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Eintracht-Fans in vorweihnachtlicher Stimmung. Vorne, von links: Harry Brack, Sonja und Ralph Becker und Eva Schydo, dahinter Thorsten Fries, Peter Christ, Jochen Hensel und Mikel Nickolai.

Weihnachtsmarkt in Weilbach

Der Markt und die Eintracht-Fans

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Viele Menschen schreiben zu Weihnachten Wunschlisten für Geschenke. Die Weilbacher wünschten sich auf dem Weihnachtsmarkt vor zehn Jahren einen Fußball-Fanclub. Inzwischen gibt es ihn – und beim Markt am Samstag hatte er einen Stand.

Beim Weihnachtsmarkt hat alles begonnen: Die Weilbacher Harry Brack, Mikel Nickolai und Thorsten Fries mischten sich vor zehn Jahren zum ersten Mal unter die festlichen Stände am Haus am Weilbach. Drei mal drei Meter maß der überschaubare Pavillon, der für den Zweck des Trios jedoch völlig ausreichte. Die Freunde wollten keine Waffeln oder Laubsägearbeiten verkaufen, sondern einen Eintracht-Fanclub (EFC) gründen. Der Weihnachtsmarkt war die ideale Plattform, um erstmals öffentlich für die Idee zu werben.

Es habe nur etwa zwei Stunden gedauert, bis er neue Listen für Unterschriften ausdrucken musste, erzählt Harry Brack. Mehr als 30 Weihnachtsmarktbesucher unterschrieben vor zehn Jahren für den Weilbacher Fanclub. Damit war die Bedingung von mindestens 12 Unterstützern, die die Eintracht offiziellen Fanclubs vorgibt, schon vor der Gründung locker erfüllt.

Die Weilbacher gingen gewissermaßen gleich zu Beginn der ersten Halbzeit haushoch in Führung. Heute zählt der EFC Fuchselöcher 120 Mitglieder. Aus dem Drei-Meter-Pavillon ist ein acht Meter langes Zelt geworden.

Obwohl die Weilbacher Eintracht-Fans früh punkteten, ging die Gründung ihres Vereins in die Verlängerung: Harry Brack erinnert sich, dass er die Einladungen für die Gründungsversammlung etwas voreilig im Ort verteilt hatte. An einem Mittwoch im Februar 2007 sollte der EFC aus der Taufe gehoben werden. Blöd war nur, dass die Eintracht ausgerechnet an diesem Termin ein Pokalspiel angesetzt hatte. Also hieß es: Kommando zurück! Brack zog erneut durch den Ort und warf interessierten Weilbachern eine zweite Nachricht ein.

Wenige Wochen später war es dann aber tatsächlich soweit: Im März 2007 gründeten mehr als 30 Weilbacher den EFC mit Harry Brack als Präsidenten. Einer der Gründer war Andreas Zippel, der durch die Aktion auf dem Weihnachtsmarkt von den Plänen gehört hatte. Der Weilbacher kam zur Gründungsversammlung, wo er schnell überzeugt wurde. „Da waren viele coole Leute. Das hat mir gefallen“, sagt Zippel, der vorher alleine ins Stadion fuhr.

Mittlerweile verfügt der Weilbacher EFC über 16 Dauerkarten, die von den Mitgliedern genutzt werden. Gemeinsame Stadionbesuche waren ein Ziel, das den Ausschlag für die Gründung des Vereins gegeben hatte: Die Idee sei im Jahr 2006 nach dem DFB-Pokalfinale in Berlin geboren worden, berichtet Mikel Nickolai. Beim Stadionbesuch in der Hauptstadt sei er mit seinen Freunden auf mehrere Weilbacher Fans getroffen. Wenn man sich sowieso überall begegne, könne man auch gleich einen Fanclub gründen, beschreibt Nickolai die Logik. Seit der Gründungsversammlung haben die Weilbacher einiges mit ihrer Diva vom Main durchgemacht. Am Wochenende war die Stimmung im EFC-Zelt aber hervorragend. Man habe den Weihnachtsmarkt selten mit so vielen Punkten gefeiert, wie in diesem Jahr, sagt Mikel Nickolai. Er hofft allerdings, dass dies kein schlechtes Omen ist. Das letzte Mal, als die Eintracht bereits zur Winterpause so gut dastand, sei im Jahr 2010 gewesen, erinnert er sich. Damals stieg die Eintracht allerdings zum Ende der Saison ab.

Nickolai wünscht sich für das Jahr des zehnjährigen EFC-Bestehens, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzt und die Eintracht auch im Europa-Pokal mitmischt. Der Verein wird seinen runden Geburtstag aber unabhängig vom Abschneiden der SGE ausgiebig feiern. „Nächstes Jahr geht’s rund“, betont Harry Brack. Der EFC plane eine große Veranstaltung in der Weilbachhalle. Mehr soll derzeit aber noch nicht verraten werden.

(sas)

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