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Barbara Behrend gilt als die ?Rosamunde Pilcher des Reitsports?. Ihr jüngstes Buch spielt auf dem Georgshof in Nied.

Rosamunde Pilcher des Reitsports

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Corinne und Severin heißen die Hauptfiguren des neuesten Romans von Autorin Barbara Behrend. Die beiden Protagonisten, müssen für ihre Liebe gesellschaftliche Konventionen überwinden. Der Georgshof in Nied spielt in dem Buch eine tragende Rolle.

Während die Spieler mit ihren Pferden über den Poloplatz auf dem Georgshof galoppieren, um den kleinen, weißen Ball aus Kunststoff mit ihren Schlägern, den sogenannten Sticks, ins gegnerische Tor zu befördern, sitzt Barbara Behrend (36) nebenan an der Beach-Bar „Nidda-Strand“ und lässt sich ein Ginger-Ale schmecken. Die Polo-Szene war für die Buchautorin aus Albig bei Alzey noch bis vor etwas mehr als einem Jahr ein völliges Neuland. Mittlerweile fühlt sie sich auf dem Polo-Platz sehr wohl. Denn für ihren aktuellen Roman, der den Titel „Champagnerperlen & Polofieber“ trägt, recherchierte sie auf dem Georgshof. Dort sind gleich zwei Polo-Clubs beheimatet, nämlich der „Polo Club Hessen“ und der „Frankfurter Polo Club“. Letztere nutzt das Gelände zu Trainingszwecken.

Für die Ausübung dieses Sports muss man schon einiges an Geld investieren, schließlich benötigt ein Polo-Spieler gleich mehrere Pferde. „Beim Frankfurter Polo Gold Cup 2014 bin ich zum ersten Mal mit dem Sport in Kontakt gekommen. Bekannte haben mich damals mit auf den Georgshof genommen“, erzählt Barbara Behrend. Und sagt dann: „Eigentlich war es so gar nicht meine Welt.“ Doch schon während des Turniers habe sie die Augen offengehalten und beobachtet, was auf dem und um das Spielfeld passiere. „Irgendwann hatte ich eine Idee im Kopf, die ich weiterentwickeln wollte, und suchte den Kontakt“, betont die Autorin.

„Ich hatte am Anfang so meine Vorurteile, dachte, dass die Polo-Szene sehr verschlossen ist, vielleicht auch ein wenig von oben herab, und wurde schnell eines Besseren belehrt“, erzählt Behrend. Zunächst habe sie per E-Mail den Frankfurter Polo Club kontaktiert, dann auch den Polo Club Hessen. „Die Verantwortlichen waren meinen Recherchen gegenüber sehr offen und haben mich dabei unterstützt, mich in den Sport und die Szene hineinzuarbeiten“, lobt sie.

Die Reitsportszene bildet nicht zum ersten Mal die Kulisse für Behrends Romane. Denn „Champagnerperlen & Polofieber“ ist nicht das erste, sondern bereits das siebte Buch, das sie in ihren eigenen Verlag „Harmony“ veröffentlicht hat.

Dei beiden Hauptfiguren Corinne und Severin müssen für ihre Liebe erst einmal gesellschaftliche Schranken überwinden. Es ist eine ganz klassische Geschichte: die des armen Stallburschen, der sich in die Tochter aus wohlhabenden Haus verliebt.Severin arbeitet für einen Adeligen, der aus Frankreich stammt, und pflegt dessen Pferde auf dem Hof. Vorbild hierfür war der Georgshof. Und natürlich gibt es für die beiden Protagonisten ein Happy End.

„Ich habe mittlerweile den Spitznamen ,Rosamunde Pilcher des Reitsports‘“, sagt Barbara Behrend und lacht. Ihre Liebe zu den Pferden kommt nicht von ungefähr: Sie wuchs auf einem Aussiedlerhof im rheinhessischen Albig auf. „Mein erstes Pony bekam ich im Alter von einem Jahr“, berichtet sie. Ihre Eltern stellten den Bauernhofbetrieb später ein und begannen mit einer Trakehner-Pferdezucht. Von dieser Zeit an kamen Reiter ganz unterschiedlicher Disziplinen wie Dressur- und Springreiter zu ihnen aufs Gelände.

„Ich bin selbst nie irgendwelche Turniere geritten, Freundinnen von mir aber schon“, schildert die Autorin. So habe sie die Reitsportszene schon früh kennengelernt. Bereits als junges Mädchen habe sie sich Geschichten überlegt. Doch erst nach einem Unfall mit einem Pferd im Jahr 2003 begann sie, das Erlebte in einem Buch zu verarbeiten. „Veröffentlicht habe ich es aber erst zehn Jahre später.“

Mittlerweile schreibt sie nicht nur selbst, sondern verlegt auch Bücher anderer Autoren. „Zurzeit übersetze ich gerade ein Jugendbuch der Autorin Maggie Dana aus den USA“, sagt Behrend. In diesem Jahr möchte sie sich vor allem auf die Verlagsarbeit konzentrieren. „Mit einem eigenen neuen Buch fange ich erst 2017 wieder an.“

Privat hat Barbara Behrend ihr großes Liebesglück bereits gefunden. Seit sechs Jahren ist sie mit Ehemann Steffen verheiratet, seit 17 Jahren sind die beiden ein Paar. Und natürlich gehören eigene Pferde mit den zwei Trakehner-Stuten „Hyundai“ und „Harmony“ zu ihrem Leben dazu.

Der Buch „Champagnerperlen & Polofieber“ ist im Harmony-Verlag erschienen (ISBN 978-3-9816956-4-9) und kostet 14,50 Euro.

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