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Corinna Diefenhardt als ?Schlimme Schlunzi?, Alina Werheim ?die Schreckliche? und Gudrun Becker alias ?Die schlimme Aurelia? hatten als drei Hexen die letzte ?Schreckstation? des Gruselparcours im Kobelt-Zoo unter sich.

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Riesen-Andrang bei Halloween im Kobelt-Zoo

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Rund 2500 Besucher kamen zum diesjährigen Halloween-Fest in den Kobelt-Zoo und bescherten dem Trägerverein Dr. Wilhelm Kobelt gute Einnahmen für den Winter. Für maskierte Besucher hieß es im Gruselparcours jedoch: „Gesicht zeigen“.

Bisher gehörte Sven Langhammer zu den vielen Halloween-Fans, die sich wohlig schaudernd ihren Weg durch den Grusel-Parcours bahnten. Doch dieses Jahr hat er die Seiten gewechselt, um im Kostüm eines Werwolfs selbst die ersten Halloween-Fans zu erschrecken, die nach langem Schlangestehen zu seinem Käfig gelangen. Während Langhammer die Zähne fletscht und junge Mädchen quiekend an ihm vorbeirennen, nagt die „Metzgerin“ Monika Torsten wenige Meter weiter mit blutunterlaufenen Augen genüsslich an einem Oberschenkel.

„Junge Männer finde ich besonders schmackhaft“, sagt sie, rollt lüstern mit den Augen und verweist auf die Fleischtheke, wo die besten Stücke zwischen 3,99 und 4,99 Euro angeboten werden – so lebensecht, dass man für einen Moment zweifeln mag, ob sie wirklich aus Gummi und Silikon sind. „Zumal die Wurstdärme tatsächlich aus der Schwanheimer Metzgerei Eingärtner kommen“, wie die stellvertretende Sprecherin des Kobelt-Zoos, Sarah Rezagolinia, beim Rundgang erklärt. Gefüllt sind sie zum Glück nur mit Wasser.

Die „Fleischerei“ gehört ebenso zu den neuen Attraktionen des rund 800 Meter langen Gruselparcours wie der schaurige Tannenwald, in dem der Weihnachtsmann die Besucher als Untoter in Empfang nimmt. Eigentlich ist Christine Brodmann in ihrem roten Plüschmantel hinter der Totenmaske kaum noch zu erkennen – und doch kann sie bald bekannte Gesichter begrüßen. „Alles hier sieht so lebensecht aus, und wenn man Freunde trifft, die hier helfen, macht es natürlich besonders viel Spaß“, findet Jessica (30).

Bis zu 80 Mitglieder der Gesellschaft Dr. Wilhelm Kobelt und Helfer des Vereins haben sich dieses Jahr kostümiert und maskiert, um die zwölf Stationen des Parcours der Untoten mit Leben zu füllen. Wo „echte“ Zombies und Hexen lauern und wo die Totenmänner wie leblose Puppen an Bäumen und Galgen hängen oder nur als projizierte Schatten über weiße Laken huschen, bleibt oft schwer zu erkennen – zumal Anfassen nur vorsichtig erlaubt ist. Doch manchen Geistern gelingt es tatsächlich, mit laut knatternden Kettensägen Besucher in die Flucht zu schlagen.

Auch Anthony (11) und Gabriel (10) gehören zu den Opfern: Selbst als kleine Skelette verkleidet, bekennen sie nur zögerlich, dass sie den Parcours wohl etwas früher verlassen haben. „Wir sind zum ersten Mal hier und staunen, mit wie viel Mühe und Aufwand der Kobelt-Zoo den Parcours aufgebaut hat“, sagt Mutter Janina Lederer. „Sehr viele Überraschungsmomente und Verfolgungen von hinten“, erfreuen auch Constanze Moshammer und Mario Heußberger, zwei etwas ältere Halloween-Freunde.

„Bereits vier bis fünf Wochen vor Halloween fangen wir an, die Zelte und Kulissen aufzubauen und zu dekorieren“, erklärt die Geschäftsführerin des Kobelt-Zoos, Elke Diefenhardt. Neu sind neben der Fleischerei ein Maislabyrinth und ein Geisterghetto mit Graffiti; zu den beliebten Klassikern zählen die Irrenanstalt und der Friedhof mit zuckenden Totenleibern, betrieben mit Scheibenwischern.

Die Einnahmen durch den Essens- und Ticketverkauf – ein Durchlauf kostet drei Euro – sowie einige Spenden decken die Unterhaltskosten für den kleinen Zoo in den Wintermonaten sowie einige Umbaumaßnahmen in den Tiergehegen. Eine Regel gilt übrigens für alle Besucher des Parcours: Gesicht zeigen ist angesagt, vollständige Verkleidung ist aus Sicherheitsgründen allein den Akteuren vorbehalten. Sein bekanntes Gesicht zeigt auch Michael Paris, der Ideen für Halloween am Abenteuerspielplatz Riederwald sammelt – und prompt von Hexen in einen Käfig gesperrt wird. Aus selbigem kriecht Sven nach vier Stunden und kann sich endlich aus seiner Werwolfmaske befreien.

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