Tabletten-Lager - die Linken hatten sich im Kreistag für eine Zentral-Apotheke für die Kliniken in Höchst und im MTK stark gemacht.
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Tabletten-Lager - die Linken hatten sich im Kreistag für eine Zentral-Apotheke für die Kliniken in Höchst und im MTK stark gemacht.

Kliniken-Apotheke

Main-Taunus: Kreistag setzt auf Kompetenz der Klinik-Leitung

  • vonBarbara Schmidt
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Es gab keine Mehrheit für den Erhalt der Krankenhaus-Apotheke in Höchst.

Main-Taunus. -Das Thema Klinik-Apotheke in Höchst ist über den Kreistag auch in den Main-Taunus geschwappt. In Frankfurt hatte es deswegen, wie diese Zeitung berichtete, einige politische Aufregung gegeben. Linke und SPD forderten, die Apotheke unbedingt zu erhalten, nachdem bekannt geworden war, dass die Kliniken Frankfurt Main-Taunus planen, die Leistungen der Klinik-Apotheke künftig fremd zu vergeben. Auch die CDU im Frankfurter Westen hatte sich für einen Verbleib der Klinik-Apotheke ausgesprochen.

Im Kreistag brachte die Linke das Thema aufs Tapet. Sie regte an, statt des geplanten Outsourcing eine zentrale Krankenhaus-Apotheke einzurichten, die für beide Verbundpartner, also auch für die Kliniken des Main-Taunus-Kreises, zuständig sein solle. Die große Mehrheit im Kreistag mochte sich diese Idee indes nicht zu eigen machen. Albrecht Kündiger (Grüne) sprach für die Koalition aus CDU, FDP und Grünen und wies auf die große Leistung hin, die es bedeutet habe, die defizitären Kliniken wieder finanziell in gutes Fahrwasser zu bringen, so dass eine drohende Privatisierung, wie etwa in Offenbach erfolgt, kein Thema mehr sei. Trotz der sehr schwierigen Entwicklung im Krankenhaussektor seien die Kliniken des Main-Taunus-Kreises mit der Verbund-Lösung jetzt "auf sehr guter Linie und wir können alle hochzufrieden sein mit der jetzigen Geschäftsführung", so Kündiger. Als Politiker seien die Kreistagsmitglieder "ganz weit entfernt" von Fachthemen wie eben dem, ob eine Apotheke sein müsse oder die Leistung genauso von außen erbracht werden könne. Die Kliniken-Geschäftsführung habe in der Vergangenheit gezeigt, dass sie nicht per se für eine Auslagerung von Dienstleistungen sei. Sie habe im Gegenteil etwa im Bereich IT oder Reinigung sogar wieder manches in Kliniken-Regie zurückgeholt. So, wie die Geschäftsführung bisher arbeite, wolle er sich nicht herausnehmen zu bewerten, ob sie in Sachen Kliniken-Apotheke richtig oder falsch liege. Auch hier das Vertrauen in die Geschäftsführung zu setzen, dass diese schon das Richtige tue, könne er jedenfalls nur empfehlen. "Wir müssen das Signal geben, dass wir hinter dieser Geschäftsführung stehen", so der Grüne Kreistagsabgeordnete.

Auch Bernd Fuchs (FW) machte deutlich, seine Fraktion habe "hier Vertrauen in die Klinik-Leitung", wenn diese zu dem Schluss gekommen sei, dass eine externe Medikamentenversorgung wirtschaftlicher sei und den Patienten keine Nachteile bringe. Das sah die FDP genauso. Die AfD kam nach Kündigers Ausführungen zu dem Schluss, das Apotheken-Thema sei nichts, "mit dem sich ein Kreistag beschäftigen sollte",

Da nützte es auch nichts, dass Dr. Barbara Grassel und Beate Ullrich-Graf für die Linke noch einmal darauf hinwiesen, dass eine Apotheke vor Ort Wege spare und so schneller Patienten zur notwendigen Arznei kämen. Zudem könnten etwa für Krebspatienten individuell Mittel hergestellt werden. Hier gehe es zudem darum, dass "Personal abgewickelt" werden solle. "Es wird immer nur wirtschaftlich argumentiert", beklagte Ullrich-Graf.

Die große Mehrheit des Hauses sah es anders, der Antrag der Linken wurde abgelehnt. babs

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