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Hausschwein Wolfgang lässt essich hörbar schmecken.

Zoo erblüht wieder

Nach behördlichen Auflagen ist der Neuanfang im Kobelt-Zoo geschafft

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Im vergangenen Jahr bangten die Mitglieder des Kobelt-Zoos noch um die Zukunft des kleinen Tierparks in Schwanheim. Nun die freudige Nachricht: Die von Ämtern gemachten Auflagen konnten erfüllt werden. Der Zoo startet am Sonntag in die Saison.

Hope ist ein kleiner Sonnenschein mit vielen Flausen im Kopf. Freudig erkundet das knapp fünf Wochen alten Stutfohlen seine Umgebung, springt und rennt über die Wiese. Das Mini-Shetland-Pony ist bei den ehrenamtlichen Helfern im Kobelt-Zoo derzeit der Liebling. Und soviel ist sicher: Die Besucher des kleinen Tierparks in der Schwanheimer Bahnstraße 5 werden Hope schnell in ihr Herz schließen. Am Sonntag startet die Institution in die neue Saison.

Der Name „Hope“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Hoffnung. Nach zahlreichen Fehlgeburten kann sich Stute Wendy nun über Nachwuchs freuen – und hat die Kleine immer im Blick. Und wenn das Fohlen mal über die Stränge schlägt, gibts von der Mama eine Rüge. Schließlich müssen auch Tierkinder lernen, wo ihre Grenzen liegen.

Wendys Hoffnung hat sich erfüllt, aber nicht nur ihre. Denn Hoffnung war in den vergangenen drei Jahren auch die treibende Kraft der Mitglieder, dessen Trägerverein die Biologische Gesellschaft Prof. Dr. W. Kobelt ist. 1916 wurde der kleine Privatzoo gegründet. Wegen verschiedener Auflagen, die von offizieller Seite gestellt wurden, stand dessen Zukunft auf dem Spiel. Nach und nach hat der Tierpark die Auflagen umgesetzt, mit denen eine naturnahe Gestaltung des Geländes am Waldrand erreicht werden sollte (wir berichteten).

So wurden Häuser, in denen Tiere untergebracht sind, mit Holz verkleidet. Außerdem wurde der große Ententeich naturnah umgestaltet. „Die bestehende Betonwanne des Teiches wurde mit grünen Ufermatten ausgelegt und Wasserpflanzen eingesetzt“, erklärt Monika Greitzke vom Vereinsvorstand. Im Zuge der Maßnahmen wurde auch das Zelt, das früher als Unterschlupf für Schulklassen und andere Besucher bei Regen diente, durch einen Holzbau mit festem Dach ersetzt.

Viele helfende Hände und Spendengelder waren für die Realisierung der Auflagen nötig. „Rund 80 000 Euro haben die Maßnahmen gekostet“, schätzt Greitzke. Vor kurzem kam die freudige Nachricht: Der Kobelt-Zoo kann weitermachen; die Auflagen sind erfüllt. „Die Ämter sind mit den Neuerungen sehr zufrieden“, freut sie sich. „Das haben wir nur geschafft mit Hilfe der Mitglieder, der ehrenamtlichen Helfer, der Besucher und der Spender.“

Rund 250 Tiere leben auf dem rund 1,7 Hektar großen Gelände, darunter zahlreiche Vögel – vom Kanarienvogel bis zum Edelpapagei, dazu Esel, Waschbären, Kaninchen, Eichhörnchen, Enten, Gänse, Schildkröten, Shetland-Ponys oder Weißbüscheläffchen und grüne Meerkatzen. Für die derzeit 20 aktiven ehrenamtlichen Helfer, die sich um Tiere und Gehege kümmern, gibt es daher immer viel zu tun.

Neben den Aufgaben des Alltags, stehen weiterhin Verschönerungs- und Erneuerungsmaßnahmen an. Im Gehege der Schafe etwa sollen die beiden alten Unterstellplätze ersetzt werden. „Wir möchten dort gerne einen neuen, größeren Unterstellplatz hinbauen“, erzählt Greitzke. Die Schafherde besteht aus neun weiblichen Tieren (Zibben) und einen kastrierten Bock, der seinen vielen Frauen hörbar das „Wort“ überlässt. Als Greitzke zum Gehege kommt, ist die Freude der Tiere groß. Die Schafe blöken in fast allen Tonlagen und buhlen um ihre Aufmerksamkeit.

Hausschwein Wolfgang lässt sich unterdessen von so viel Lärm nicht stören. Der stattliche Eber hat ein Gewicht von rund 300 Kilo, lebt seit ein paar Jahren im Kobelt-Zoo und da in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schafen. Das Hausschwein, das vor dem Schlachter gerettet wurde, nimmt mit einem Grunzen sein Frühstück zu sich.

„Für unseren öffentlichen Spielplatz müssen wir als nächstes noch eine Schaukel aufstellen“, sagt Greitzke. Zwei- bis dreitausend Euro koste das. Für den Kauf benötigt der kleine Zoo noch etwas finanzielle Unterstützung.

Saisonbeginn im Kobelt-Zoo an der Schwanheimer Bahnstraße: Sonntag, 30. April, mit DJ Didi; Montag, 1. Mai, mit „Enzo & Friends“. Der Zoo ist jeweils ab 11 Uhr geöffnet. Es wird gegrillt und es gibt Kaffee und Kuchen.

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