In einer groß angelegten Sonderaktion wurden und werden Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, des Katastrophenschutzes, des THW und anderer ehrenamtlicher Hilfsorganisationen geimpft.
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In einer groß angelegten Sonderaktion wurden und werden Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, des Katastrophenschutzes, des THW und anderer ehrenamtlicher Hilfsorganisationen geimpft.

Pandemie

Main-Taunus:Am Mittwoch sind unsere Retter alle geimpft

  • vonStephanie Kreuzer
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Es gibt eine große Sonderaktion für 1200 ehrenamtliche Einsatzkräfte im Main-Taunus-Kreis.

Hofheim/Weilbach -Immer elf Personen müssen es zeitgleich sein, darauf wird geachtet, denn die Charge soll optimal genutzt werden. Doch hier in der Katastrophenschutzhalle des Main-Taunus-Kreises in Weilbach lässt niemand auf sich warten, denn dieser Termin war von den meisten ersehnt worden. Endlich konnten sich die - ehrenamtlichen - Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Katastrophenschutzeinheiten gegen Corona impfen lassen. Voraussetzung war, dass in den vergangenen sechs Monaten keine Corona-Infektion vorlag und in den 14 Tagen zuvor keine andere Impfung erfolgt ist.

Mit Öffnung der Anmeldung zur Prioritätengruppe 3 Ende April ging es richtig schnell: Bereits am vergangenen Mittwoch wurden die ersten Feuerwehrleute geimpft, und wenn die umfassende Aktion nach vier Impftagen abgeschlossen sein wird, haben rund 1200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Katastrophenschutz, darunter THW-Helfer und Notfallseelsorger, ihre erste Dosis des Impfstoffs Moderna erhalten. Um bei eventuellen Impfreaktionen die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden, achteten gerade die Wehren darauf, dass ihre Mitglieder sukzessive an unterschiedlichen Tagen geimpft wurden. Die Zweitimpfung ist für die erste Junihälfte geplant.

"Die Vorbereitungen für die Impfungen liefen schon länger", heißt es aus dem Landratsamt in Hofheim. Das Amt für Brandschutz und Rettungswesen hatte unter Leitung von Kreisbrandinspektor Kai Beuthien ein Projektplanungsteam gebildet. Anfang April wurden die Impfwilligen erfasst und ein Konzept entwickelt. Nach Bereinigung der Listen (Doppelnennungen, Impfausschluss, zwischenzeitliche Impfungen) konnte die Aktion pünktlich starten. "Bei ihren Einsätzen kommen die Kräfte auch in Kontakt mit Corona-Infizierten. Deshalb müssen sie schnellstmöglich geschützt werden - letztlich auch, um ihre eigenen Familien zu schützen", so Amtsleiter Andreas Koppe. "Die Einsatzkräfte leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie."

Die logistische Meisterleistung von Beuthien und seinem Team, das die zentrale Impfstelle für die Einsatzkräfte mit Unterstützung des Impfzentrums organisiert hat, würdigt auch Landrat Michael Cyriax. Sobald ausreichend Impfstoff vorhanden war, habe der Kreis diese Aktion mit drei mobilen Impfteams von DRK und ASB in die Wege geleitet. "Damit setzen wir ein Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung des großen ehrenamtlichen Engagements und der Risiken, die damit eingegangen werden. Es gibt keine Sicherheit ohne Sicherheit der Einsatzkräfte, die rund um die Uhr bereit sind, Menschen in Notfällen zu helfen. Wir danken den Wehren, dass sie sich impfen lassen."

Nicht zuletzt die Einsatzkräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) freuen sich darüber, bei dieser Impfaktion berücksichtigt zu werden. "Es ist großartig, dass auch wir nun so schnell drankamen mit dem Impfen. Hier ist das toll organisiert, es ging alles ganz flott, und jeder war super freundlich", lobt Notfallseelsorgerin Jutta vom Dahl. Nach Vorlage des Personalausweises und der ausgefüllten Bögen für Anamnese, Aufklärung und Einwilligung wurden elfköpfige Gruppen gebildet. Wer noch Fragen hatte, der konnte die sich von einem Arzt beantworten lassen. Dann ging es direkt in die "Impfstraße", und kaum hatte man seinen Impfpass und die Krankenversichertenkarte ausgehändigt, saß die Spritze schon im Oberarm. Danach noch eine Viertelstunde im Ruhebereich verbleiben, und damit war der erste wichtige Schritt geschafft.

Auch Ines Schäfer ist rundum zufrieden: "Die Notfallseelsorge funktioniert nur gut im Zusammenspiel mit Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, und dass wir jetzt geimpft werden, zeigt, dass das auch im Landkreis so wahrgenommen wird. In naher Zukunft haben wir dann die Möglichkeit, bei unseren Einsätzen vor Ort mit den Betroffenen wieder näher in Kontakt zu treten."

Mehr als 60 000 Menschen im MTK sind schon geimpft

Die Corona-Impfungen im Main-Taunus-Kreis kommen deutlich voran. Mittlerweile sind durch das Impfzentrum und seine mobilen Teams mehr als 60 000 Personen mindestens einmal geimpft worden. Mehr als 1600 Termine davon seien über die "Impfbrücke" an Nachrücker vergeben worden. Die Entwicklung habe an Fahrt aufgenommen, so Landrat Michael Cyriax. "Es hat Wochen gedauert, bis wir die ersten paar Tausend Personen impfen konnten, jetzt sind innerhalb kurzer Zeit Zehntausende dazugekommen." Das Impfzentrum in Hattersheim sei zwar auf 1200 Impfungen pro Tag ausgelegt, könne aber mehr bewältigen. skr

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