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HLB-Werkstattleiter Thomas Erchen zeigt das Schnellladegerät, mit dem die Batterien des E-Busses geladen werden.

Beim Streik kein Ende in Sicht

Neuer Elektrobus zwischen Hofheim und Wildsachsen

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Zwischen Hofheim und Wildsachsen verkehrt jetzt ein Elektrobus. Die Verantwortlichen erhoffen sich wichtige Erkenntnisse für die Umstellung des Busbetriebs auf alternative Antriebe.

Hofheim - Vom heutigen Dienstag an wird erstmals im Main-Taunus-Kreis im fahrplanmäßigen Linienbetrieb ein Elektrobus eingesetzt. Vom Betriebsstart bis um die Mittagszeit sowie am späteren Nachmittag fährt auf der Linie 403 von Hofheim über Langenhain nach Wildsachsen bis zum Wochenende probeweise ein Elektrobus. Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) und die HLB möchten dabei Erfahrungen sammeln, um die Umstellung des Busverkehrs auf andere Antriebsarten vorzubereiten.

"Wer die Strecke schafft, der schafft auch alle anderen im Kreis", erklärt MTV-Geschäftsführer Roland Schmidt, warum die Auswahl ausgerechnet auf die Verbindung zwischen Hofheim und dem kleinsten Stadtteil gefallen ist. Wobei MTV und HLB davon ausgehen, dass die Steigungen für das Fahrzeug mit seinen 250 KW - das sind etwa 400 PS - kein Problem sind. Trotzdem geht es nicht nur um die Reaktionen der Fahrgäste, sondern auch um die technischen Abläufe. Wie wirkt es sich auf die Reichweite aus, so lautet eine der Fragen, dass die Busse ihre Batterien wieder aufladen, wenn sie bergab rollen?

Ergeben sich Schwächen oder Probleme, werde die HLB sich mit den Herstellern in Verbindung setzen, berichtet Peter Runge, der bei der HLB die Abteilung Geschäftsfeldentwicklung leitet. Nach seinen Worten entwickelt sich die Technik in diesem Bereich schnell. Der jetzt eingesetzte Bus schafft 180 bis 200 Kilometer, bevor er wieder aufgeladen werden muss - es sei aber möglich, dass in zwei Jahren die Reichweite der Busse schon bei 250 Kilometern oder mehr liegt.

Mit Elektrobus zwischen Hofheim und Wildsachsen sollen Erfahrungen gesammelt werden

Diese Veränderungen können für den Busverkehr im Kreis wichtig sein, denn aktuell wird der Kauf von drei Elektrobussen vorbereitet. Das Land Hessen wird die Investition - die Rede ist von bis zu 1,8 Millionen Euro - mit etwa 20 Prozent fördern, die Ausschreibung für die Bestellung wird vorbereitet. Mit Lieferzeiten von 12 bis 15 Monaten müsse wegen des hohen Bedarfs gerechnet werden.

Das heißt, dass diese Busse wohl erstmals im Jahre 2021 fahren - gerade noch rechtzeitig, damit Erfahrungen gesammelt werden können für die wenige Jahre später anstehende Neuausschreibung aller Buslinien im Main-Taunus-Kreis. Kreisbeigeordneter und Verkehrsdezernent Johannes Baron betonte, dass man für neue technische Entwicklungen offen sei und sich nicht auf ein System festlegen dürfe. In wenigen Jahren kämen auf der Bahnstrecke nach Königstein wasserstoffgetriebene Züge zum Einsatz. Nach jetziger Einschätzung sind Wasserstoffantriebe bei längeren Strecken sinnvoller, beispielsweise bei den Schnellbussen, und Baron rechnet damit, dass solche auch zum Einsatz kommen. Auf kürzeren Strecken hingegen spreche mehr für die Elektrobusse.

Er sei froh, so Baron, dass die HLB eine Niederlassung in Hofheim habe, so dass man solche Versuche auch realisieren könne. Die HLB ihrerseits will in absehbarer Zeit daran gehen, an ihrem Standort in der Niederhofheimer Straße die notwendige Lade-Infrastruktur zu schaffen. Die könne dann auch von anderen Betreibern genutzt werden, betont HLB-Mann Runge. Wobei es ihm natürlich lieber wäre, wenn sein Unternehmen auch die Busse auf die Straße schicken könnte.

bt

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