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So wird der Neubau am Ginsterweg 3a in Niederhöchstadt aussehen.

Spatenstich am Ginsterweg

In Niederhöchstadt entstehen 13 sozial geförderte Wohnungen - das gefällt nicht allen

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Die Stadt Eschborn ist um eine weitere Baustelle reicher. Im Ortsteil Niederhöchstadt entstehen 13 sozial geförderte Wohnungen. Vier Projekte dieser Art folgen noch. Sie stoßen teilweise auf Widerstand.

Niederhöchstadt - Wurzelwerk, Reste von Sträuchern, dünne Baumstämme und Äste türmen sich zu einem wilden Haufen auf. Ein gelber Bagger steht auf dem weichen Untergrund. Der Fahrer wartet darauf, wieder loslegen zu können. Eine verschmuddelte Sitzbank, die im Boden verankert war, steht herum. Eine Reinigung täte ihr gut. Sie soll wiederverwendet werden.

Die Stadt Eschborn ist um eine Baustelle reicher. Auf dem 1100 Quadratmeter großen Gelände am Ginsterweg 3a entsteht ein Mehrfamilienhaus mit 13 sozial geförderten Wohnungen. Die Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eschborn GmbH (GWE), eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt, investiert nach eigenen Angaben rund 2,7 Millionen Euro. Die Fertigstellung sei für August 2020 geplant, sagt Bürgermeister und GWE-Aufsichtsratschef Mathias Geiger (FDP) dieser Zeitung, nachdem der obligatorische Spatenstich erledigt ist. Während der Bagger im Hintergrund brummt, teilen der Rathauschef und GWE-Geschäftsführer Michael Kübler mit, dass eine Tiefgarage mit neun Stellplätzen errichtet werde. Auf dem Außengelände des Grundstücks seien weitere sieben Parkplätze vorgesehen.

Sozial geförderte Wohnungen gegenüber Wohnblock

8 der 13 Wohnungen sind für Ein-Personen-Haushalte bestimmt, weitere 4 für zwei Personen. Eine große Wohnung sei auf fünf Bewohner ausgerichtet. Die GWE arbeitet bei dem Vorhaben am Ginsterweg mit dem Planungsbüro Grimm Architekten aus Frankfurt zusammen. Der Neubau wächst gegenüber einem Wohnblock mit Erdgeschoss und drei Obergeschossen in die Höhe, wird aber deutlich niedriger als dieser Wohnblock und passt sich der Höhe der nebenstehenden Häuser an.

GWE-Aufsichtsratschef Mathias Geiger (5. von links) und die GWE-Geschäftsführer Herbert Brendel und Michael Kübler (beide rechts von Mathias Geiger) sowie einige Kommunalpolitiker beim Spatenstich.

„Der Baubeginn im Ginsterweg ist die erste von insgesamt fünf Baumaßnahmen der GWE, die alle in diesem Jahr noch starten“, informiert die GWE. „Auf den fünf ehemals städtischen Grundstücken entstehen in Eschborn und Niederhöchstadt insgesamt 48 Wohneinheiten.“ Ursprünglich waren 52 Wohneinheiten vorgesehen. Doch an der einen oder anderen Stelle speckten die Planer leicht ab.

Am Ginsterweg 3a befand sich eine kleine Grünanlage, die der Bebauung weichen muss. Unbebaut, so Michael Kübler, sei auch das Gelände an der Kronberger Straße 33, das als nächstes an der Reihe sei. Bei drei anderen Liegenschaften wird die alte Bebauung abgerissen.

Ist der Neubau zu wuchtig?

Im Umfeld der Eichfeldstraße 1 protestieren Anwohner. Ihnen erscheine das Vorhaben „zu wuchtig“, erzählt der Bürgermeister auf Nachfrage dieser Zeitung. Doch Mathias Geiger und GWE-Chef Michael Kübler versichern, das Vorhaben bewege sich in den Vorgaben des Bebauungsplans, wonach hinten fünf und vorne zwei Wohneinheiten entstehen dürften. Michael Kübler: „Wir tangieren keinerlei Nachbarschaftsrechte.“ Nach GWE-Angaben liegen Widersprüche gegen das Eichfeldstraßen-Vorhaben beim Main-Taunus-Kreis vor. Die Planungen gehen aber laut Kübler unverändert weiter. Die Stadt Eschborn hatte die fünf Grundstücke Ende 2017 an die GWE übertragen. Das war damals weitgehend unstrittig. Die CDU und Dietmar Jerger (Bürgerliche) waren aber dagegen, auf den fünf Grundstücken ausschließlich sozial geförderte Wohnungen zu errichten. Doch die damalige Vierer-Koalition aus SPD, FDP, FWE und Linken sowie die Grünen überstimmten die Union und den Einzelkämpfer der Bürgerlichen. Beim Spatenstich ist niemand von der CDU anzutreffen. Neben dem Ginsterweg 3a, der Eichfeldstraße 1 und der Kronberger Straße 33 bebaut die GWE auch die Flächen an der Königsberger Straße 24 und an der Sulzbacher Straße 9 und 9a. Die zusammen 1300 Quadratmeter großen Grundstücke an der Sulzbacher Straße sind die einzigen Flächen im Stadtteil Eschborn. Alle anderen Grundstücke sind in Niederhöchstadt. Die Baukosten für alle fünf Bauvorhaben waren anfänglich mit knapp zehn Millionen Euro veranschlagt. Mathias Geiger sagt, das Projekt mit den 48 Wohnungen solle „bis Mai 2021“ abgeschlossen sein.

von Andreas Schick

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