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Im Dalbergkreisel werden ständig Autos geparkt.

Ortsbeirat fordert mehr Kontrollen

Park-Chaos im Frankfurter Westen

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Eine Ausweitung der Kontrollen beim fließenden wie ruhenden Verkehr fordern die Fraktionen im Ortsbeirat 6. Die Klagen von Bürgern über „Anarchie“ auf den Straßen im Westen nehmen drastisch zu.

Im Dalbergkreisel stehen ständig Autos, deren Fahrer „nur mal kurz“ etwas einkaufen sind. Auf der Albanusstraße stehen die Autos sogar im Halteverbot vor der Wache der Stadtpolizei. Auf der Emmerich-Josef-Straße versperren Lkw nicht selten rund um die Lieferanten-Einfahrt des Kaufhaus-Komplexes die Straße und halten Busse auf. Auch im Kreuzungsbereich mit der Fußgängerzone wird immer wieder wild geparkt. Die Liste ist endlos: „Auf den Höchster Straßen herrscht Anarchie“, beschwerte sich Walter Hoffmann, Anwohner der Emmerich-Josef-Straße, in der jüngsten Ortsbeiratssitzung und legte Beweisfotos vor.

Der Ortsbeirat hatte das Thema indes schon im Auge. Für die Sitzung hatte Thomas Schlimme, Fraktionsvorsitzender der Grünen, einen Antrag formuliert, der von den Fraktionen einstimmig angenommen wurde: Die Stadtteilpolitiker fordern die Ausweitung der Kontrollen für den fließenden wie ruhenden Verkehr im Frankfurter Westen.

Ausschlaggebend war ein Magistratsbericht gewesen, in dem es heißt, jede Ausweitung von Kontrollen im Ortsbezirk 6 (Frankfurter Westen) gehe zulasten der Kontrollen in anderen Stadtbezirken. Der Magistrat schreibt ferner: „Sollte sich die personelle Situation positiv verändern, könnte die Überwachung entsprechend ausgeweitet werden.“ Sprich: Es gibt nicht genug Personal, um der Lage Herr zu werden. Auch Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hatte unlängst mehr Personal gefordert (wir berichteten).

Die Fraktionen im Ortsbeirat 6 fordern deshalb die Stadtverordnetenversammlung auf, Maßnahmen zu ergreifen: „Wenn dafür ein höheres Personalkontingent notwendig ist, ist dieses entsprechend aufzustocken.“ Die Verstöße gegen Verkehrsregeln, so Schlimme, hätten stadtweit stark zugenommen. Ein Schwerpunkt, so zeigt der Blick auf die Straßen, liegt in Höchst, das als „Unterzentrum“ viel Verkehr anzieht. Doch auch aus anderen Stadtteilen des Westens häufen sich die Klagen.

In Nied etwa sind die Bürgersteige in der Landauer Straße, Alzeyer Straße und Dürkheimer Straße ständig zugeparkt; Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Kinderwagen kommen oft nicht durch; die markierten Radfahrwege sind überhaupt nicht zu benutzen. Das Problem besteht, seit die Wohnungsgesellschaft Vonovia viele früher frei zugängliche Parkplätze auf einem Hof nun für 35 Euro im Monat vermietet – das Geld wollen sich viele sparen. Anwohner haben Ordnungsamt und Verkehrspolizei angesprochen. Dort, so schildert eine Mieterin aus der Landauer Straße, heiße es nur: „Keine Ressourcen.“

Zwei weitere Anträge, die sich mit dem gleichen Problem befassen, waren im Ortsbeirat Thema: Ilona Klimroth (CDU) und Michael Wanka (SPD) wollen, dass das Parkverbot in der Straße „Am Wiesenhof“ (Goldstein) verlängert wird, weil parkende Autos auf Höhe der Hausnummer 17 die Ein- und Ausfahrt auf ein Grundstück versperren und auch die Fahrzeuge der FES dort immer wieder behindert werden. Auch in der Bruno-Stürmer-Straße (Schwanheim) wird das Parkverbot missachtet und soll häufiger kontrolliert werden. Gefährliche Situationen gibt es auch ständig im Einbahn-Abschnitt der Westenbergerstraße (Sindlingen), wo ebenfalls gegenüber von regulären Parkplätzen auf dem Bürgersteig geparkt wird – dort, wo die Stadt unlängst das Radfahren gegen die Einbahnstraße erlauben wollte.

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