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Pfarrer Erhard Weilbächer, Ehrenmitglied der Feuerwehr, hielt den Richtspruch für das neue Gebäude.

Größeres Domizil

Rohbau des neuen Gerätehauses in Weilbach ist fertig

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Pfarrer Ehrhardt Weilbächer ist Ehrenmitglied der Weilbacher Feuerwehr. Weilbächer weiß, wie dringend die Brandschützer das neue und größere Domizil benötigen.

Kein Zimmermann, sondern ein Mann Gottes sprach während des Richtfestes für das neue Feuerwehrgerätehaus in der Industriestraße. „Wenn nicht der Herr das Haus baut, baut der Baumeister umsonst“, verkündete Pfarrer Ehrhardt Weilbächer. Der katholische Geistliche betreut keine Gemeinde in Weilbach, sondern in Groß-Umstadt. Mit dem Flörsheimer Stadtteil verbindet ihn trotzdem vieles: Weilbächer hat 30 Jahre lang in Weilbach gelebt. Seit 54 Jahren ist er in der Feuerwehr, die ihn sogar zum Ehrenmitglied ernannt hat. Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus im Faulbrunnenweg 4 kennt der Pfarrer noch allzu gut. Das Gebäude habe schon während seiner Kindheit gestanden. Deshalb weiß er auch, wie wichtig ein Neubau ist.

„Es war immer beengt“, erzählte Weilbächer. Ein Raum für Versammlungen habe im Faulbrunnenweg zunächst nicht existiert. Für größere Treffen sei die Feuerwehr in Gasthäuser ausgewichen. Der 70-Jährige kann sich auch noch an das alte Weilbacher Rathaus erinnern. Bis zum Zusammenschluss mit Flörsheim im Jahr 1972 befand sich die Verwaltungsstelle im selben Gebäude direkt über der Fahrzeughalle. Irgendwann bot das zur Verfügung stehende Gerätehaus nicht mehr genug Platz für den Fortschritt in der Feuerwehrtechnik. Mit den Aufgaben seien auch die Fahrzeuge gewachsen, berichtete Ehrhardt Weilbächer. Das erste große Löschfahrzeug LF 16 habe nicht mehr in die Garage gepasst. Da die Halle nach oben nicht erweitert werden konnte, sei das Fahrzeug vor der Auslieferung an die Brandschützer tiefer gelegt worden. Das Ende des Weilbacher Rathauses nach 1972 sei für die Feuerwehr ein Vorteil gewesen, erläuterte Weilbächer. Die freiwilligen Helfer konnten die ehemalige Fläche der Verwaltung als Versammlungsraum nutzen.

Trotzdem blieb die Situation im Faulbrunnenweg beengt. Weilbächer nennt die steigende Zahl weiblicher Aktiver als eine Veränderung, die zusätzlichen Platz erfordere. Getrennte Umkleiden und Duschräume für Männer und Frauen habe es in der alten Feuerwache nicht gegeben.

Die Räume am neuen Standort in der Industriestraße wirken wesentlich größer. Davon konnten sich alle Besucher des Richtfestes im Rohbau überzeugen. Neben der großen Fahrzeughalle soll das Erdgeschoss Toiletten und Umkleiden für Männer und Frauen beherbergen. In einem separaten Raum kommen außerdem die Rettungstaucher des Main-Taunus-Kreises unter. Die Flächen im Obergeschoss sollen in einen Versammlungsraum und einen Jugendraum unterteilt werden.

Räumlich scheint also alles besser zu werden. Doch wie ist es mit der Lage des neuen Standortes? Wehrführer Peer Neugebauer sieht auch da beste Voraussetzungen. Die Feuerwehrleute haben die Erreichbarkeit im Vorfeld bereits ausgiebig getestet. Mehrere Kameraden seien von verschiedenen Orten in Weilbach zum neuen Domizil gefahren, erzählt Neugebauer. Die Ergebnisse wurden übersichtlich in Tabellen erfasst. Die längste Anfahrt dauerte demnach fünfeinhalb Minuten. Wenn man dazu noch zwei Minuten fürs Umziehen und zweieinhalb Minuten für die Einsatzfahrt mit Signalhorn addiere, sei die vorgegebene Frist von zehn Minuten immer noch eingehalten, erläutert der Wehrführer. Andere Kameraden seien sogar in einer Minute am neuen Gerätehaus. „Es ist nicht besser oder schlechter – nur anders“, sagte Neugebauer.

Das Gerätehaus in der Industriestraße soll voraussichtlich zum Jahresende fertig werden. Von den Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro Baukosten entfallen etwa 2,4 Millionen auf den Bau. Weitere 500 000 Euro ergeben sich aus dem Erwerb des Grundstücks und aus der Gebäudeausstattung. Der Main-Taunus-Kreis beteiligt sich mit 200 000 Euro, das Land Hessen steuert 247 000 Euro bei. Ehrhardt Weilbächer hat sich bereits als Gast für die Einweihung angekündigt.

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