblättern. In den Jahren 2014 bis 2016 waren es im Mittel 442 Euro. Innerhalb von wenigen Jahren ist das eine Preissteigerung um 22 Prozent.

Die Preise für Boden und Wohnhäuser steigen im Main-Taunus-Kreis.

Preise schwanken stark

Im Kreis waren die Bauplätze in Hofheim am teuersten. 700 Euro musste man durchschnittlich für den Quadratmeter zahlen. Gefolgt von Hochheim, wo er 584 Euro kostete. Günstiger waren da etwa Flörsheim (394 Euro pro Quadratmeter) und Hattersheim (447 Euro pro Quadratmeter). Daran erkennt man auch, wie stark die Bodenpreise innerhalb des Kreises variieren.

Bei Gewerbeflächen sind die Preise seit 2016 deutlich langsamer gestiegen als die Wohnflächen. 240 Euro zahlten Käufer im Schnitt in den Jahren 2016 bis 2018 für Grundstücke in Gewerbegebieten. Fünf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014 bis 2016. Da waren es 229 Euro pro Quadratmeter.

Bei den Wohnhäusern blieb Bad Soden die teuerste Kommune im Kreis (siehe Grafik). Beispiel frei stehende Eigenheime: Die kosteten im Schnitt 674 282 Euro. Bei Reihenhäusern waren es 529 900 Euro. In Flörsheim sind die eigenen vier Wände am günstigsten zu bekommen. Für frei stehende Eigenheime zahlte man im Schnitt 377 091 Euro. Doch auch im vom Fluglärm geplagten Flörsheim sind die Preise in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Um beim Beispiel der frei stehenden Wohnhäuser zu bleiben: 2013 hatten Käufer im Schnitt noch rund 295 000 Euro gezahlt, 2016 waren es 342 000 Euro und 2018 nocheinmal zehn Prozent mehr.

Doch bevor nun das Gefühl aufkommt, Flörsheim sei nicht teuer, hier noch ein vielleicht hilfreicher Vergleich: Im Kreis Limburg-Weilburg sind diese Durchschnittspreise in keiner Kommune so hoch wie in der Main-und Fluglärmstadt Flörsheim.

von Friedrich Reinhardt

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