Probleme auf Teilabschnitt

Neue Pläne für die Regionaltangente West

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Bei der geplanten Trasse der Regionaltangente West zwischen Sossenheim und Höchst sind unerwartete Probleme aufgetreten, die eine Umplanung erfordern. Das bringt an einigen Stellen Schwierigkeiten. Anwohner der Dunant-Siedlung können aber auf eine Entlastung hoffen.

In der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses im Römer meldeten sich mehrere Anwohner der Dunant-Siedlung in Sossenheim zu Wort. Sie zeigten sich mit den Plänen für die Regionaltangente West (RTW) gar nicht einverstanden. Die Schienenstrecke führe direkt an ihren Wohnungen vorbei, einige Anwohner müssten sogar einen Teil ihres Gartens abgeben, damit Platz für ein zusätzliches Gleis ist.

Jetzt aber stellt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) eine veränderte Trassenführung in Aussicht, mit der die Anwohner entlastet werden könnten. Möglich wird das durch eine veränderte Rechtsgrundlage: Die Strecke soll in dem betreffenden Abschnitt nicht wie eine S-Bahn, sondern wie eine Straßenbahn gebaut werden. Dadurch sind laut Oesterling andere Kurvenradien und weitere Vereinfachungen möglich. Details stünden aber noch nicht fest. Oesterling rechnet aber mit einer kleinen Kosteneinsparung, da zwei Wechselstellen zwischen den Stromsystemen von S-Bahn und Straßenbahn entfallen. Auf jeden Fall müsste dann auch Bad Soden – wie von Oesterling bereits vor einem Jahr vorgeschlagen – an die RTW angebunden werden, da die heute auf der Strecke eingesetzten Regionalzüge auf Gleisen, die rechtlich eine Straßenbahn sind, nicht mehr fahren dürften.

Die Regionaltangente West soll von Bad Homburg und dem Gewerbegebiet Praunheim in Richtung Höchst und dann weiter zum Flughafen und nach Neu-Isenburg sowie nach Dreieich-Buchschlag geführt werden. Geplant ist, dass die Strecke bei Sossenheim die Autobahn A 66 überquert und bei der Dunant-Siedlung auf die von Bad Soden kommende Bahnstrecke trifft. Auf dieser soll sie bis zum Höchster Bahnhof geführt werden. Dazu soll die Strecke um ein zweites Gleis ergänzt werden.

Dabei sind allerdings unerwartete Probleme aufgetaucht, die den Abschnitt zwischen dem geplanten Haltepunkt am Sossenheimer Weg und Höchst betreffen, wo die Strecke auf einem Damm verläuft. Ursprünglich war geplant, Stützwände zu errichten und dem Damm zu verbreitern, um Platz für ein zweites Gleis zu schaffen. Nach Informationen dieser Zeitung ist dies aber aus technischen Gründen nicht möglich, weil der Bahndamm zu stark von Wurzeln der umliegenden Bäume und Sträucher durchsetzt ist. Darüber hat die RTW-Planungsgesellschaft gestern den Aufsichtsrat informiert.

Noch ist offenbar nicht klar, wie dieses Problem gelöst wird. Voraussichtlich muss der Bahndamm komplett abgetragen werden. Will man ihn neu und breiter errichten, wären möglicherweise ein eigenes Planfeststellungsverfahren und zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen erforderlich. Eine andere Möglichkeit wäre, die Strecke nicht auf einem Damm, sondern auf Straßenebene zu führen. Dann allerdings müssten mehrere Straßen auf gleicher Höhe gequert werden, möglicherweise mit beschrankten Bahnübergängen. Darunter ist auch die stark befahrene Königsteiner Straße. Heute gibt es an dieser Stelle eine Eisenbahnbrücke. Offen ist in diesem Fall auch, wie die Züge der RTW dann in den höher gelegenen Bahnhof Höchst gelangen.

Für den Abschnitt Mitte der RTW läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Im Sommer konnten Bürger dazu Anregungen und Einwände vortragen.

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