Waren 2018 noch Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie GmbH: Mathias Bausback (rechts) und Markus Töpfer. archiv-FOTO: nie
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Waren 2018 noch Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie GmbH: Mathias Bausback (rechts) und Markus Töpfer. archiv-FOTO: nie

AUSSCHUSS

Main-Taunus: Was macht eigentlich Dr. Bausback?

  • VonBarbara Schmidt
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Der Vertrag des hochdotierten Ex-Geschäftsführers der Rhein-Main-Deponie (RMD) und der Main-Taunus-Recycling-Gesellschaft (MTR) läuft noch bis 2022

Main-Taunus -Heute steht im Ausschuss für Eigenbetriebe des Kreistags eine weitere Anfrage der SPD zum Thema Rhein-Main-Deponie (RMD) und Main-Taunus-Recycling-Gesellschaft (MTR) auf der Tagesordnung. Allerdings wird diese wohl in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt, das ist bei Personalangelegenheiten üblich.

In diesem Fall geht es allerdings - ganz passend zum Thema Abfallbeseitigung - um verbranntes Geld. Und das zahlt immer, wenn die Politik so etwas verursacht, der Steuer- oder Gebührenzahler.

Wissen will die SPD unter anderem, ob der frühere Geschäftsführer der RMD, Dr. Mathias Bausback, auch heute noch einen Dienstwagen der RMD nutzt. Das beantwortet der Kreisausschuss mit einem klaren Ja, wie im Bürgerinformationssystem in der entsprechenden Vorlage nachlesbar. Begründet wird das damit, dass Bausback zwar "sein Amt als Geschäftsführer in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat niedergelegt" habe, sein Vertrag allerdings noch bis zum 31. März 2022 weiterlaufe. Neben dem Dienstwagen dürfte Bausback also bis dahin auch sein Gehalt bekommen. 92 477 Euro pro Jahr beträgt es bei der MTR, 72 000 Euro sind es bei der RMD, so ist es im Beteiligungsbericht des Main-Taunus-Kreises für das Jahr 2019 veröffentlicht.

Noch arbeitet der als Nachfolger von Gerd Mehler Anfang April 2017 zum Geschäftsführer von RMD und MTR bestellte Bausback, der auch schon für die Deutsche Bank, Price Waterhouse Cooper und Bombardier tätig war, im Main-Taunus-Kreis. Er ist Geschäftsführer der Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach (GRKW) sowie der Regionalpark RheinMain Pilot. Während er für letztere unentgeltlich arbeitet, gibt's für die Tätigkeit bei der GRKW laut Kreis monatlich 500 Euro brutto.

Die SPD wollte in ihrer Anfrage vom Februar auch wissen, wie sich die Weiterbeschäftigung Bausbacks "im Einflussbereich des MTK" erkläre, da die Geschäftsführertätigkeit bei der RMD/MTR doch immerhin vorzeitig beendet wurde. Zu Anfang März 2020 war das, seither ist Beate Ibiß alleinige Geschäftsführerin. Die Antwort des Kreisausschusses: Bausback sei "erfolgreich als Geschäftsführer von GRKW und Regionalpark Pilot tätig". Daher bestehe "keine Veranlassung, diese Tätigkeit zu beenden". Rechtsstreitigkeiten, nach denen die SPD auch noch gefragt hatte, gebe es mit Dr. Bausback nicht, versichert der Kreis, der gerade erst ein von ihm angestrengtes Schadenersatz-Verfahren gegen die früheren Geschäftsführer Gerd Mehler und Markus Töpfer verloren hat. Töpfer, mittlerweile Chef der Abfallwirtschaft in Stuttgart, hatte zudem seinen Rauswurf bei der RMD nicht hingenommen und sich eine hohe Abfindung erklagt.

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