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Auf dem unbefestigten Parkplatz am Ortsausgang von Hofheim Richtung Lorsbach bilden sich bei Regen schnell große Pfützen.

Schutzzone

Parkplatz in Hofheim braucht keine teure Sanierung

Das ist einmal eine neue Konstellation in der Hofheimer Politik: Der Magistrat und die Linken halten einen Parkplatz für rechtswidrig. Die Parlamentsmehrheit und der Main-Taunus-Kreis nicht.

Hofheim - Zu den Plätzen, die sich in Hofheim seit Jahrzehnten nicht verändert haben, gehört der Parkplatz am Ortsausgang an der Lorsbacher Straße. Einst befand sich dort ein Freibad, nur die Ältesten werden sich daran erinnern können. Der Platz ist zu weit außerhalb, um intensiv genutzt zu werden - beim Gallusmarkt steht er voll mit den Lastwagen der Schausteller, beim Reitturnier mit Pferdeanhängern. Gelegentlich wird Baumaterial dort gelagert. Und dafür reicht der Zustand des Platzes völlig aus. Die unbefestigte Oberfläche ist im Sommer staubtrocken, wenn es geregnet hat aber eine Matschwüste. Dann werden aus den Schlaglöchern kleine Seen.

Die Debatte um den Platz begann bei den Haushaltsberatungen in der Stadtverordnetenversammlung. 500 000 Euro beantragte der Magistrat, um den Platz mit einer wasserundurchlässigen Oberfläche zu versehen. In einer Trinkwasserschutzzone dürfe kein Wasser von Parkplätzen im Untergrund versickern, stellte die Verwaltung fest. Wegen des Reifenabriebs und wegen möglicher Reste von Benzin und Öl gilt Regenwasser von Parkplätzen als Abwasser.

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Nicht nötig sei die Aktion, befand damals das Regierungsbündnis aus CDU, SPD, FDP und FWG. Der Ansatz wurde gestrichen. Der Magistrat nahm das kommentarlos zur Kenntnis, konnte die aus seiner Sicht notwendige Investition nicht in Auftrag geben. Möglicherweise kalkuliert man damit, dies auf Weisung übergeordneter Behörden tun zu müssen. Dann wäre es eine unabweisbare überplanmäßige Ausgabe gewesen.

War es bislang aber nicht. Also kamen die Linken ganz staatstragend daher und beantragten in der Stadtverordnetenversammlung die Sperrung des Parkplatzes. Der aktuelle Zustand sei rechtswidrig und müsse beendet werden, argumentierten die Linken. Ob das tatsächlich so ist, darüber wollte sich die Rathauskoalition nicht weiter unterhalten; der Antrag wurde ohne Debatte abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde werde sich wohl damit befassen müssen, kommentierte der Linken-Stadtverordnete Bernd Hausmann.

Das ist in dem Fall der Main-Taunus-Kreis. Und der schätzt die Angelegenheit anders ein als die Linken und der Magistrat: In einer sogenannten weiteren Schutzzone, in der der Parkplatz liege, gebe es keine Pflicht zur Befestigung von Parkplätzen, so Kreishaus-Pressesprecher Johannes Latsch. "Aus fachlicher Sicht ist das nicht nötig", so Latsch weiter. "Auf dem Parkplatz sollen verkehrstüchtige Fahrzeuge vorübergehend abgestellt werden - und die müssen sowieso dicht sein, so dass nichts in den Boden sickert."

VON MANFRED BECHT

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