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Pfarrer Helmut Gros segnet die Standarte der Feuwehr beim Gottesdienst.

Fahnenweihe

Ein samtenes Aushängeschild für die Wehr

Seit langem waren die Lorsbacher Brandschützer auf er Suche nach einem standesgemäßen Aushängeschild. Nun haben sie es gefunden und beim Tag der offenen Tür vorgestellt.

Dieses Jahr feierte die Freiwillige Feuerwehr ihren Tag der offenen Tür am Sonntag. Warum? Eine neue Standarte wurde angeschafft, die in einem feierlichen Sonntagsgottesdienst vor dem Feuerwehrhaus geweiht wurde.

Im Zeichen der Ökumene teilten sich die evangelische Pfarrerin Kerstin Heinrich, Pfarrer Leo und der katholische Pfarrer Helmut Gros den Ablauf der Fahnenweihe. Im Anschluss ehrten die Brandschützer treue Mitglieder.

Viele Familien waren bereits vor Gottesdienstbeginn gekommen. Jeder wollte einen Blick auf die Neuanschaffung der Lorsbacher Wehr werfen. „Wir hatten bisher noch keine Standarte“ erklärte Christoph Lederer, Wehrführer der Lorsbacher Feuerwehr. Man hätte in den Geschichtsbüchern recherchiert, doch keine Hinweise gefunden. Also, höchste Zeit eine solche Anschaffung zu tätigen, befand die Feuerwehr. „Bereits zum hundertjährigen Bestehen hatten wir das in den Köpfen, mussten die Pläne jedoch aus finanziellen Gründen verwerfen“, schildert Lederer.

Dennoch verfolgte der Gedanke die Mitglieder „und als wir in den vergangenen beiden Jahren merkten, dass die finanzielle Lage eine Anschaffung rechtfertigt“ packte man die Gelegenheit beim Schopf.

Doch eine Standarte ist kein Fähnchen, das mal schnell online bestellt und maschinell gefertigt wird. „Das dauerte schon zwei Jahre“, so der Wehrführer. Die Suche nach einer geeigneten Firma begann. Fündig wurde man in Bayern, nahe Regensburg. „Wir haben dann zunächst unsere Ideen gesammelt und Entwürfe erstellt.“ In der nachfolgenden Zeit nutzte man eigene Einfälle und Vorschläge des Anbieters „bis schließlich eine gute Lösung herauskam.“

Nach der Fahnenweihe ziert die Standarte die in der Feuerwehrhalle aufgebaute Bühne. Die eine Seite in dunkelblauem Samt zeigt das Gerichtssiegel Lorsbachs, ein Rebmesser mit verzierten Details und einer Krone, ähnlich einem Wappen.

Auf der anderen Seite hat man sich für dunkelroten Samt entschieden. Darauf zu sehen ist der „Schutzpatron aller Feuerwehren, der Heilige Florian“, erklärt Wehrführer Christoph Lederer. Die Stoffmaße von ungefähr einem guten Quadratmeter werden durch den drei Meter hohen Fahnenmast gut in den Blickpunkt gerückt.

Die Lorsbacherin Kathrin Pokorny uteilt: „Die Standarte ist sehr gelungen. Ich freue mich, dass unsere Wehr nun endlich auch so etwas hat.“

Die Neuanschaffung ist als

Investition für die Zukunft

zu sehen. „Standarten werden ja nicht alle Jahre angeschafft. Diese soll jetzt mal mindestens 100 Jahre halten. Falls sie tatsächlich mal Schaden nehmen würde, dann kann man das auch reparieren lassen“, schildert Christoph Lederer.

Gemeinsam mit anderen Feuerwehrmännern sei er in die Manufaktur nach Regensburg gefahren, um sich Überblick über die Fabrikation zu verschaffen. „Dort waren hundert Jahre alte Standarten, die wieder hergerichtet wurden. Das war wirklich beeindruckend.“

Die zum Großteil per handwerklicher Tradition von Näherinnen angefertigte Standarte soll in Zukunft häufig genutzt werden. „Wir werden sie zu Festen und Feierlichkeiten nutzen“, erklären die Mannen der Wehr. Dazu gehörten nicht nur fröhliche Ereignisse, wie der Tag der offenen Tür oder die Lorsbacher Kerb. „Auch zu Beerdigungen wird die Standarte eingesetzt werden“, so die Wehrführung.

Im Wehrhaus hat man bereits einen Platz im Versammlungszimmer gefunden. „Dort sehen wir sie dann immer, auch zu unserer Jahreshauptversammlung“, sagt Christoph Lederer.

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