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Geschäftsführer Stefan Schad (36) ist für die Klinik-Teile im MTK zuständig.

Krankenhausverwaltung

Das ist der neue Geschäftsführer der Kliniken Frankfurt Main-Taunus

Der nun dritte Geschäftsführer will mit den Kliniken aus dem Minus herauskommen. Eine Erfahrung, die er in einem Operationssaal machte, soll ihm dabei helfen.

Mit Cocktails kennt sich Stefan Schad aus. Schon als Schüler hat sich der gebürtige Mainzer ein bisschen Taschengeld als Barmann verdient und dann acht Jahre lang mit zwei Freunden neben dem Studium ein florierendes Catering-Unternehmen betrieben. An Nächte „unter Dauerdampf, aber mit viel Spaß“ erinnert er sich noch heute gerne zurück. Egal, ob es Firmen-Partys mit 800 Gästen oder der Ball des Sports waren – bei dieser Aufgabe hat Stefan Schad viel darüber gelernt, was sein Studienfach Betriebswirtschaft in der Praxis bedeutet. Auch was Spontaneität und Improvisation angeht, war es eine gute Schule, weiß der 36-Jährige und sagt, dass es gut ist, „manches mit einem Lächeln zu kompensieren“.

Andere wissen’s besser

Mit dem Magister in Betriebswirtschaftslehre und Soziologie in der Tasche hat sich Stefan Schad dann aber doch gegen ein weiteres Engagement in der Gastronomie entschieden – und stattdessen seine berufliche Karriere in der Krankenhausverwaltung gestartet. Dass er es in diesem Metier mit einem ganz besonderen „Mix“ zu tun hat, fasziniert den neuen, nun dritten Geschäftsführer der Kliniken Frankfurt Main-Taunus (FMT). Er ist als Pendant zu Dr. Dorothea Dreizehnter in Höchst seit September für die Unternehmensteile zuständig, die im Main-Taunus angesiedelt sind.

Während des Studiums kam Schad dank einer empirischen Studie zum Qualitätsmanagement erstmals mit der Krankenhauswelt in Berührung. Wie vielfältig sie ist, findet er auch heute noch spannend. „Die Leute, die dort arbeiten, sind völlig verschieden“, nennt er eine Beobachtung. Das gilt genauso für ihre Einsatzbereiche. Ärzte, Pflegekräfte, Verwaltungsmitarbeiter oder das Reinigungspersonal – alle wirken in ihren Kompetenzfeldern daran mit, dass ein Krankenhaus funktioniert. Den Manager Stefan Schad reizt seinerseits, „es hinzubekommen, dass alle an einem Strang ziehen, auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten“. Es ist eben wie in einem guten Cocktail, wo jede einzelne Zutat und ihre Qualität wichtig ist, wenn die Mischung am Ende überzeugen soll.

Zwei Schlüssel für eine Identifikation mit dem „großen Ganzen“ und die Bereitschaft für den Blick über den Tellerrand hinaus nennt Stefan Schad: „Transparenz und Kommunikation“. Menschen müssten verstehen können, warum sich eine Sache ändere, wenn sie dabei mitgehen sollten. Weil auch er selbst erst einmal verstehen möchte, warum bestimmte Abläufe sind, wie sie sind, ist er ein interessierter Zuhörer. Er wolle viel im Unternehmen unterwegs sein, um sich ein Bild davon zu machen, wie dort gearbeitet wird.

Unterwegs ist er mit Demut, denn er weiß: „Ich treffe immer jemanden, der hier viel besser Bescheid weiß als ich.“ Denn Schad hat nie vergessen, mit welchem Satz ihn ein Chefarzt mal bei einem Besuch im Operationssaal empfangen hat: „Wieder einer, der keine Ahnung hat von dem, was wir hier machen.“

Er kocht gerne

Neben den beiden Krankenhäusern in Bad Soden und Hofheim gehören zu seinem Verantwortungsbereich auch das Kreis-Altenheim in Eppstein und die Großküche in Kelkheim. Diese Vielfalt, die Schad, Dritter im Bunde der kaufmännischen Geschäftsführung der FMT-Kliniken, an deren Spitze Martin Menger steht, kannte er in seiner Karriere bisher so nicht.

Seine berufliche Laufbahn startete der heute 36-Jährige bei den Rhön-Kliniken, wo er 2011 als Trainee einstieg. Schon nach einem Jahr wurde er als Abteilungsleiter Unternehmenssteuerung nach Herzberg im Harz gerufen. Die Wochenenden nutzte er für ein Jura-Master-Studium in Heilbronn mit Schwerpunkt Arbeits- und Gesellschaftsrecht, das er 2015 abschloss. Nächste Station nach Herzberg war die Reha-Klinik in Bad Salzdetfurth, Anfang 2016 machte ihn das Klinik-Unternehmen Helios, das zwischenzeitlich 43 Häuser des Rhön-Konzerns übernommen hatte, zum Geschäftsführer des Klinikums in Gifhorn.

Mit der selbst gewählten Rückkehr ins Rhein-Main-Gebiet betritt er zugleich Neuland, denn in einem Krankenhauskonzern in öffentlicher Trägerschaft sammelt Stefan Schad nun erstmals Erfahrungen. So hat er erkannt, dass es deutlich mehr Gremien gebe, die informiert werden wollten. Und das Denken „nur im Konzern“, das er gewohnt war, steckt noch in den Kinderschuhen.

Aber der Neu-Sodener, der mit seiner Lebensgefährtin gerne gemeinsam kocht, sieht gute Voraussetzungen, das Ziel, aus dem Defizit herauszukommen, zu erreichen. Nicht nur das „Top-Chefarztkollegium“ teile die Aufbruchstimmung, insgesamt habe er den Eindruck: „Wir kriegen etwas in Bewegung.“ Dass ohne Bewegung nichts geht, hat Stefan Schad schon gewusst, lange bevor er Krankenhausmanger wurde. Schließlich muss auch ein Cocktail geschüttelt oder zumindest mal gerührt werden, damit aus Teilen ein Ganzes wird.

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