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Der neue Ortsvorsteher Dieter Kugelmann ist in Lorsbach und seinen Vereinen stark verwurzelt.

Lorsbacher, lächelt öfter!

Dem neuen Ortsvorsteher Dieter Kugelmann ist die Gemeinschaft wichtig

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Ortsvorsteher Dieter Kugelmann möchte im Stadtteilparlament einen normalen Umgang pflegen. Sein Wunsch ist es, dass der Ortsbeirat möglichst oft mit einer Stimme spricht.

Groß sind die Fußstapfen, in die Dieter Kugelmann tritt. Sein Amtsvorgänger Erwin Zeitz (BfH) hat so viel persönlichen Einsatz für Lorsbach eingebracht, dass die wichtigste Brücke im Ort nach ihm benannt wurde. Und dessen Vorgänger Karl Hommel gehörte zu den politischen Schwergewichten in der FWG, so dass er sich in der Hofheimer Politik gut Gehör im Sinne der Lorsbacher verschaffen konnte.

Jetzt ist mit Dieter Kugelmann ein Christdemokrat dran. Der ist in Lorsbach als umgänglicher Mensch bekannt; dass er vor Jahren das Entenrennen mit aus der Taufe gehoben hat, passt zu ihm. Dabei scheut er sich nicht, auch Dinge zu sagen, die nicht unbedingt mit der Position der eigenen Partei übereinstimmen. Im Hofheimer Rathaus ist man den Typ des selbstbewussten Ortsvorstehers durchaus gewohnt. Man kann trotzdem gespannt sein, wie man miteinander umgeht, wenn es einmal zu einem ernsthaften Konflikt kommt.

Ein wichtiges Anliegen von Kugelmann hat mit dem Verhältnis gar nichts zu tun, es geht ihm um die Gemeinschaft im Ort. Zweierlei Vorschläge hat er, die jeder Lorsbacher eigentlich erfüllen könnte. Der erste wäre, eher mal mit einem Lächeln durch den Ort zu laufen. Das hebt die Stimmung und damit die Lebensqualität. Und der zweite ist, sich einmal am Tag zu bücken und irgendeinen Papierfetzen oder anderen Müll aufzuheben, der auf der Straße liegt. Kein Zweifel, binnen weniger Tage wäre der Ort blitzblank, ohne öffentliche Kosten.

Kugelmann identifiziert sich spürbar mit Lorsbach, obwohl er gar nicht von dort kommt. Aufgewachsen ist er in Niedernhausen und in Eppstein. Den Beruf des Buchdruckers hat er gelernt und in verschiedenen Betrieben gearbeitet. Letzte Stelle war eine Spezialdruckerei in Waldems-Esch, aber in jungen Jahren ist er mit der Bahn zu seinem Arbeitsplatz in Richtung Frankfurt gefahren. Da fiel ihm auf dem Lorsbacher Bahnsteig eine junge Frau auf, und das nicht nur einmal. Das endete damit, dass er diese Frau heiratete und vor rund 50 Jahren nach Lorsbach zog. Eine inzwischen erwachsene Tochter hat das Paar.

Mit seiner Frau Ellen hat er auch gesprochen, als er gefragt wurde, ob er nicht Ortsvorsteher werden wolle. Die hat ihn daran erinnert, dass das mit vielen Terminen verbunden sein wird. Aber abgeraten hat sie ihm nicht, denn er hat sich schließlich zur Wahl gestellt. Dass er einmütig gewählt wurde, ist bemerkenswert, das ist in Lorsbach auch schon ganz anders gelaufen. Diese Einmütigkeit ist nun ein Indiz dafür, dass ein anderer Wunsch in Erfüllung gehen könnte, nämlich dass der Ortsbeirat möglichst oft mit einer Stimme spricht. Und einen normalen Umgang untereinander möchte er pflegen. Denn er hat schon Zeiten erlebt, wo es viel Polemik gab im Stadtteilparlament – das nutzt der Sache nicht immer.

Dass es in Lorsbach einiges zu verbessern gibt, das hat er schon gleich nach seiner Wahl erklärt und an das fehlende Lebensmittelgeschäft und den nicht barrierefreien Bahnhof erinnert. Zum Teil hat auch das nach seiner Einschätzung damit zu tun, dass der Gemeinschaftsgeist nicht immer ausgeprägt genug ist. „Wenn die Lorsbacher zu wenig in die Lorsbacher Geschäfte gehen, können sie sich nicht beschweren, wenn es keine mehr gibt“, sagt Kugelmann. Und wer eine Kerb oder andere Vereinsveranstaltungen im Ort haben wolle, der müsse auch selbst einmal solche Veranstaltungen besuchen. Sonst lassen es die Vereine irgendwann nämlich bleiben.

In der Vereinswelt kennt er sich ohnehin aus, war in der Einsatzabteilung der Feuerwehr und spielt bis heute beim örtlichen Fußballverein. Außerdem hat er angefangen, Klarinette zu spielen, ein einziges Lied hat ihn dazu gebracht. „Stranger in the Shore“ heißt es. Wenn er genug geübt hat, muss sich nur noch jemand eine Wette einfallen lassen, die dazu führt, dass Kugelmann das Lied zur Eröffnung der Ortsbeiratssitzung spielt . . .

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