+
Wenn der Takt auf der Strecke mit Einführung der RTW verdichtet wird, sind auch die Schranken des Bahnübergangs am Sossenheimer Weg öfter unten. Der CDU-Verkehrsexperte Frank Nagel hat nun eine Idee vorgeschlagen, mit der das Problem abgemildert werden könnte.

Verkehr

RTW-Planer setzen auf leisere Züge mit Zweisystemfahrzeugen

  • schließen

Eine Entlastung für die Anwohner der künftigen Regionaltangente West (RTW) zwischen Sossenheim und Höchst könnte eine Teilung der Linie und die Integration der RB 11 bringen. Die RTW-Planer setzen indessen auf geräuscharme Züge mit Zweisystemfahrzeugen.

Im Frankfurter Westen rumort es entlang der geplanten Trasse der Regionaltangente West (RTW) zwischen der Henri-Dunant-Siedlung und dem Höchster Bahnhof: Im Gebiet der Siedlung werden Eingriffe in Privatgrundstücke erwartet, entlang der bestehenden Trasse der Sodener Bahn fürchtet man Bahnlärm, aber auch zusätzlichen Verkehr und Parkdruck von RTW-Nutzern, die mit dem Auto zu den Haltepunkten kommen.

Die Regionaltangente West soll als Tangentialverbindung im Frankfurter Westen zu einer deutlichen Stärkung des schienengebundenen Nahverkehrs in der Region führen. Das RTW-Verkehrskonzept sieht zwei Linien vor: Zwischen Bad Homburg, beziehungsweise Praunheim im Norden, und Neu-Isenburg und Dreieich-Buchschlag im Süden.

Mittlerweile sind zusätzlich Sulzbach und Bad Soden der Planungsgesellschaft RTW GmbH beigetreten, da sie die bisherige Strecke der Regionalbahnlinie (RB) 11 (Höchst–Bad Soden) in die Regionaltangente integrieren möchten. „Auf dieser Strecke sollen dann anstelle von Nahverkehrszügen der Hessischen Landesbahn die Züge der RTW fahren“, sagt der Vorsitzende des Fachausschusses Verkehr der Frankfurter CDU, Frank Nagel. Er fordert, dass die Integration der RB 11 in die RTW für die Höchster und Sossenheimer Anwohner zu einer Entlastung führen soll.

Nagel schlägt deshalb vor, für eine Anbindung von Sulzbach und Bad Soden die kürzere RTW-Linie zu teilen: „Eine sogenannte ,Flügelung‘ der Züge zum Beispiel in Sossenheim würde die Anzahl der Züge und damit die Belastung für die Bewohner an der Strecke zwischen Sossenheim und Höchst reduzieren.“ Durch das Teilen der einen Linie führen statt fünf insgesamt nur vier Züge pro Stunde und Richtung auf dieser Strecke Höchst–Sossenheim und im Außenbereich würden getrennte Ziele angesteuert, führt Nagel aus. Zugteilungen sind etwa auch von ICEs bekannt – und dort regelmäßiger Bestandteil der Fahrpläne. Der CDU-Verkehrsexperte schlägt weiterhin vor, dass geprüft wird, ob die Trennung und Zusammenführung der beiden Zugteile von und nach Praunheim, beziehungsweise Bad Soden im Haltepunkt Dunantsiedlung durchgeführt werden könnte. „Dies könnte zur Verbesserung der Schließzeiten am Bahnübergang Sossenheimer Weg führen“, sagt Nagel. Nicht nur Anwohner fürchten, dass mit dem Verkehr der RTW die Schranken am Sossenheimer Weg mehr unten als oben sind – und damit die Verkehrsverbindung zwischen Unterliederbach und Sossenheim kollabiert.

Derweil will der RTW-Aufsichtsratsvorsitzende und Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) seine Idee verdeutlichen, auf der Strecke der RB 11 den Verkehr mit Zweisystemfahrzeugen im Regelbetrieb einzuführen: Interessierte sind eingeladen, diese Art Fahrzeuge kennenzulernen. Zweisystemfahrzeuge können, einfach ausgedrückt, sowohl als Straßenbahn wie auch auf regulären Bahnstrecken fahren. Oesterling erhofft sich davon eine Vereinfachung des Ausbaus auf dem Abschnitt zwischen Sossenheim und dem Höchster Bahnhof, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der bestehende Bahndamm nicht so einfach verbreitert werden kann.

Am Samstag, 3. November, heißt es

„Bitte einsteigen“

: Zum zweiten Mal will die RTW-Planungsgesellschaft mit dem Einsatz eines Zweisystemfahrzeugs im Rhein-Main-Gebiet einen Ausblick in die Zukunft geben, und diesmal eben im Regelbetrieb auf der Regionalbahnlinie 11 (Höchst – Sossenheim – Sulzbach – Bad Soden). Der eingesetzte Zug der Baureihe ET 2010 der Verkehrsbetriebe Karlsruhe kann auf Eisenbahnstrecken und auch im Straßenbahnbereich fahren. Bei der RTW soll später ein neu entwickeltes Fahrzeug zum Einsatz kommen. „Wir möchten den Fahrgästen einen Eindruck vom zukünftigen geräuscharmen und komfortablen Betrieb der RTW vermitteln“, sagt Oesterling.

Die erste Fahrt mit dem Zweisystemfahrzeug beginnt um 9 Uhr in Höchst Bahnhof, die letzte Fahrt um 15.44 Uhr ab Bad Soden mit Ankunft in Höchst Bahnhof um 15.53 Uhr. Ein Zustieg ist jederzeit an einem der vier regulären Haltepunkte möglich. Davor und danach fährt der reguläre RB 11-Zug.

An Bord des Zuges kann man sich über das Projekt RTW informieren, etwa über Streckenführung und Zweisystemfahrzeuge. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling und RTW-Geschäftsführer Horst Amann stehen für Auskünfte zur Verfügung. „Steigen Sie am 3. November in die RB 11 zwischen Höchst und Bad Soden ein und erfahren Sie mehr über die Regionaltangente West. Die Mitfahrt in diesem Zug ist in diesem Zeitraum für Sie kostenfrei“, lädt Amann interessierte Bürger ein. Die RTW weist ausdrücklich darauf hin, dass bei dieser Sonderfahrt aufgrund der bestehenden Bahnsteighöhen und dem auf die „Karlsruher Verhältnisse“ ausgerichteten Fahrzeug beim Einstieg in die Bahn eine Stufe zu überwinden ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare