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Viele haben Job

Zahlen der Asylbewerber im Main-Taunus-Kreis haben sich normalisiert

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Im Schnitt kommen nur noch acht Personen pro Woche, die der Main-Taunus-Kreis unterbringen muss – auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise waren es wöchentlich 100 Menschen.

Die Bemühungen im Main-Taunus-Kreis um eine gute Integration der Flüchtlinge bringen Erfolge, die sich sehen lassen können. So steht mittlerweile eine große Gruppe in diesem Personenkreis finanziell auf eigenen Füßen. „37,9 Prozent bekommen keine Transferleistungen mehr“, konnte der zuständige Sozialdezernent des MTK, Kreisbeigeordneter Johannes Baron (FDP), gestern im Rahmen eines Pressegesprächs mitteilen. Weder Sozialhilfe noch Wohngeld wird an die betreffenden 1791 Menschen ausgezahlt, sie verdienen genug Geld, um für sich selbst zu sorgen.

3188 anerkannte Flüchtlinge leben aktuell im Main-Taunus-Kreis. 4726 Personen insgesamt hat der MTK seit dem Beginn der sogenannten „Flüchtlings-Welle“ Ende 2014 aufgenommen. In diesem Jahr werde man wohl über die 5000er-Marke kommen, so Baron. Mittlerweile liegt die Zahl der Neuankömmlinge wieder in einem Bereich, wie er vor der dramatischen Zuspitzung vor fünf Jahren üblich war. Im Schnitt acht Personen pro Woche werden dem Kreis von den Aufnahmestelle des Landes zur Unterbringung geschickt. „Im Januar 2016 waren es 100 pro Woche“, erinnert Baron.

Dass die Entwicklung, was die Unterbringung auf dem Arbeitsmarkt betrifft, im vergangenen Jahr positiver verlaufen ist, als der Sozialdezernent selbst es einmal für möglich gehalten hatte, führt Baron nicht zuletzt darauf zurück, dass der Kreis „die richtigen Instrumente entwickelt“ habe, „um das Thema anzupacken“. Dabei habe das Erlernen der deutschen Sprache eine besonders wichtige Rolle gespielt. Der Main-Taunus-Kreis hatte den Flüchtlingen viel schneller als andere ermöglicht, Deutschkurse zu besuchen. Für einen Teil war zunächst ein Alphabetisierungskurs nötig. Insgesamt haben an den Alphabetisierungs-, Sprach- und Werte-Kursen in der Regie der Volkshochschule bislang rund 1600 Flüchtlinge teilgenommen.

Wohnraum-Problem

Baron vergaß gestern nicht, die große Unterstützung durch die vielen Ehrenamtlichen zu erwähnen, die sich zum Teil schon seit Jahren in der Flüchtlingshilfe engagieren, „ohne sie hätten wir es nicht so gut hinbekommen.“

Probleme macht nach wie vor, was von vornherein als besondere Schwierigkeit im Ballungsraum abzusehen war: Der Wohnraum-Mangel sorgt dafür, dass viele Menschen auch nach ihrer Anerkennung nicht aus den Gemeinschaftsunterkünften ausziehen (können), auch wenn sie es eigentlich müssten. 1059 Personen sind es aktuell, das ist mehr als die Hälfte aller derzeit in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Menschen. Deren Zahl liegt laut Kreis bei 2082.

„Wir haben auf das Wohnraum-Problem hingewiesen“, sieht Baron hier auch das Land Hessen in der Mitverantwortung, das bei der Erstellung der Verteilungsschlüssel trotz dieses Einwandes lediglich die bereits in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt lebende Zahl von Ausländern berücksichtigt habe. Als „große Leistung von vielen“ wertet der Kreisbeigeordnete daher, dass im vergangenen Jahr immerhin mehr als 500 anerkannten Flüchtlingen im Kreis habe Wohnraum vermittelt werden können. So lebe jetzt die Mehrzahl aller Flüchtlinge im Kreis, konkret 2541 Personen, in Mietwohnungen. „Das war Ende 2017 noch anders“, so Baron.

Was nicht gelungen sei in den vergangenen fünf Jahren, sei der Bau neuer Sozialwohnungen in den Kommunen des Kreises, obwohl dies von Anfang an als wichtiges Ziel benannt worden sei.

In der vergangenen Woche hatte der Kreis auf Kreisblatt-Nachfrage bestätigt, dass die Gemeinschaftsunterkunft in der Marxheimer Schulstraße geschlossen wird. Im Lauf des Jahres sollen weitere Unterkünfte geräumt werden. Der Kreis habe 2014/15 sehr viele Unterkünfte benötigt, einige hätten „nicht gerade den besten Qualitätsstandard“ gehabt, so Baron. Die Schulstraße gehörte dazu. Laut Stadt Hofheim versorgt sie 18 anerkannte Flüchtlinge aus diesem Haus mit Wohnraum. Aufgeben müsse der Kreis in diesem Jahr auch die Unterkünfte, die ausnahmsweise in Gewerbegebieten gestattet waren, so Baron. Geschlossen werden im ersten Halbjahr 2019 zudem zwei Gemeinschaftsunterkünfte in Bad Soden (Richard-Wagner-Straße) und Kelkheim (Weilbacher Straße). Bis zum Jahresende sollen fünf weitere folgen, und zwar in Schwalbach (Friedrich-Ebert-Straße und Taunusstraße), Flörsheim (Frankfurter Straße und Hafenstraße) und Hochheim (Bahnhofstraße).

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