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Kameramann Philip dreht mit Hauptdarstellerin Smilla (auf dem Bett) und weiteren Mitschülern eine Szene für den Wettbewerbsbeitrag der Gesamtschule Am Rosenberg.

Projekt

Rosenberg-Schüler machen bei Film-Wettbewerb des Hessischen Rundfunks mit

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Die Rosenberg-Schüler beteiligen sich an einem Film-Wettbewerb des Hessischen Rundfunks. Dabei müssen sie so manche Hindernisse überwinden, aber bislang haben sie viel Spaß – und ein klares Ziel vor Augen.

Marxheim - Smilla wacht auf. Es ist der Morgen, auf den so viel ankommt. Heute wird sie ihr Bewerbungsgespräch haben. Wie wird es laufen? Philip hält mit der Kamera auf das Gesicht der Hauptdarstellerin, die nach dem Aufwachen als Erstes nach ihrem Handy greift. Gibt es etwa neue Nachrichten?

So beginnt an diesem Tag die Szene, die Teil eines Films über eine Angst werden soll, die alle Schüler der 10 R 2 kennen. Auch Florentina. „Ich hab in zwei Tagen ein Bewerbungsgespräch“, sagt die 15-Jährige. Warum sie das vorher so nervös macht? „Weil’s wichtig ist“, lautet die spontane Antwort.

Realschüler waren sofort Feuer und Flamme

Es war also wohl ein Thema, das einfach in der Luft lag, als kurz vor Weihnachten die Frage kam: Wollen wir für einen Wettbewerb des Hessischen Rundfunks einen Film drehen? Kemal Ergün kam damit zu der Gruppe aus der 10 R 2, die der Lehrer und Sozialpädagoge schon länger durch seine Arbeit im Freizeithaus der Gesamtschule Am Rosenberg kennt. „Ich hab im Internet geguckt, was es so gibt, da kam ich auf diesen Wettbewerb“, sagt Ergün.

Sein erster Gedanke: „Das ist cool.“ Das fanden auch die Realschüler und waren sofort Feuer und Flamme. „Meine Ausbildung – Du führst Regie“, lautet das Oberthema, bei dem Schüler ihre Sicht, ihre Empfindungen rund um den Schritt aus der Schule ins Berufsleben in einem siebenminütigen Videofilm greifbar machen sollen. Bis zum 15. April ist noch Zeit, den Beitrag zu erstellen.

Problemlösungen seit Anfang Januar

Seit Januar sind die Rosenberg-Schüler mit Kemal Ergün bereits am Werk. Schon die Vorarbeiten waren keine Kleinigkeit. Nachdem gemeinsam die Idee geboren war, was erzählt werden soll, musste die kleine Geschichte zunächst so entwickelt werden, dass sie filmisch umgesetzt werden kann. Dann ging es an die praktischen und technischen Fragen. Woher bekommen wir die nötige Ausrüstung? Wie finden wir geeignete Drehorte? Dass es da einige Hürden zu nehmen gab, können die Schüler heute schon berichten. Sie wissen jetzt, dass sie nicht einfach eine Kamera-Drohne über die Schule schicken dürfen. 

Kameramann Philip hat zudem gelernt, dass auch für einen Dreh am Bahnhof eine Genehmigung nötig ist. Für eine unvorhergesehene Schwierigkeit sorgt das Wetter. „Bei den ersten Szenen hatten wir Schnee, jetzt ist Frühling draußen – aber das kriegen wir hin“, sind die Zehntklässler zuversichtlich, auch für dieses Problem eine Lösung zu finden.

Drehort bei einem Lehrer

So, wie sie ein Schlafzimmer gefunden haben, das sie zum Drehen nutzen durften. „Wir hätten es auch bei meinem Onkel im Hotel machen können“, sagt Tim. Aber dann kam das Angebot eines Rosenberg-Lehrers, dafür das frühere Kinderzimmer seines Sohnes zur Verfügung zu stellen. Also wird an diesem Mittag in Kriftel gedreht.

Während Florentina, Salvatore, Joshua und Tim „das Set vorbereiten“, also das Zimmer so herrichten, dass es zu ihrer Filmszene passt, führt Pia Hauptdarstellerin Smilla gedanklich in die Szene ein, die sie gleich spielen soll. „Wir schreiben keine Texte, es soll möglichst natürlich rüberkommen“, erklärt Kemal Ergün, der auf alles ein Auge hat. „Hast Du die Schlaf-Klamotten dabei?“, vergewissert er sich bei Smilla. „Und wo sind die Kuscheltiere?“ Daran habe keiner gedacht, müssen die Jugendlichen eingestehen. Dann geht es eben ohne, wird beschlossen.

Ziel der Rosenberg-Schüler: Gewinnen!

Sozialpädagoge Ergün findet das Projekt auch deshalb gut, weil am Ende ein besonderes Andenken an die Schulzeit am Rosenberg entstanden sein wird. Schon jetzt haben alle durch die gemeinsam dabei gesammelten Erfahrungen viel gewonnen. Die Jugendlichen haben aber mehr im Sinn. Schließlich ist ihr Film ja ein Wettbewerbsbeitrag. Und das Ziel formuliert Salvatore deutlich: „Wir wollen gewinnen.“

Info: Zwei MTK-Schulen hoffen, die Preisverleihung zu erreichen

Zum elften Mal veranstaltet der Hessische Rundfunk, unterstützt von zahlreichen Institutionen bis hin zum Hessischen Kultusministerium, seinen Video-Wettbewerb „Meine Ausbildung – Du führst Regie“. Rund 60 hessische Schulen und Projekte aus der freien Jugendarbeit haben sich angemeldet. Aus dem Main-Taunus sind die Gesamtschule Am Rosenberg in Hofheim und die Eichendorffschule in Kelkheim dabei.

Prämiert werden die Beiträge in ähnlichen Kategorien wie bei den Oscars. So gibt es Preise für den besten Film, das beste Drehbuch, die beste schauspielerische Leistung und den besten Newcomer – auch Innovation und Inklusion sind preiswürdig – vergeben.

Aus allen Einsendern werden 18 Filme für die Preisverleihung nominiert. Sie ist am 18. Juni im HR-Funkhaus. Es gibt Geld- und Sachpreise im Wert von über 16 000 Euro. Alle nominierten Filme werden im HR-Fernsehen zu sehen sein.

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