Premiere: Ein Fest mit Gesang

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Mit neuem Konzept, neuen Liedern und neuem Dirigenten präsentierte sich die Sängervereinigung Weilbach auf dem Brunnenfest. Die Ausrichter versuchten, Musik und Gesang in den Mittelpunkt zu stellen.

Alle drei Jahre stemmen die Sänger das Brunnenfest im Ortsteil Bad Weilbach. Der Gesangverein wechselt sich mit den Fußballern der Germania und den Turnern der TG Weilbach ab. In den Jahren, in denen die Organisation in den Händen der Sängervereinigung lag, blieben die Chöre bisher stumm. Die Aktiven verzichteten auf einen Auftritt, weil sie mit der Durchführung des Festes schon alle Hände voll zu tun hatten. Dies änderte sich in diesem Jahr: Männerchor und Gemischter Chor der Sängervereinigung eröffneten die Veranstaltung am Sonntag. „Wenn wir das Zepter in der Hand haben, wollen wir uns auch präsentieren“, erklärt der Vorsitzende Karl-Heinz Groß.

Die Ausrichter hatten ein „Musikalisches Brunnenfest“ mit verschiedenen Chordarbietungen im Sinn. Zu diesem Anlass errichteten sie sogar ein Festzelt als vorübergehende Konzerthalle. Die Einweihung dieser Bühne wollte sich der Weilbacher Gesangverein dann nicht nehmen lassen – vor allem, weil es einige Neuheiten zu präsentieren gab: Die Sängervereinigung trat erstmals zusammen mit ihrem neuen Dirigenten Frank Linnerth auf, der die Leitung im März übernommen hat. Der Auftritt beim Brunnenfest bot einen Vorgeschmack auf eine Modernisierung der Liedauswahl. Die Weilbacher Sänger überraschten die Zuhörer mit dem Song „Westerland“ von der Gruppe „Die Ärzte“. Von Aktiven sei ihm bereits gesagt worden, dass man mit solchen Stücken auch jüngere Mitglieder anwerben könne, berichtet Karl-Heinz Groß. Die Sängervereinigung setzt allerdings auf eine bunte Mischung: Neben dem Ärzte-Hit gab es im Festzelt einen Gospelsong, ein afrikanisches Lied und das traditionelle Chorstück „Kein schöner Land“ zu hören. „Wenn jemand länger dabei ist, weiß er es auch zu schätzen, mal ein traditionelles Lied zu singen“, meint der Vereinschef.

Ermöglicht wurde der Auftritt der Ausrichter durch befreundete Vereine, die die passiven Mitglieder der Sängervereinigung während der Aufführung an den Essens- und Getränkeständen unterstützten. Viele andere Gesangvereine aus der Umgebung schafften es jedoch nicht, sich am Pfingstwochenende Zeit freizuschaufeln: Das geplante Chorkonzert der Sängervereinigung beschränkte sich neben den eigenen Chören auf den Gemischten Chor der Chorgemeinschaft Hattersheim und das Ensemble „3zett“ des Männergesangsvereins Bierstadt. Andere Chöre hatten bereits vorher abgesagt. In drei Jahren werde man die Einladungen deshalb etwas weiter streuen, kündigt die stellvertretende Vorsitzende Barbara Steiner an. Gestern sorgte schließlich noch die Obersuhler Blasmusik für Abwechslung im Festzelt. Sänger Eugen Gräf, der sich maßgeblich um die Organisation des Festes kümmerte, stammt aus Obersuhl und stellte den Kontakt her.

Die Sängervereinigung feiert in zwei Jahren ihr 150-jähriges Bestehen und ist damit der älteste Weilbacher Verein. Trotz dieser langen Zeit können sich die Mitgliederzahlen durchaus sehen lassen. 38 Aktive singen im Gemischten Chor und 14 im Männerchor. Barbara Steiner und Schriftführerin Katharina Dreisbach haben einen Workshop besucht, um sich über Mitgliederwerbung zu informieren. Dort sei unter anderem die Bedeutung einer Internetpräsenz vermittelt worden. „Vereine ohne Homepage haben weniger Zuwachs“, sagt Katharina Dreisbach. Zusätzlich zu einem aktuellen Online-Angebot setzten die Weilbacher vor zwei Jahren auf eine große Plakat-Werbeaktion. Seither sei der Gemischte Chor von 25 auf 38 Personen gewachsen, freut sich Karl-Heinz Groß.

(sas)

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